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KI: it’s OWL entwickelt Plattform für die Produkte von morgen

Der Spitzencluster it‘s OWL hat sich mit dem Konzept KI-Marktplatz im Wettbewerb „Künstliche Intelligenz als Treiber für Ökosysteme“ des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) durchgesetzt. 20 Forschungseinrichtungen und Unternehmen werden eine digitale Plattform für Künstliche Intelligenz in der Produktentstehung entwickeln, auf der sich Anbieter, Nutzer und Experten vernetzen und Lösungen entwickeln können. Dafür stellt das BMWi 11 Mio. Euro Fördermittel bereit, die Partner investieren zusätzlich 5 Mio. Euro. An dem Wettbewerb hatten sich über 130 Konsortien beteiligt, von denen zehn zur Förderung empfohlen wurden.

von | 04.11.20

Das Konzept KI-Marktplatz wurde gemeinsam durch das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik IEM und das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn in Kooperation mit it‘s OWL entwickelt.
Prof. Dr. Roman Dumitrescu (Geschäftsführer it‘s OWL, Direktor Fraunhofer IEM und Vorstand Heinz Nixdorf Institut) erläutert: „Die Auszeichnung ist ein großartiger Erfolg und zeigt, dass die Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus dem Spitzencluster it‘s OWL wichtiger Treiber für Künstliche Intelligenz im Mittelstand sind. Mit dem KI-Marktplatz werden wir ein bundesweit einzigartiges Angebot schaffen, mit dem gerade kleine und mittlere Unternehmen die Potenziale von Künstlicher Intelligenz in der Produktentstehung erschließen können. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag, um Produktion am Standort OstWestfalenLippe und in ganz Deutschland wettbewerbsfähig zu machen.“
Viele Einsatzmöglichkeiten für die Industrie – Umfangreiches Wissen in der Forschung
Stefan Breit, Geschäftsführer Miele und stellvertretender Vorsitzender des it‘s OWL Clusterboards unterstreicht die Bedeutung für die Wirtschaft: „KI-Ansätze sind wesentliche Innovationstreiber für die Produkte von morgen. Dabei geht es nicht nur darum, die Funktionsweise von Produkten oder Produktionsanlagen zu verbessern. Auch die Produktentwicklung kann effizienter und qualitativ hochwertiger werden. Es gibt bereits eine Vielzahl von Anwendungen und Forschungsergebnissen. Mit dem KI-Marktplatz schaffen wir die Grundlage dafür, dass Unternehmen die passenden Angebote und Experten finden. Dadurch können sie ihre Innovationsleistung steigern, Fehler vermeiden, Entwicklungszeiten reduzieren und ihre Entwicklungskapazitäten erhöhen. Das ist ein großer Mehrwert für die Industrie und stärkt die Innovationsfähigkeit der Unternehmen.“
Die Anwendungsmöglichkeiten von KI sind dabei vielfältig. So können produzierende Unternehmen beispielsweise die Informationen bestehender Produkte und Forschungsergebnisse zusammenfassen und Hunderte von Produktvarianten virtuell durchspielen, bevor das optimale Produkt gefertigt wird. Dadurch können sie dem Kunden in kurzer Zeit individuelle Produkte liefern.
Ein zentraler Erfolgsfaktor für den KI-Marktplatz ist es, die Ergebnisse aus der Forschung für die Industrie nutzbar zu machen. „Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in OWL haben durch den Exzellenzcluster CITEC, Sonderforschungsbereiche und zahlreiche Forschungsprojekte ein umfangreiches Wissen im Bereich Künstlicher Intelligenz aufgebaut.
Mit dem KI-Marktplatz werden wir daraus gemeinsam mit Unternehmen bedarfsgerechte Angebote für den Mittelstand entwickeln. Gleichzeitig wird durch die Plattform der Erfahrungsaustausch mit Industrie und KI-Experten gefördert. Dadurch entstehen neue Ansätze für unsere Forschung“, erläutert Prof. Dr. Gerhard Sagerer, Rektor Universität Bielefeld.
Partnervermittlung, Datenraum und Baukasten für KI-Lösungen
Im Projekt KI-Marktplatz entsteht ein Innovationsökosystem rund um eine digitale Plattform, die KI-Experten, Lösungsanbieter und produzierende Unternehmen zusammenbringt. Diese digitale Plattform wird sukzessive um Funktionalitäten erweitert, die eine gemeinsame Entwicklung von KI-Lösungen für die Produktentstehung sowie deren Bereitstellung ermöglichen.
Erste Angebote sind eine intelligente Partnervermittlung für Anwendungsfälle und ein Datenraum für die Produktentstehung. Darüber hinaus werden heute bereits verfügbare KI-Anwendungen über den Marktplatz bereitgestellt. Auf dieser Grundlage wird ein Baukasten mit Werkzeugen für die KI-Entwicklung erarbeitet. Dabei setzt der KI-Marktplatz auf ein vertrauensbasiertes Konzept mit einer entsprechenden IT-Architektur, die Datensouveränität und faire Transaktionsmechanismen ermöglicht.
Lars Nagel, Geschäftsführer International Data Spaces Association (IDSA) sieht hervorragende Chancen für die Entwicklung eines nachhaltigen Geschäftskonzepts: „Im Rahmen des Projekts wird es uns gelingen, ein umfangreiches Angebot für den Mittelstand aufzubauen – nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Wichtig ist, dass wir viele Unternehmen in die Entwicklung einbinden und eine gute Vertriebsstruktur aufbauen. Dafür haben wir ideale Voraussetzungen. Die Projektpartner sind gut vernetzt und bringen über 3.000 Kontakte mit.“ Die IDSA ist eine Vereinigung zur Entwicklung eines Standards für sichere Datenräume, in denen Unternehmen zusammenarbeiten können, mit über 100 Mitgliedern aus 20 Ländern. Die Open Source Plattform für Digitalisierung FIWARE hat über 250 Partner in 25 Ländern. Und der Plattformbetreiber inno-focus bringt Kontakte zu über 2.500 Unternehmen ein.
Das Projekt wird voraussichtlich im Januar 2020 starten und ist auf drei Jahre angelegt. Forschungspartner sind das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn, die Fraunhofer-Institute IEM, IOSB-INA und IPK, der Exzellenzcluster Cognitive Interaction Technology CITEC der Universität Bielefeld sowie das Institut für industrielle Informationstechnik inIT der TH OWL.
Weitere Projektpartner sind u. a. die International Data Spaces Association, prostep ivip, die FIWARE Foundation sowie die Unternehmen Claas, Diebold Nixdorf, Düspohl, Hella Gutmann, ubermetrics, Unity und Westaflex. Interessierte Unternehmen, Anbieter von KI-Lösungen und Experten sind herzlich eingeladen, sich an der Entwicklung zu beteiligen.
Weitere Informationen zum Projekt KI-Marktplatz gibt es hier.
Das Projekt-Video können Sie sich direkt hier anschauen:

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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