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ABB und Zume setzen sich gegen Einweg-Plastik ein

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Autor: Jana Kötter

ABB und Zume setzen sich gegen Einweg-Plastik ein
ABB-Roboter automatisieren die Produktion von Zume und ermöglichen eine schnelle und skalierbare Herstellung der Verpackungen als kostengünstige Alternative zu Einweg-Plastik. (Foto: ABB Robotics)

Um den Weg weg von Einweg-Plastik und hin zu biologisch abbaubaren Verpackungen zu ebnen, ist ABB Robotics eine Kooperation mit dem kalifornischem Unternehmen Zume eingegangen. Zume ist globaler Anbieter von eben solchen ökologischen Verpackungen. Durch die Lieferung von ABB-Roboterzellen kann Zume die Produktion nachhaltiger Verpackungen global ausweiten und somit die Abhängigkeit von Einweg-Plastik verringern.

Große Kapazitäten bei ABB

In den nächsten fünf Jahren wird ABB weltweit mehr als 1.000 Faserguss-Fertigungszellen (molded fiber manufacturing cells, MFC) in Anlagen von Zume-Kunden integrieren und installieren, darunter auch bis zu 2.000 Roboter. Dank ihrer Programm-Managementkapazitäten und Automatisierungsexperten in den Global Solution Centers, gewährleistet ABB Umfang, Modularität und Schnelligkeit, die für den Aufbau der Produktionslösungen erforderlich sind. Auf diese Weise können jährlich mehrere Millionen nachhaltige Verpackungen produziert werden. Über finanzielle Details der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart.

Nachfrage nach Alternativen zu Einweg-Plastik steigt

Verpackungshersteller stehen unter dem zunehmenden Druck von Verbrauchern und politischen Entscheidungsträgern, Alternativen zu Einweg-Plastikverpackungen zu entwickeln. Neue Verpackungen müssen nicht nur nachhaltig, sondern auch genauso leicht formbar und kosteneffizient sein wie Kunststoff. Das Verpackungsmaterial von Zume besteht aus nachhaltigen Pflanzenresten, die bei der landwirtschaftlichen Produktion zurückbleiben – darunter beispielsweise Bambus, Weizen und Stroh. Verglichen mit der Herstellung und Entsorgung von Kunststoffverpackungen verbraucht pflanzliches Material deutlich weniger Wasser und Energie und verursacht gleichzeitig weniger CO₂-Emissionen. Im Gegensatz zu Plastik sind Verpackungen auf pflanzlicher Basis zudem zu 100 Prozent biologisch abbaubar. „Indem wir die Herstellung der nachhaltigen Verpackungen von Zume mit ABB-Robotern automatisieren, schaffen wir eine tragfähige und wirtschaftliche Alternative zu Einweg-Plastik. Zusammen mit Zume haben wir die Möglichkeit, Billionen von Plastikteilen einzusparen, knapper werdende Ressourcen zu schonen und zu einer klimafreundlicheren Welt beizutragen”, sagte Sami Atiya, Leiter des ABB Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation. „Robotergestützte Automatisierung bietet heutzutage viele Möglichkeiten, die Welt nachhaltiger zu gestalten. Indem wir effizienter produzieren, können wir Energieverbrauch, Emissionen und Produktionsabfälle senken. Unsere Vereinbarung zeigt, was möglich ist, wenn Unternehmen zusammenarbeiten, die sich für eine klimaverträgliche Gesellschaft einsetzen.”

Zume bietet nötige Innovationen

Zume hat ein innovatives Fertigungsverfahren entwickelt und patentiert, mit dem biologisch abbaubare Verpackungen für unterschiedlichste Produkte hergestellt werden können – von Lebensmitteln über Kosmetika bis hin zu Konsumgütern. Die Verpackungen werden aus Pflanzenresten mit Hilfe von Zumes Faserguss-Zellen geformt, in welche zwei IRB 6700 ABB-Roboter integriert werden. Jede Zelle kann bis zu zwei Tonnen Pflanzenreste pro Tag verarbeiten – das entspricht der Produktion von 80.000 nachhaltigen Verpackungen. Gemeinsam mit ABB plant Zume, Fabriken mit jeweils bis zu 100 Roboterzellen auszurüsten. Aufgrund der Automatisierung, Schnelligkeit und Skalierbarkeit, die durch die Faserguss-Zellen gewährleistet werden, verfügt jeder Standort über die Kapazität pro Jahr 71.000 Tonnen Pflanzenreste zu verarbeiten und bis zu zwei Milliarden nachhaltige Verpackungen zu produzieren. „Wir erwarten, dass es bis zum Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren geben wird. Deshalb ist es wichtig, dass wir auf Einweg-Plastik verzichten”, sagte Alex Garden, Chairman und CEO von Zume. „Wir arbeiten weltweit mit Experten von ABB im Bereich Automatisierung zusammen, um gemeinsam Automatisierungslösungen für unsere Kunden zu entwickeln und zu integrieren. Damit werden wir die Verpackungsindustrie von Grund auf verändern und zeigen gleichzeitig, wie eine nachhaltige Produktion aussehen kann. Die Roboter von ABB sind flexibel und skalierbar, was einen effizienten, automatisierten Fertigungsprozess ermöglicht. Somit können wir eine kostengünstige und biologisch abbaubare Alternative zu Kunststoff anbieten und Herstellern dabei helfen, nachhaltiger zu werden.”

Erstes Pilotprojekt gegen Einweg-Plastik bereits gestartet

Das erste gemeinsame Pilotprojekt von Zume und ABB wurde zusammen mit Satia Industries Limited lanciert, einem der größten Hersteller von Papier aus Holz und landwirtschaftlichen Erzeugnissen in Indien. Im Rahmen des Projekts entsteht eine Anlage mit 10 Fertigungszellen, die 20 Tonnen Weizenstroh täglich verarbeiten und zu 100 Prozent biologisch abbaubare Verpackungen für verschiedene Industrien produzieren werden. „Unsere Kunden wünschen sich Produkte, die qualitativ hochwertig, bezahlbar und zuverlässig sind, aber gleichzeitig auch nachhaltig produziert werden und leicht kompostierbar sind. Dank der Zusammenarbeit mit Zume und ABB können wir die Erwartungen unserer Kunden nicht nur erfüllen, sondern übertreffen diese sogar”, sagte Dr. Ajay Satia, Chief Managing Director von Satia Industries. „Damit schaffen wir nicht nur erheblichen Mehrwert für das Unternehmen, sondern schonen auch unseren Planeten: Wir helfen unseren Kunden beim Umstieg auf nachhaltige Verpackungslösungen, die moderner, zuverlässiger und individueller sind als die Produkte, die sie heute nutzen.”

Weitere Pilotprojekte sind bereits geplant, zum Beispiel bei der Parason Group, einem ebenfalls in Indien ansässigen weltweit führenden Zulieferer für Papier- und Zellstoffmaschinen, sowie bei Jefferson Enterprise Energy, der ersten vollständig mit erneuerbaren Energien betriebenen Fabrik für kompostierbare Verpackungen in Texas, USA.

1 Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP)

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