Zum Start der SPS 2024 in Nürnberg hat der ZVEI auf seiner Pressekonferenz einen Einblick in die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche gegeben. Laut dem Verband hat die Automatisierungsindustrie nach wie vor mit sinkenden Auftragszahlen zu kämpfen. Für das 4. Quartal rechnet der ZVEI aber mit einer leichten Verbesserung der Konjunktur.
„Nur wenn wir schnellstmöglich die vorhandenen Effizienzpotenziale durch Automation nutzen und digitale, vernetzte Lösungen wie Industrie 4.0 skalieren und Factory-X gemeinsam vorantreiben, schaffen wir positive Impulse für die Konjunktur“, schätzt Rainer Brehm, Vorsitzender des ZVEI-Fachverbands Automation, die Lage der Wirtschaft und den wichtigen Innovationsbeitrag der Automationsbranche ein.
ZVEI fordert Effizienzwende für Industrie aber auch die Politik
Auf der heute in Nürnberg startenden SPS sagte er weiter: „Wir brauchen eine Effizienzwende – nicht nur in der Industrie, sondern insbesondere in der Politik. Die Unternehmen benötigen wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. Sie müssen von unnötiger Bürokratie entlastet werden, um wieder mehr Raum für Innovationen zu schaffen.“ Aktuelle Umfragen etwa der KfW machten deutlich, dass der Faktor Bürokratie noch vor Steuern und Energiekosten zum größten Standortrisiko für die deutsche Industrie geworden ist.
Statt stetig zunehmender Regulierung sei Unterstützung für digitale Infrastrukturen und Initiativen wie Manufacturing-X wichtig.
„Wir müssen den Aufbau souveräner Datenökosysteme und die Entwicklung von Industrie 4.0 sowie industrieller KI-Anwendungen in vernetzten Wertschöpfungsketten fördern – um die Effizienz zu steigern und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen“, fordert Brehm.
Auftragslage bessert sich im 4. Quartal
Im September 2024 gingen bei den Unternehmen der Automation 5,4 % weniger Aufträge ein als ein Jahr zuvor. Im Gesamtzeitraum von Januar bis September 2024 lagen die Bestellungen 7,0 % unter ihrem Vorjahreswert. Der Umsatz sank im September um 6,8 %. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ging er insgesamt um 8,3 %zurück. Für das 4. Quartal rechnet der ZVEI aufgrund von Basiseffekten aus dem Vorjahr mit einem geringeren Rückgang. Der Ausblick auf 2025 ist derzeit noch getrübt. „Die Automation folgt der Konjunktur ihrer Abnehmerbranchen“, so Brehm.
Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.







