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Energieeffizienz-Index: Industriestrompreis als Nachhaltigkeits-Booster

Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart hat die neuesten Ergebnisse des Energieeffizienz-Index veröffentlicht. Über 820 Teilnehmer haben sich im aktuellen Erhebungszeitraum zu den drei Teilindizes geäußert. Im Fokus standen aktuell das neue Energieeffizienzgesetz sowie der Brückenstrompreis in Deutschland. Seit 2013 erhebt das EEP halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen […]

von | 06.12.23

Die Mehrheit der Unternehmen erkennt in einem gedeckelten Strompreis die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Das Institut für Energieeffizienz in der Produktion EEP der Universität Stuttgart hat die neuesten Ergebnisse des Energieeffizienz-Index veröffentlicht. Über 820 Teilnehmer haben sich im aktuellen Erhebungszeitraum zu den drei Teilindizes geäußert. Im Fokus standen aktuell das neue Energieeffizienzgesetz sowie der Brückenstrompreis in Deutschland.

Seit 2013 erhebt das EEP halbjährlich aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zur Energieeffizienz. Der EEI wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland sowie weiteren Partnern erstellt.

Kürzere Amortisationszeiten steigert Relevanz der Energieeffizienz

Die Relevanz von Energieeffizienz wächst stetig und der Bedeutungsindex übertrifft die bisherige Höchstwerte. Parallel dazu steigt der Investitionsindex um 0,75 Punkten auf einen Indexwert von 1,61. In der letzten Erhebung hatte dieser Teilindex mit 0,86 einen historischen Tiefstand. Aufgrund der aktuell unsicheren Rahmenbedingungen für Investitionen rechnen Unternehmen mit kürzeren Amortisationszeiten für Energieeffizienzmaßnahmen. Etwa 70% der Unternehmen gehen davon aus, dass sich solche Maßnahmen innerhalb von fünf Jahren amortisieren sollten.

Neues Energieeffizienzgesetz verpflichtet zu konkreten Umsetzungsplänen

Das neue Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verpflichtet Unternehmen mit einem Energieverbrauch von mehr als durchschnittlich 7,5 Gigawattstunden (GWh) in den letzten drei Jahren, ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzuführen. Etwa 27% der teilnehmenden Unternehmen der aktuellen Index Erhebung sind damit angehalten zu handeln. Zusammen mit den Unternehmen, die einen jährlichen durchschnittlichen Energieverbrauch von über 2,5 GWh im gleichen Zeitraum haben, müssen sie innerhalb von drei Jahren konkrete Umsetzungspläne von als wirtschaftlich identifizierten Endenergieeinsparmaßnahmen erstellen und veröffentlichen. Aus der Erhebung geht hervor, dass dies auf insgesamt etwa die Hälfte der befragten Unternehmen zutrifft.

Ebenfalls etwa die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen gibt an, über ausreichende interne Kompetenzen für die Umsetzung eines Energiemanagementsystems (EnMS) zu verfügen. Etwa ein Drittel zieht externe Unterstützung heran oder baut eigene Kapazitäten für die Implementierung auf. Drei Viertel der Befragten befürchten zu hohe Umsetzungskosten, während nahezu ein Drittel der Unternehmen angab, durch die Einführung von Energiemanagementsystemen Vorteile in der erhöhten Transparenz bezüglich dem Energieverbrauch trotz der damit verbundenen Kosten zu sehen.

Abwärme wird bereits von einem Drittel der Unternehmen genutzt

Das Gesetz fordert weiterhin Unternehmen auf, Abwärme zu vermeiden oder zu nutzen. Etwa 36% der befragten Unternehmen geben an, solche Maßnahmen bereits anzuwenden oder sich in der Umsetzungsphase zu befinden. Zusätzlich haben 11% der Unternehmen angegeben, das Potenzial zur Nutzung von Abwärme zwar ermittelt, aber noch nicht erschlossen zu haben. Wärmeübertragung, Wärmespeicherung oder Wärmepumpen werden häufig als geeignete Technologien genannt, wobei die Eigennutzung oft im Vordergrund steht.

Industriestrompreis ist zusätzlicher Anreiz für nachhaltige Transformation

Die Mehrheit der Unternehmen erkennt in einem gedeckelten Strompreis die Möglichkeit, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Ungefähr ein Drittel schätzt, dass sie damit ihre Produktionskapazitäten aufrechterhalten könnten. Besonders hervorzuheben ist, dass viele Unternehmen in einem gedeckelten Industriestrompreis einen zusätzlichen Anreiz für nachhaltige Transformationsvorhaben sehen. Zum Beispiel müssten geplante Investitionen zur Steigerung von Energieeffizienz nicht aufgeschoben werden, Dekarbonisierungsmaßnahmen könnten intensiviert und Strategien zur Energieautarkie beschleunigt werden.

„Im Verlauf der letzten Erhebungen sehen wir eine immer differenziertere Auseinandersetzung der Unternehmen mit dem Thema Energieeffizienz. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Der regulatorische und bürokratische Bogen darf aber auch nicht überspannt werden. Die Pflicht zur Einführung von Energiesystemen ist hier meines Erachtens an der Grenze,“ so Professor Alexander Sauer, Leiter des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion (EEP).

Weitere Informationen gibt es unter www.eep.uni-stuttgart.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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