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Open Source: Zwei Drittel der Industrie setzt auf offene Software

Open-Source-Software wird bereits heute in der großen Mehrheit der größeren Unternehmen in Deutschland eingesetzt – und auch der verbliebene Rest könnte künftig auf solche frei verfügbaren Programme zurückgreifen. Das hat eine Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, von der erste Ergebnisse auf dem Forum Open Source des Bitkom vorab vorgestellt werden.

von | 04.11.20

Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist.
Drei Viertel der Unternehmen (75 Prozent) bezeichnen sich selbst an Open Source interessiert und dem Thema gegenüber als aufgeschlossen. Nur vier Prozent sagen, dass sie Open Source grundsätzlich kritisch sehen oder ablehnen. Jedes Fünfte (19 Prozent) ist noch unentschieden. Und schon heute gibt nur jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) ab 100 Beschäftigten an, Open Source nicht zu nutzen. Zwei Drittel (69 Prozent) setzen dagegen bewusst Open-Source-Software ein.
„Vermutlich nutzen sogar noch viel mehr Unternehmen Open-Source-Lösungen, ohne es zu wissen – sei es als Smartphone-Betriebssystem oder als Softwarebasis für Webserver“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Open Source kommt vor allem bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain eine entscheidende Bedeutung zu, weil dort das Entwicklungstempo besonders hoch ist.“
Neun von zehn Unternehmen  sehen Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Software
Fragt man nach dem wichtigsten Vorzug, so nennen 17 Prozent Kosteneinsparungen, da keine Lizenzgebühren anfallen. Mit etwas Abstand folgen eine Vielzahl weiterer Gründe wie hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates und Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern (je neun Prozent) sowie die breite Auswahl an Open-Source-Komponenten, der Zugriff auf den Quellcode und einfache individuelle Anpassungen an der Software (je 7 Prozent).
Daneben gelten offene Standards (6 Prozent), die Kompatibilität zu weiteren eingesetzten Tools und eine aktive Community für den Wissensaustausch (je fünf Prozent) als entscheidende Vorteile von Open Source. „Unternehmen nutzen schon lange nicht mehr allein deshalb Open Source, weil sie kostenlos ist, sondern weil sie viele weitere Vorteile bieten kann – von mehr Sicherheit bis zur einfachen Individualisierung der Software“, so Berg.
Allerdings sehen auch acht von zehn größeren Unternehmen (79 Prozent) Nachteile beim Einsatz von Open Source. Als größten Nachteil nennen dabei 12 Prozent fehlende Fachkräfte, also Experten im Unternehmen, um zum Beispiel die Software an den individuellen Bedarf anzupassen und weiterzuentwickeln.
Dahinter folgen mangelnde Akzeptanz im Unternehmen (sieben Prozent) sowie die unklare Gewährleistungssituation, fehlende Schulungsangebote, fehlende Lösungen für den eigenen Anwendungsfall, die aufwändige Umstellung von der bisherigen Software auf Open Source sowie eine zu große und damit unüberschaubare Auswahl an Open-Source-Lösungen (je sechs Prozent). Fünf Prozent beklagen zudem einen hohen Schulungs- und Einarbeitungsaufwand.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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