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AKW-Abschaltung: VDI sieht keine gravierenden Auswirkungen

Am 15. April wurden die letzten sich in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Der VDI sieht darin keine gravierenden Auswirkungen auf unser Energiesystem. Beim Rückbau gebe es laut dem Verband jedoch einiges zu beachten. AKW-Abschaltung hat keine Auswirkungen auf Stromerzeugung Deutschland ist am 15. April aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten drei deutschen Kernkraftwerke […]

von | 17.04.23

Anders als hier in Antwerpen, Belgien, sind alle deutschen AKW seit dem 15.04. abgeschaltet.

Am 15. April wurden die letzten sich in Betrieb befindlichen Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet. Der VDI sieht darin keine gravierenden Auswirkungen auf unser Energiesystem. Beim Rückbau gebe es laut dem Verband jedoch einiges zu beachten.

AKW-Abschaltung hat keine Auswirkungen auf Stromerzeugung

Deutschland ist am 15. April aus der Atomenergie ausgestiegen. Die letzten drei deutschen Kernkraftwerke werden abgeschaltet.

„Auf unser Energiesystem wird die von langer Hand geplante Abschaltung der Kernkraftwerke keine gravierenden Auswirkungen haben, da die Kernkraft in Deutschland im Jahr 2022 nur noch einen Anteil an der Stromerzeugung von ca. 6 % hatte und ihre installierte Leistung nur noch bei 4 GW lag“, so Prof. Harald Bradke, Vorsitzender des Interdisziplinären Gremiums Klimaschutz und Energiewende.

Leistung kann kurzfristig ersetzt werden

Der VDI zieht hierfür Vergleiche an. Die installierte Leistung der ebenfalls regelbaren Braunkohle-Kraftwerke betrug 18 GW, ebenfalls 18 GW bei Steinkohle und 31 GW Erdgas-Kraftwerke. Die stillgelegte Leistung der Kernkraftwerke kann auch kurzfristig ersetzt werden. Bradke spricht sich für eine Forcierung des Ausstiegs aus der Nutzung fossiler Brennstoffe aus. „Die erhöhten CO2-Emissionen müssen auf diese Weise kompensiert werden“, sagt der VDI-Experte. Zu den beiden zentralen Aspekten gehören:

  • ein verstärkter Ausbau der erneuerbaren Energien
  • optimierte Steuerung steuerbarer Verbraucher (z. B. das Laden von batterieelektrischen Fahrzeugen oder der Betrieb von elektrischen Wärmepumpen)

Auf diese Weise kann die fluktuierende Stromerzeugung der erneuerbaren Energien ausgeglichen werden.

Was beim Rückbau der Atomkraftwerke zu beachten ist

Beim Rückbau der Atomkraftwerke stehen diverse Schritte an, bevor das radioaktiv kontaminierte Material in die Zwischenlagerung und die abschließende Endlagerung überführt wird. Die weiteren Rückbauschritte hängen laut VDI auch von dem Fortschritt der notwendigen Genehmigungsverfahren ab. Bei den drei Kernkraftwerken, die nun abgeschaltet werden, handelt es sich um Druckwasserreaktoren. Bei diesem Bautyp werden zur Dekontamination die Elemente des Primärkreises mit Säure frei gespült. Der Rückbau des Primärkreises, in dem der Reaktordruckbehälters (RDB) und der Dampferzeuger enthalten sind, ist am aufwändigsten. Der RDB ist radioaktiv kontaminiert.

Der Rückbau eines Kernkraftwerkes dauert ca. zehn Jahre, anschließend werden die radioaktiv kontaminierten Abfälle zwischengelagert. Die Kosten und Risiken einer sicheren Endlagerung der abgebrannten Kernbrennstoffe sind noch nicht endgültig abschätzbar, zumal die Suche nach einem sicheren Endlager in Deutschland noch nicht abgeschlossen ist.

Weitere Informationen zu den technischen Rückbauschritten finden Sie auf www.vdi.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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