Der ZVEI hat binnen weniger Tage zwei unterschiedliche, für die Elektro- und Digitalindustrie relevante Themen adressiert: die energiepolitischen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland und die Nachwuchsförderung für die Industrie 4.0. Im Vorfeld der Hannover Messe kritisierte der Verband das vom Koalitionsausschuss vorgestellte Energieentlastungspaket als kurzfristig und ohne nachhaltige strukturelle Wirkung. Im Mittelpunkt der Kritik steht vor allem, dass eine Senkung der Stromsteuer erneut ausgeblieben ist.
ZVEI fordert Absenkung der Stromsteuer
Nach Darstellung des ZVEI wäre eine Absenkung der Stromsteuer auf das EU-Mindestmaß ein unmittelbares Signal für mehr Elektrifizierung und geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Der Verband verweist darauf, dass eine solche Maßnahme bereits im Koalitionsvertrag zugesagt worden sei. ZVEI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Weber bezeichnete das Ausbleiben der Stromsteuersenkung als Standortnachteil für Deutschland.
Industrie4.0@School auf der Hannover Messe
Wenige Tage später stellte der Verband auf der Hannover Messe ein anderes Zukunftsthema in den Vordergrund: die Qualifizierung von Fachkräften für die digitalisierte Industrie. Am 20. April 2026 besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz den ZVEI-Stand und informierte sich dort über das gemeinsame Bildungsprojekt mit der David-Roentgen-Schule in Neuwied. ZVEI und Schule arbeiten nach Verbandsangaben bereits seit 2013 im Projekt „Industrie4.0@School“ zusammen.
Die Schülerinnen und Schüler präsentierten auf der Messe unter anderem eine selbst entwickelte Smart Factory sowie einen Cobot, der Materialien per Bilderkennung identifiziert. Ziel des Projekts ist es, industrielle Produktionsweisen und digitale Technologien interdisziplinär in die berufliche Bildung zu integrieren. Der ZVEI sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Industriestandorts.
Zugleich verweist der Verband auf den anhaltenden Fachkräftebedarf in der Branche. Zwar stieg die Zahl der Auszubildenden in der Elektro- und Digitalindustrie 2024 gegenüber dem Vorjahr auf 31.937, sie lag damit aber weiterhin unter dem Niveau von 2019 mit 33.524 Auszubildenden. Das entspricht einem Rückstand von 4,7 %.
Damit setzt der ZVEI derzeit sowohl bei der politischen Rahmensetzung für Elektrifizierung als auch bei der Ausbildung des industriellen Nachwuchses Akzente. Während der Verband bei der Energiepolitik strukturelle Entlastungen anmahnt, zeigt er mit dem Schulprojekt auf der Hannover Messe zugleich konkrete Ansätze für die nächste Generation der Industrie 4.0 auf.
Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.








