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KI: Neues Joint-Venture will KI-Modelle in Risikoumfeldern zertifizieren

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) hat mit der Zertifizierungsgesellschaft DEKRA und der Innovationsstarter Fonds Hamburg GmbH das KI-Zertifizierungsunternehmen CertifAI gegründet. Das Joint Venture wird sich damit befassen, KI-Modelle in risikoreichen Umfeldern von physischen Produkten zu prüfen, zu zertifizieren und technologische Lösungen für die Automatisierung dieser Prozesse zu entwickeln. Damit möchten die Gründer nicht […]

von | 16.06.23

Foto: christian42 - stock-adobe.com

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland (PwC) hat mit der Zertifizierungsgesellschaft DEKRA und der Innovationsstarter Fonds Hamburg GmbH das KI-Zertifizierungsunternehmen CertifAI gegründet. Das Joint Venture wird sich damit befassen, KI-Modelle in risikoreichen Umfeldern von physischen Produkten zu prüfen, zu zertifizieren und technologische Lösungen für die Automatisierung dieser Prozesse zu entwickeln. Damit möchten die Gründer nicht nur das gesellschaftliche Vertrauen in die Technologie stärken, sondern auch regulatorisch bedingte Markteintrittsbarrieren abbauen.

„Wir beobachten in sämtlichen Branchen einen massiven Transformationsdruck. Viele Unternehmen stehen unter Zugzwang, ihre Prozesse zu automatisieren und ihre Time-to-Market zu reduzieren. Mit Blick auf bestehende sowie geplante Regularien wie den EU-AI-Act kann die Zulassung neuer Produkte aber schon bald sehr anspruchsvoll ausfallen, wenn KI im Spiel ist. Hier setzt CertifAI an“, sagt Hendrik Reese, Partner und Experte für Trust in AI bei PwC Deutschland sowie Mitgründer der neuen Gesellschaft mit Sitz in Hamburg.

„CertifAI adressiert akutes Bedürfnis“

Mit Dr. Robert Kilian konnten die Shareholder einen ausgewiesenen Digitalexperten und erfahrenen Juristen als CEO für das Tech-Unternehmen gewinnen. Der Gründer des erfolgreichen KI-Analytics-Startups Beams bringt über zehn Jahre Erfahrung im Aufbau von digitalen Geschäftsmodellen mit und kennt sich in hochregulierten Umfeldern bestens aus. Kilian lehrt an der Berliner Humboldt-Universität zum Thema KI-Regulierung.

„Ich bin mir sicher, dass wir bei technologiegetriebenen Unternehmen mit CertifAI ein ganz akutes Bedürfnis adressieren und freue mich daher sehr über die kommenden Herausforderungen. Der nächste Technologiesprung wird uns nur gelingen, wenn wir Vertrauen in die Technologie schaffen und regulatorische Zulassungsfragen möglichst effizient angehen“, sagt Dr. Robert Kilian.

Kaum Ansätze für eine standardisierte KI-Prüfung

Autonome Fahrzeuge im Straßenverkehr, Machine Learning in der Medizin, Industrieroboter an den Fertigungsbändern – obwohl KI bereits in vielen sensiblen Bereichen zum Einsatz kommt, gibt es bisher kaum Ansätze für eine standardisierte Prüfung der entsprechenden Software und ihrer Algorithmen. Zugleich wächst der regulatorische Druck bei der Zulassung KI-basierter Produkte.

Die Idee von CertifAI geht dementsprechend weit über den reinen Zulassungsprozess hinaus: „Wir möchten Unternehmen nicht nur bei Zertifizierungsfragen unterstützen, sondern mit automatisierten Tools für die Prüfung entlang des gesamten Product Lifecycles auch die Effizienz und Zuverlässigkeit der entsprechenden Prozesse erhöhen“, sagt Hendrik Reese.

Rund 100 Fachleute für KI, Regulatorik und Software-Entwicklung sollen in den nächsten Jahren bei CertifAI an neuen Projekten arbeiten.

„Wir sind bestens aufgestellt, um die Herausforderungen unserer ersten Kunden anzugehen und eine einheitliche, plausible und vertrauenswürdige Basis für die Prüfung von KI-basierten Produkten zu legen. Mit der Zertifizierungsexpertise, der öffentlichen Perspektive der Innovationsstarter Fonds Hamburg GmbH und dem Digitalisierungs-Know-how bringen alle Shareholder wichtige Kompetenzen dafür mit ein“, sagt Dr. Robert Kilian.

Weitere Informationen gibt es unter www.pwc.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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