Generic filters
FS Logoi

Globaler Roboterabsatz erreicht neuen Rekord

Die International Federation of Robotics hat den neuen World Robotics Report vorgelegt: Der weltweite Absatz von Industrie-Robotern erreichte 2017 einen neuen Rekord von 381.000 ausgelieferten Einheiten – plus 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stieg der Jahresabsatz von Industrie-Robotern in den letzten fünf Jahren um 114 Prozent (2013-2017). Der Verkaufswert kletterte um 21 Prozent auf einen neuen Höchststand von 16,2 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2016.

von | 04.11.20

"Industrieroboter spielen eine Schlüsselrolle für den Fortschritt der Fertigungsindustrie", sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. "Roboter werden mit zahlreichen Spitzentechnologien weiterentwickelt. Dazu zählen industrielle Bildverarbeitung, Skill Learning, Fehlerprognosen unter Verwendung von KI, neue Konzepte der Mensch-Maschine-Kollaboration, einfache Programmierung und viele andere."
"Diese Technologien werden dazu beitragen, die Produktivität der Fertigung zu verbessern und die Einsatzgebiete der Roboteranwendung zu erweitern. Wie die IFR-Prognose zeigt, wird die jährliche Anzahl der Industrie-Roboter, die an die Fabriken der Welt ausgeliefert werden im Jahr 2021 etwa 630.000 Einheiten erreichen."
China ist in der Robotik führend
Die fünf wichtigsten Märkte weltweit 73 Prozent des Gesamtumsatzes der Industrie-Roboter entfallen 2017 auf fünf Hauptmärkte: China, Japan, Südkorea, USA und Deutschland. China hat seine führende Position als nachfragestärkstes Land mit einem Marktanteil von 36 Prozent der weltweiten Lieferungen 2017 deutlich ausgebaut.
Mit einem Absatz von rund 138.000 Industrie-Robotern (2016-2017: +59 Prozent) lag das Absatzvolumen des Landes über dem Gesamtabsatz von Europa und Amerika zusammengerechnet (112.400 Einheiten). Ausländische Roboterlieferanten steigerten ihren Absatz um 72 Prozent auf 103.200 Einheiten. Dazu zählen auch Roboter, die von internationalen Herstellern in China vor Ort produziert wurden.
Erstmals erzielten ausländische Roboterlieferanten 2017 eine größere Wachstumsrate als chinesische Hersteller. Der Inlandsmarktanteil chinesischer Roboterhersteller reduzierte sich von 31 Prozent im Jahr 2016 auf 25 Prozent im Jahr 2017.
Fertigung von Industrie-Robotern wird von Japan angeführt
Japan ist das in der Fertigung von Industrie-Robotern weltweit führende Land. Nippons Hersteller lieferten 2017 einen Anteil von 56 Prozent des globalen Lieferumfangs. Die Exportquote stieg um 45 Prozent (2016-2017) – die Zielmärkte der japanischen Hersteller waren Nordamerika, China, Südkorea und Europa. Der Roboterabsatz in Japan stieg um 18 Prozent auf 45.566 Einheiten – der zweithöchste jemals in Japan erzielte Wert. Nur im Jahr 2000 wurden mit 46.986 Einheiten noch mehr Roboter abgesetzt.
Die Fertigungsindustrie Südkoreas verzeichnet die mit Abstand höchste Roboterdichte der Welt – mehr als das Achtfache des globalen Durchschnitts. Im Jahr 2017 sank der Roboterabsatz jedoch um 4 Prozent auf 39.732 Einheiten. Haupttreiber dieser Entwicklung war die Elektro-/Elektronikindustrie – in der Branche sanken die Roboterinstallationen im Jahr 2017 um 18 Prozent. Im Vorjahr hatten die Installationen von Industrie-Robotern mit 41.373 Einheiten einen Höhepunkt erreicht.
Die Roboterinstallationen in den USA stiegen 2017 zum siebten Mal in Folge auf einen neuen Höchststand und erreichten 33.192 Einheiten. Das sind 6 Prozent mehr als 2016. Seit dem Jahr 2010 ist der Trend zur Automatisierung der Produktion anhaltender Wachstumstreiber in allen US-Fertigungsindustrien. Ziel dieser Automatisierungsinvestitionen ist es, die US-Wirtschaftszweige sowohl auf dem inländischen als auch dem globalen Markt zu stärken.
Deutschland ist der fünftgrößte Robotermarkt weltweit und die Nummer eins in Europa. 2017 stieg die Zahl der verkauften Roboter um 7 Prozent auf den neuen Allzeit-Rekord von 21.404 Einheiten (2016: 20.074 Einheiten). Zwischen 2014 und 2016 hatte der jährliche Absatz von Industrie-Robotern bei rund 20.000 Einheiten stagniert.
Robotereinsatz nach Branchen weltweit
Aus der Automobilindustrie kommt mit einem Marktanteil von 33 Prozent an den gesamten Lieferungen im Jahr 2017 weltweit nach wie vor die größte Roboternachfrage. – Der Absatz stieg um 22 Prozent. Die Herstellung von Pkw ist in den letzten zehn Jahren zunehmend komplexer geworden: Ein beträchtlicher Teil der Produktion erfordert Automationsprozesse mit Robotern. Hersteller von Hybrid- und Elektroautos verzeichnen eine verstärkte Nachfrage nach vielfältigeren Fahrzeugmodellen, ebenso wie die traditionellen Automobilhersteller. Dazu kommen Herausforderungen, die Klimaziele für 2030 zu erreichen und künftig eine größere Zahl an Neuwagen als emissionsarme und emissionsfreie Fahrzeuge zu liefern.
Künftig werden die Automobilhersteller auch in kollaborative Anwendungen für die Endmontage und Endbearbeitung investieren. Automobilzulieferer auf zweiter Ebene (Second-Tier) – darunter viele kleine und mittlere Unternehmen – stellen weniger schnell auf eine vollständige Automatisierung um. Es ist aber damit zu rechnen, dass sich dies ändert, da Roboter immer kleiner, flexibler, einfacher zu programmieren und kostengünstiger werden.
Die Elektro-/Elektronikindustrie hat aufgeholt: Der Absatz stieg um 33 Prozent auf einen neuen Höchstwert von 121.300 Einheiten – das entspricht einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtangebot im Jahr 2017. Hinter dem Anstieg steht eine steigende Nachfrage nach Elektronik-Produkten und der anziehende Bedarf an Batterien, Chips und Displays.
Die Notwendigkeit, in der Produktion zu automatisieren treibt die Nachfrage an: Roboter schaffen es sehr kleine Teile mit hoher Geschwindigkeit und Präzision zu bearbeiten, so dass die Elektronikhersteller gleichzeitig ihre Qualität sichern und die Produktionskosten optimieren können. Das wachsende Angebot an smarten End-Effektoren und Bildverarbeitungstechnologien erweitert zudem die Anwendungen, die Roboter bei der Herstellung von Elektronikprodukten übernehmen können.
Die Metallindustrie (einschließlich Industriemaschinen, Metallprodukten und Basismetallindustrie) befindet sich im Aufschwung. Der Marktanteil erreichte 10 Prozent des weltweiten Absatzvolumens an Industrierobotern mit einem außergewöhnlichen Absatzwachstum von 55 Prozent im Jahr 2017.
Analysten prognostizieren für 2018 ein Nachfragewachstum bei Metallen. Insbesondere der Bedarf an Kobalt und Lithium, die in Elektroautobatterien verwendet werden, bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau. Große Metallunternehmen und Hersteller von Metallerzeugnissen setzen aktuell Industrie-4.0-Strategien zur Automatisierung um und setzen dabei auch auf Robotik, um Kosteneffizienz zu erzielen und schnell auf Nachfrageänderungen reagieren zu können.
Automatisierungsgrad nach Roboterdichte
Weltweit ist der neue Durchschnitt der globalen Roboterdichte in der Fertigungsindustrie auf 85 Einheiten je 10.000 Beschäftigten gestiegen (2016: 74 Einheiten). Nach Regionen aufgeschlüsselt, beträgt die durchschnittliche Roboterdichte in Europa 106 Einheiten, in Amerika 91 und in Asien 75 Einheiten.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag
Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag

Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Alexisbad gegründet. Seitdem hat sich viel getan: Der VDI ist heute mit 125.000 Mitgliedern die größte Community für Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland.

mehr lesen
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration

Die neue Auflage der NE 200 „Hybrid BATCH – MTP Integration in bestehende Batch-Systeme“ beschreibt systematisch, wie Process Equipment Assemblies (PEAs) mit MTP-Schnittstelle in klassische ISA-88-konforme Batchsysteme integriert werden können. Das Dokument richtet sich an Anlagenbetreiber, Batchsystem-Hersteller und Systemintegratoren und definiert, welche Engineering- und Laufzeitanforderungen auf Seiten des Batchsystems erfüllt sein müssen, ohne Eingriffe in die PEA selbst.

mehr lesen
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ruft Fachleute zur Mitarbeit im Fachbereich 3 „Digitalisierung und Virtualisierung“ auf. Der Fachbereich befasst sich mit Bausteinen für eine digitalisierte, flexible und ressourcenschonende Produktion. Im Mittelpunkt stehen unter anderem vernetzte Systeme, Datenschnittstellen, sichere Kommunikation, industrielle KI-Anwendungen und die Weiterentwicklung von Richtlinien für die Mess- und Automatisierungstechnik.

mehr lesen
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus

Am 30. September und 1. Oktober 2026 findet im Bürgerhaus in Mörfelden/Walldorf der IGR-Erfahrungsaustausch Technik statt. Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz von der Pilotphase in die Produktion überführt werden kann. Im Mittelpunkt stehen resiliente Produktionsprozesse, ein gezielter Ressourceneinsatz sowie neue digitale Geschäftsmodelle. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03