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Vom Trend zur Innovation

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, diskutiert die wichtigsten Automatisierungs-Trends für 2023. Rückblick auf die Trends für 2022 Vor fast genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle vier Trends der Automatisierung beschrieben (s. Weekly vom 13.01.2022): Ethernet-APL Verwaltungsschale Offenheit Flexible Digitalisierungslösungen Inzwischen haben sich diese Trends bestätigt, wie ein genauer Blick ein […]

von | 12.01.23

Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz, Chefredakteur Industry des atp magazins, diskutiert die wichtigsten Automatisierungs-Trends für 2023.

Rückblick auf die Trends für 2022
Vor fast genau einem Jahr habe ich an dieser Stelle vier Trends der Automatisierung beschrieben (s. Weekly vom 13.01.2022):

  1. Ethernet-APL
  2. Verwaltungsschale
  3. Offenheit
  4. Flexible Digitalisierungslösungen

Inzwischen haben sich diese Trends bestätigt, wie ein genauer Blick ein Jahr später zeigt:

  1. Ethernet-APL
    Für Ethernet-APL gibt es von mehreren Herstellern Field Switches und Power Switches, sowohl für Ex-Zone 1 als auch 2. Viele Feldgeräte sind für 2023 angekündigt und erste Großunternehmen setzen für Neuprojekte auf Ethernet-APL.
  2. Verwaltungsschale
    Die Asset Administration Shell hat sich zur „zentralen Lösung für den interoperablen Datenaustausch für IoT-Projekte entwickelt“ wie es der stellv. Vorsitzende der IDTA, Dr. Horst Heinol-Heikkinen, im Editorial des atp magazins 11/12-2022 beschreibt. Sie „hängt nicht an dem Engagement einiger weniger Personen“, sondern wird von einer „sehr starken und professionalisierten Community“ getragen (Prof. Michael Hoffmeister, Interview im atp magazin 11/12-2022). Sie befindet sich in der finalen Abstimmung der IEC 63278 und erste Unternehmen haben angekündigt, für alle Produkte einen Digitalen Zwilling als Verwaltungsschale bereitzustellen.
  3. Offenheit
    Mehr und mehr Unternehmen erkennen, dass Offenheit größere Akzeptanz findet als proprietäre Lösungen. Die Referenzarchitektur der Open Industry 4.0 Alliance wird allgemein genutzt, für verfahrenstechnische Module wird der Module Type Package (VDI/VDE/NAMUR 2658) verwendet und für Roboterschnittstellen die Richtlinie VDA 5050
  4. Flexible Digitalisierungslösungen
    Flexible Digitalisierungslösungen werden nach den Kundenwünschen implementiert – an der Maschine („on edge“), beim Betreiber („on premises“), bei Lösungsherstellern oder in Public Clouds.

Die Trends für 2023
Die für 2022 vorhergesagten Trends haben sich also alle bestätigt. Doch was sind jetzt die Trends für 2023? So bequem hat man es selten: Ich sehe für das neue Jahr die gleichen Trends wie im Vorjahr. Ganz offensichtlich sind das Entwicklungen, die uns für mehrere Jahre beschäftigen werden. Insofern hat sich leider auch meine fünfte Vorhersage aus dem Vorjahr bewahrheitet:

„All das wird in den Betrieben der Prozessindustrie viel langsamer ankommen als gedacht.“

Das lag sicher zu großen Teilen an anderen Herausforderungen: Wenn die Hälfte der R&D-Abteilungen Redesigns macht, um Lieferengpässe von Chips zu umgehen; wenn die steigenden Energiekosten Produktionen unwirtschaftlich machen; wenn Fachkräfte fehlen und nicht ersetzt werden können, dann gibt es einfach weniger Ressourcen für Innovationen.

Implementation Gap
So öffnet sich die Schere zwischen dem, was möglich und nötig wäre – und dem, was tatsächlich implementiert wird. Ich nenne das „Implementation Gap“, das US-Unternehmen Workday spricht vom „Acceleration Gap“.

Diese Lücke kann aber neben den genannten Ressourcen-Engpässen auch andere Ursachen haben: Bei vielen Projekten (gern „Leuchtturm-Projekte“ genannt) wird mit hohem Aufwand ein Beispiel erzeugt, bei dem klar erkennbar ist, dass der manuelle Aufwand zur Erstellung und Pflege nicht tragbar ist. Und offensichtlich fehlt vielen Unternehmen der Wille oder die Kraft, gute Lösungen flächendeckend einzusetzen – aber es kommt bei der Digitalisierung nicht darauf an, nur mitzumachen, sondern die Unternehmen zukunftssicher zu transformieren.

Mein Wunsch für 2023
Ich wage nicht, es als Trend vorherzusagen, sondern nenne es ganz vorsichtig meinen Wunsch für 2023: Ich hoffe, dass die inzwischen vorhandenen Technologien systematisch ausgerollt werden. Denn nur, wenn man sie auch nutzt, werden neue Möglichkeiten zu Innovationen.

„Also: Von der Option zur Innovation!“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für das Jahr 2023.
Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz
Chefredakteur Industry atp magazin
atp@TAUTOMATION.consulting

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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