Generic filters
FS Logoi

Europäisches Chip-Gesetz soll Lieferengpässe beheben

Bei ihrer Rede zur Lage der Union hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein europäisches Chip-Gesetz angekündigt, wie t3n und Reuters berichten. Demnach soll ein neues Produktionsökosystem für Halbleiter in der EU geschaffen werden. Das soll die EU wettbewerbsfähig und unabhängig machen. Aktuell stehen etwa die Autobranche, Telekommunikations- und Spieleindustrie weiterhin wegen Lieferengpässen bei Halbleitern […]

von | 20.10.21

Bei ihrer Rede zur Lage der Union hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein europäisches Chip-Gesetz angekündigt, wie t3n und Reuters berichten. Demnach soll ein neues Produktionsökosystem für Halbleiter in der EU geschaffen werden. Das soll die EU wettbewerbsfähig und unabhängig machen. Aktuell stehen etwa die Autobranche, Telekommunikations- und Spieleindustrie weiterhin wegen Lieferengpässen bei Halbleitern vor Probleme.

Binnenmarktkommissar Thierry Breton hatte im März bereits das Ziel ausgerufen, bis 2030 die Chipproduktion in der EU zu verdoppeln. Er bezeichnete von der Leyens Vorstoß in einem Beitrag auf Linkedin als „starkes geopolitisches und wirtschaftliches Signal“. Aktuell würde jeder einzelne Mitgliedstaat eine eigene Strategie entwickeln, um unabhängiger zu werden. Das neue Gesetz könne für eine kohärente europäische Vision und Strategie sorgen, so Breton weiter.

Weiterhin werde es verhindern, dass die Mitgliedstaaten sich gegenseitig mit Subventionen überböten. Wie genau der Gesetzesvorschlag der EU-Kommission aussehen wird und wie er sich in den Diskussionen mit Parlament und Mitgliedern entwickeln wird, ist noch unklar.

Europa als hochmodernes Chip-Ökosystem

„Das Ziel ist, gemeinsam ein hochmodernes europäisches Chip-Ökosystem zu erschaffen, inklusive Produktion“, wird von der Leyen zitiert. Damit wolle sie Versorgungssicherheit und „neue Märkte für bahnbrechende Technologien“ schaffen. Das Gesetz soll Investitionen der EU und der Mitgliedstaaten koordinieren, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet.

Bereits gestern hatte sich Bitkom-Präsident Achim Berg in einer Pressemitteilung dazu geäußert und den Vorschlag eines Chip-Gesetzes begrüßt.

„Wir unterstützen die Initiative der EU-Kommission für ein europäisches Chip-Gesetz. Die EU-Kommission hat sich für die kommenden Jahre große Ziele gesetzt und die 2020er Jahre zur digitalen Dekade erklärt. Daran muss sich die Politik messen lassen. Für Europa und Deutschland muss es darum gehen, im Wettbewerb um Technologien und Innovationen auf Augenhöhe mit globalen Vorreitern wie den USA und China zu gelangen – als starker, selbstbewusster, digital souveräner Player.

Chip-Gesetz könnte Engpässe verringern

Derzeit stehen in Autofabriken Produktionsbänder still, die Produktion von Smartphones wird ausgebremst, viele Drucker, Notebooks und selbst Industrieroboter sind nur schwer erhältlich – der anhaltende Chip-Mangel ist ein Risiko für die gesamte Wirtschaft, gerade auch in Europa und Deutschland. Mikroelektronische Komponenten sind das Herzstück nahezu aller modernen Technologien. Sie bestimmen unter anderem, wie vertrauenswürdig, zuverlässig und nachhaltig die darauf basierenden Systeme sind. Um die digitale Souveränität zu sichern, ist es daher entscheidend, internationale Abhängigkeiten in kritischen Bereichen der Halbleiterproduktion zu verringern und die vorhandenen europäischen Potentiale zu heben.

Ziel eines europäischen Chip-Gesetzes sollte sein, ein umfassendes europäisches Mikroelektronik-Ökosystem zu schaffen, das Design und Produktion von mikroelektronischen Bauelementen einschließt. Dabei muss das gesamte Spektrum der Halbleitertechnologie berücksichtigt werden, sowohl Technologien für industrielle Anwendungen als auch fortschrittliche Leading-Edge-Ansätze, welche insbesondere für Anwendungen in zentralen Bereichen der digitalen Wirtschaft wie Telekommunikation, Cloud Computing oder künstliche Intelligenz gebraucht werden. Zentral bei der Ausgestaltung des Chips Acts ist eine Verknüpfung mit bestehenden Arbeitsstrukturen und Projekten, wie etwa dem IPCEI für Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien oder der Europäischen Mikrochip-Allianz.“

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

In der EU soll ein hochmodernes Chip-Ökosystem aufgebaut werden, wenn es EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen geht.

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag
Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag

Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Alexisbad gegründet. Seitdem hat sich viel getan: Der VDI ist heute mit 125.000 Mitgliedern die größte Community für Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland.

mehr lesen
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration

Die neue Auflage der NE 200 „Hybrid BATCH – MTP Integration in bestehende Batch-Systeme“ beschreibt systematisch, wie Process Equipment Assemblies (PEAs) mit MTP-Schnittstelle in klassische ISA-88-konforme Batchsysteme integriert werden können. Das Dokument richtet sich an Anlagenbetreiber, Batchsystem-Hersteller und Systemintegratoren und definiert, welche Engineering- und Laufzeitanforderungen auf Seiten des Batchsystems erfüllt sein müssen, ohne Eingriffe in die PEA selbst.

mehr lesen
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ruft Fachleute zur Mitarbeit im Fachbereich 3 „Digitalisierung und Virtualisierung“ auf. Der Fachbereich befasst sich mit Bausteinen für eine digitalisierte, flexible und ressourcenschonende Produktion. Im Mittelpunkt stehen unter anderem vernetzte Systeme, Datenschnittstellen, sichere Kommunikation, industrielle KI-Anwendungen und die Weiterentwicklung von Richtlinien für die Mess- und Automatisierungstechnik.

mehr lesen
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus

Am 30. September und 1. Oktober 2026 findet im Bürgerhaus in Mörfelden/Walldorf der IGR-Erfahrungsaustausch Technik statt. Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz von der Pilotphase in die Produktion überführt werden kann. Im Mittelpunkt stehen resiliente Produktionsprozesse, ein gezielter Ressourceneinsatz sowie neue digitale Geschäftsmodelle. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03