Generic filters
FS Logoi

ZVEI: Geschäftsklima erholt sich trotz weniger Aufträge

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im März 2025 im nunmehr dritten Monat in Folge erholt. Trotzdem verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Februar 2025 1,4 % weniger Auftragseingänge als im entsprechenden Vorjahresmonat, wie der ZVEI berichtet. „Zudem wurde der zunächst für Januar gemeldete leichte Bestellzuwachs nachträglich samt Vorzeichenwechsel abwärts revidiert, sodass jetzt auch hier ein Minus in den Büchern steht“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Trotzdem seien die Branchenmeldungen mit Vorsicht zu genießen, da die eventuellen Auswirkungen der US-Zölle der Trump-Regierung noch nicht berücksichtigt werden konnten.

von | 22.04.25

Noch ist unklar, welche Folgen die US-Zölle der Trump-Regierung auf die deutsche Elektro- und Digitalindustrie haben.
Foto: Kalyakan - stock-adobe.com

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im März 2025 im nunmehr dritten Monat in Folge erholt. Trotzdem verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie im Februar 2025 1,4 % weniger Auftragseingänge als im entsprechenden Vorjahresmonat, wie der ZVEI berichtet. „Zudem wurde der zunächst für Januar gemeldete leichte Bestellzuwachs nachträglich samt Vorzeichenwechsel abwärts revidiert, sodass jetzt auch hier ein Minus in den Büchern steht“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. Trotzdem seien die Branchenmeldungen mit Vorsicht zu genießen, da die eventuellen Auswirkungen der US-Zölle der Trump-Regierung noch nicht berücksichtigt werden konnten.

Große Diskrepanz zwischen Inlands- und Auslandsorders

Die Inlands- und Auslandsbestellungen entwickelten sich im Februar gegensätzlich: Während erstere nochmals um 9,6 % rückläufig waren, zogen letztere um 5,6 % an. Dabei erhöhten Kunden aus der Eurozone ihre Orders um 4,5 %, und aus Drittländern gingen 6,3 % mehr Neuaufträge ein.

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres lagen die branchenweiten Auftragseingänge damit zusammengenommen 1,6 % unter Vorjahr. Hier standen sich ein Minus bei den Inlandsorders von 11,4 % und ein Plus bei den Auslandsaufträgen von 6,7 % gegenüber. Die Bestellungen aus dem Euroraum verkürzten sich leicht um 0,5 %, wohingegen die Orders aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums um 10,9 % wuchsen.

Produktion und Umsatz fiel Anfang 2025 geringer aus als im Vorjahr

Die reale Produktion elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse in Deutschland fiel im Februar 2025 mit minus 3,7 % ebenfalls geringer aus als im gleichen Vorjahresmonat. Auch hier wurde der Januar-Wert nachträglich deutlich nach unten korrigiert. Für die kumulierte Entwicklung in den ersten beiden Monaten dieses Jahres resultiert daraus ein Output-Rückgang um 4,8 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Mit 17,3 Milliarden Euro verzeichnete auch der aggregierte Branchenumsatz im Februar 2025 einen Rückgang von 5,2 % gegenüber Vorjahr. Dabei gaben die Inlandserlöse (- 8,2 % auf 8,0 Mrd. €) stärker nach als die Geschäfte mit ausländischen Partnern (- 2,7 % auf 9,3 Mrd. €). Mit Kunden aus der Eurozone wurden im Februar 3,6 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr erlöst (- 6,1 %). Die Verkäufe an Drittländer waren nur leicht rückläufig (- 0,7 % auf 5,7 Mrd. €).

Im Gesamtzeitraum von Januar bis Februar dieses Jahres kam der Elektroumsatz aus deutscher Produktion auf 34,2 Milliarden Euro – ein Minus von 3,7 % gegenüber den ersten beiden Monaten 2024. Die Erlöse verteilten sich auf 15,8 Milliarden Euro (- 6,7 %) an Inlandsgeschäft und 18,4 Milliarden Euro (- 1,2 %) an Auslandsgeschäft. Der Umsatz mit Partnern aus Drittländern erhöhte sich leicht um 0,7 % auf 11,2 Milliarden Euro, während das Geschäft mit Kunden aus dem Euroraum um 4,4 % auf 7,2 Milliarden Euro nachgab.

Geschäftsklima erholt sich im vergangenen Quartal

Nach dem deutlichen Sprung nach oben im Februar waren die Produktionspläne der deutschen Elektrounternehmen im März wieder leicht rückläufig. Auch die Beschäftigungspläne gaben zuletzt um zwei Prozentpunkte nach. Aktuell zählt die deutsche Elektro- und Digitalindustrie 889.500 Beschäftigte, wovon 28.000 kurzarbeiten.

Das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie hat sich im März 2025 den nunmehr dritten Monat in Folge erholt. „Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich leicht. Gleichzeitig zogen die allgemeinen Geschäftserwartungen stärker an und schafften es erstmals seit Juni letzten Jahres wieder über die Nullmarke“, so Gontermann. „Allerdings lag der jüngste Befragungsdurchlauf noch vor der Verkündung der massiven Zölle durch US-Präsident Trump.“

Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Sprachverarbeitung: Gehirn und KI arbeiten mit Vorhersagen
Sprachverarbeitung: Gehirn und KI arbeiten mit Vorhersagen

Bereits beim Zuhören versucht das Gehirn, die nächsten Worte zu antizipieren. Dies hat eine aktuelle Studie eines interdisziplinären Forschungsteams um PD Dr. Patrick Krauss, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), und PD Dr. Achim Schilling, Universität Heidelberg, ergeben. Dafür kombinierten die Forschenden drei Methoden: eine natürliche Hörsituation, hochauflösende Messungen der Hirnaktivität und ein KI-Sprachmodell als Referenz.

mehr lesen
MaterialsCommons gestartet: Gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur
MaterialsCommons gestartet: Gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur

Mit dem Projekt MaterialsCommons entsteht erstmals eine gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur für die Werkstoffforschung und -entwicklung. Unter Koordination von Prof. Dr. Peter Gumbsch (Fraunhofer IWM/KIT) verbindet das von der Europäischen Kommission im Rahmen von Horizon Europe mit 28 Mio. Euro geförderte Vorhaben 26 Forschungseinrichtungen aus 14 Ländern mit über 30 Industriepartnern, darunter Bosch, Siemens, ArcelorMittal, Infineon, Voestalpine und Schaeffler. Ziel ist es, die fragmentierte europäische Werkstoffdatenlandschaft zu vereinheitlichen und die Entwicklung neuer Hochleistungswerkstoffe, um den Faktor 4 zu beschleunigen.

mehr lesen
Claroty: CPS-nativer KI-Agenten für Cybersecurity
Claroty: CPS-nativer KI-Agenten für Cybersecurity

Claroty, spezialisiert für die Sicherheit von cyber-physischen Systemen (CPS), stellt seinen neuen CPS-nativen KI-Agenten Claire vor. Dieser ermöglicht es Unternehmen, ihre geschäftskritische Infrastruktur proaktiv mit bislang nicht erreichter Geschwindigkeit und Präzision mit intuitiver Benutzerführung zu schützen. Claire basiert auf dem weltweit fortschrittlichsten CPS-Sprachmodell, das auf über einem Jahrzehnt Branchenexpertise basiert und mit dem größten CPS-Datenpool trainiert wurde.

mehr lesen
Infineon tritt dem NVIDIA MGX(TM) Ökosystem bei
Infineon tritt dem NVIDIA MGX(TM) Ökosystem bei

Die Infineon Technologies AG, Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und IoT, ist dem NVIDIA MGX(TM) AI Factory Ecosystem beigetreten, um die Stromversorgung für KI-Rechenzentren der nächsten Generation neu zu gestalten.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03