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VCI zieht positive Prognose zurück: Erwartung der Branche ist gekippt

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht angesichts der steigenden Energiepreise vor einem ungewissen Jahr. Anders als noch im Dezember angekündigt, erwartet die Branche aktuell mehrheitlich Einbrüche in ihrer Geschäftsentwicklung. Daher hat der Verband Chemischer Industrie (VCI) seine bisherige Einschätzung für das Gesamtjahr 2022 zurückgezogen. Eine neue Einschätzung wurde aber nicht bekannt gegeben. Denn „jegliche Prognose wäre im […]

von | 17.03.22

VCI zieht seine positive Prognose zurück. Die Zukunft der Chemiebranche sieht düster aus

Die chemisch-pharmazeutische Industrie steht angesichts der steigenden Energiepreise vor einem ungewissen Jahr. Anders als noch im Dezember angekündigt, erwartet die Branche aktuell mehrheitlich Einbrüche in ihrer Geschäftsentwicklung. Daher hat der Verband Chemischer Industrie (VCI) seine bisherige Einschätzung für das Gesamtjahr 2022 zurückgezogen. Eine neue Einschätzung wurde aber nicht bekannt gegeben. Denn „jegliche Prognose wäre im hohen Maß spekulativ“, betonte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup.

VCI-Umfrage: Rückläufige Produktion und sinkende Umsätze

Im Dezember hatte der Verband noch einen Anstieg der Produktion um zwei Prozent und ein Umsatzwachstum von fünf Prozent in Aussicht gestellt. Doch mit der völkerrechtswidrigen Invasion Russlands in die Ukraine sei die Erwartung der Branche innerhalb weniger Wochen gekippt. Nach einer aktuellen Umfrage des Verbands rechnen 54 Prozent der im VCI organisierten Unternehmen bereits jetzt für 2022 eine rückläufige Produktion und sinkende Umsätze. 70 Prozent sehen in den gestiegenen Energiepreisen ein erhebliches Problem für ihr Geschäft. Und 85 Prozent geben an, dass sie steigende Produktions- und Beschaffungskosten entweder gar nicht oder nur zum Teil weitergeben können.

Folgen eines Embargos

Zwar sei laut dem VCI die wirtschaftliche Verflechtung der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie mit Russland und der Ukraine zwar überschaubar, aber nicht unerheblich: Beide Länder machen in Summe knapp drei Prozent der deutschen Chemie- und Pharmaexporte aus. Das waren zuletzt rund 6,8 Milliarden Euro. Trotzdem wären die Folgen einer Beschränkung des Außenwirtschaftsverkehrs nach Meinung des VCI-Hauptgeschäftsführers massiv. So setzt die chemisch-pharmazeutische Industrie pro Jahr rund 2,8 Millionen Tonnen Erdgas als Rohstoff (27 Prozent des Gesamtverbrauchs) und 99,3 Terawattstunden Erdgas (73 Prozent des Gesamtverbrauchs) für die Erzeugung von Dampf und Strom ein.

Forderungen des VCI

Daher fordert der Verband: eine zeitnahe Abschaffung der EEG-Umlage, eine Reduzierung der Energiesteuer auf das EU-Minimum oder ein vorübergehendes Aussetzen des Ausstiegs aus der Kohleverstromung. Parallel müsse nach Meinung des VCI der Ausbau erneuerbarer Energien und der nötigen Infrastruktur mit aller Kraft und auch gegen Widerstände vorangetrieben werden.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Anders als noch im Dezember angekündigt, erwartet die Chemiebranche aktuell mehrheitlich Einbrüche in ihrer Geschäftsentwicklung. Foto: VCI

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