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Cyberkriminalität: Drei von vier Internetnutzenden sind betroffen

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Autor: Jonas Völker

Cyberkriminalität: Drei von vier Internetnutzenden sind betroffen
Fast die Hälfte der Internutzerinnen und -nutzer berichtet, dass persönliche Daten ungefragt weitergeben wurden (46 %).

Schadsoftware, Betrug beim Online-Shopping oder Beleidigungen in sozialen Netzwerken – drei von vier Internetnutzerinnen und Internetnutzern (75 %) waren in 2022 von Cyberkriminalität betroffen. 22 % geben an, keine solchen Erfahrungen gemacht zu haben, 3 % wollten dazu keine Angaben machen. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 1.014 Personen ab 16 Jahren in Deutschland, die das Internet nutzen. Im Vorjahr hatten 21 % angegeben, nicht von Cyberkriminalität betroffen gewesen zu sein, 2020 waren es noch 34 %, 2019 sogar 40 %.

Weitergabe persönlicher Daten ist das Hauptproblem

„Wer sich im Internet bewegt, muss damit rechnen, auf Cyberkriminelle zu treffen. Deshalb ist es wichtig, dass alle entsprechende Sicherheitsmaßnahmen treffen – das reicht von der Verwendung sicherer Passwörter über die Installation von Virenschutzsoftware bis zur sparsamen Weitergabe persönlicher Informationen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Aber auch gesunder Menschenverstand hilft gegen Cyberkriminelle. Wie in der analogen Welt gilt auch im Digitalen: Sind Angebote zum Beispiel von Online-Shops einfach zu gut, um wahr zu sein, sollte man die Finger weglassen. Und wer online von entfernten Verwandten oder Bekannten um Geld gebeten wird, sollte prüfen, ob es sich dabei wirklich um die vorgeblichen Personen handelt.“

Fast die Hälfte der Internutzerinnen und -nutzer berichtet, dass persönliche Daten ungefragt weitergeben wurden (46 %). Viele wurden zudem Opfer von Betrug, sowohl beim Online-Einkauf (29 %) als auch bei Geldgeschäften wie Online-Banking oder dem Missbrauch der eigenen Kontodaten (13 %). Bei rund einem Viertel (27 %) wurde der Computer mit Schadprogrammen wie Viren infiziert, 17 % bemerkten solche Vorfälle auf dem Smartphone. Von Ransomware-Attacken betroffen waren 2 % auf dem Smartphone und 1 % auf dem Computer. Bei 9 % wurden Zugangsdaten zu Online-Diensten ausspioniert, 3 % mussten erleben, wie sich andere Personen online unter ihrem Namen für sie ausgegeben haben. Auch in der direkten Interaktion mit anderen Onlinern gab es zahlreiche strafbare Handlungen. So wurden 23 % im Internet massiv beleidigt oder angegriffen, 9 % sind sexuell belästigt worden – mit 13 % sind hier Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer (6 %).

Nur 18 % der Betroffenen zeigen Straftaten an

Ein Drittel der Betroffenen (32 %) hat auf die Vorfälle überhaupt nicht reagiert, rund die Hälfte (56 %) hat das Gespräch mit Freunden und Bekannten gesucht und 6 % haben andere auf die Vorfälle aufmerksam gemacht, etwa mit Beiträgen in sozialen Netzwerken. Ebenfalls knapp die Hälfte (47 %) hat sich an das Unternehmen gewandt, das in Zusammenhang mit der kriminellen Aktivität stand, etwa die Social-Media-Plattform, die Bank oder der E-Mail-Anbieter. 18 % haben ihren Account bei dem betreffenden Unternehmen gelöscht oder gekündigt.

Rund ein Fünftel (18 %) hat Strafanzeige bei der Polizei gestellt, 9 % haben sich an andere Behörden wie etwa das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) gewandt und 1 % hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Praktisch niemand (0,1 %) gibt an, auf Forderungen der Kriminellen eingegangen zu sein. „Wer Opfer eine Straftat wird, sollte sie anzeigen. Häufig ist das auch online möglich“, so Rohleder.

Breite Mehrheit will mehr Einsatz der Polizei gegen Cyberkriminelle

Eine breite Mehrheit der Onliner spricht sich für einen stärkeren Einsatz der Polizei gegen Cyberkriminalität aus. 97 % fordern mehr Geld für spezielle Polizeieinheiten, die gegen Kriminelle im Internet vorgehen. Und 93 % verlangen, dass die Polizei mehr Präsenz im digitalen Raum zeigt. Nur 7 % meinen dagegen, dass das Thema Internetkriminalität in der öffentlichen Debatte übertrieben wird.

Rohleder: „Gesetze gelten online ebenso wie offline. Und genauso muss der Staat die Menschen online ebenso vor Kriminalität schützen wie offline.“

Weitere Informationen gibt es unter www.bitkom.org.

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