Generic filters
FS Logoi

Was der Digitalisierung in der Industrie im Weg steht

In vielen Unternehmen geht die Digitalisierung nur schleppend voran. Woran das liegt und welche Hürden genommen werden könnten, haben Wissenschaftler der beiden Stuttgarter Fraunhofer-Institute IPA und IAO in der Studie „Blinde Flecken in der Umsetzung von Industrie 4.0 – identifizieren und verstehen“ untersucht. Bewusste Entscheidungen und fehlende Startimpulse Zwei Ursachen, große Wirkung: Die Studie verdeutlicht, […]

von | 16.03.22

Eine Studie zeigt die Hürden zur Digitalisierung in Industrie 4.0

In vielen Unternehmen geht die Digitalisierung nur schleppend voran. Woran das liegt und welche Hürden genommen werden könnten, haben Wissenschaftler der beiden Stuttgarter Fraunhofer-Institute IPA und IAO in der Studie „Blinde Flecken in der Umsetzung von Industrie 4.0 – identifizieren und verstehen“ untersucht.

Bewusste Entscheidungen und fehlende Startimpulse

Zwei Ursachen, große Wirkung: Die Studie verdeutlicht, dass sich manche Unternehmen bewusst gegen eine digitale Transformation entscheiden. Denn für 45 Prozent der Befragten würden sich digitale Lösungen nicht lohnen. Der Aufwand und die fehlende Rentabilität seien hierfür die Ursache. Zusätzlich stehen interne, unternehmensspezifische Faktoren der Digitalisierung im Weg. Denn „oft fehlt zunächst einfach ein Startimpuls“, sagt Holger Kett vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. „Wenn ein Unternehmen ökonomisch solide dasteht, fehlt der Leidensdruck, sich mit Digitalisierungsthemen auseinanderzusetzen“, betont Kett.

Vom Management hin zum fehlenden Internetanschluss

Ein weiterer Hinweis, weshalb sich unsere Wirtschaft schwer mit dem Thema Digitalisierung tut: Der Führungsebene fehlt das Verständnis für digitale Lösungen und Möglichkeiten. Aber auch wenn die Unternehmensführung offen ist für Veränderungen, kann ein unklarer wirtschaftlicher Nutzen die Strategieentwicklung hemmen. Doch auch die Belegschaft spielt eine Rolle. Hier fehle es zumeist an digitalen Kompetenzen. Eine weitere Hürde: der Fachkräftemangel. Diese beiden Faktoren führen in nahezu allen Unternehmen zu kapazitativen Engpässen. Aber auch unzureichende äußere Rahmenbedingungen können die digitale Transformation abbremsen. Dazu zählen: fehlende Standards und Normen, schwer zugängliche Förderangebote oder schlichtweg die unzureichende Anbindung an das Internet.

Digitalisierung: Dem blinden Fleck mutig entgegentreten

„Die Hemmnisse lassen sich allesamt aus dem Weg räumen“, sagt Malte Volkwein vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA. Wichtig sei zunächst, dass die Digitalisierung von höchster Stelle im Unternehmen getragen und getrieben sein müsse. »Die Digitalisierung ist kein Thema, das nur in der IT-Abteilung verortet werden darf«, warnt Volkwein. »Erfolgreiche digitale Projekte beziehen eine Vielzahl an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein und sind geprägt von bereichsübergreifender Kooperation und klarer übergeordneter Koordination.« Die Unternehmensführung müsse klare Visionen, Missionen und Ziele formulieren, an denen alle Digitalisierungsmaßnahmen ausgerichtet werden. Weitere Handlungsoptionen für Unternehmen, Politik und Verbände:

  • Digitale Kultur in Unternehmen etablieren
  • Staatliche Förderlandschaft besser ausrichten
  • Digitale Bildung und lebenslange Weiterbildung fördern
  • Neue Verfahren zur Bewertung von Nutzen und Rentabilität entwickeln
  • Gesamtwirtschaftliches Innovationsumfeld schaffen

Studiendesign

Die Studie konzentriert sich auf produzierende Unternehmen. Als Grundlage führten die Wissenschaftler Interviews mit insgesamt 60 Vertreter:innen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden sowie Ansprechpersonen aus Unternehmen. Die methodische Basis der Expertise ist die sogenannte „Grounded Theory“, bei der mittels der Analyse von Interviews, Beobachtungen und anderen empirischen Daten eine neue Theorie für ein Phänomen entwickelt wird, dessen Ursachen noch unbekannt sind. Sie steht Ihnen hier kostenfrei zur Verfügung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Die Studie verdeutlicht, dass sich manche Unternehmen bewusst gegen eine digitale Transformation entscheiden. Doch das sei nicht die einzige Hürde. Foto: acatech

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Daniel Hager ist neuer ZVEI-Präsident
Daniel Hager ist neuer ZVEI-Präsident

Der ZVEI bekommt eine neue Verbandsspitze: Daniel Hager ist vom Vorstand für drei Jahre zum ZVEI-Präsidenten gewählt worden. „Die Digital- und Elektroindustrie ist eine der tragenden wirtschaftlichen Säulen unseres Landes“, betonte Hager unmittelbar nach seiner Wahl. Hager folgt auf Dr. Gunther Kegel, der dem Verband zuvor für zwei Wahlperioden vorgestanden hatte.

mehr lesen
Neues acatech-Impulspapier: Gemeinwohl als Leitbild der Digitalisierung
Neues acatech-Impulspapier: Gemeinwohl als Leitbild der Digitalisierung

Die digitale Transformation verändert Wirtschaft, Verwaltung, Medien und Gesellschaft tiefgreifend. In ihrem aktuellen Impulspapier „Mensch und Gesellschaft in der digitalen Transformation“ analysiert acatech die Herausforderungen der Digitalisierung und formuliert Gestaltungsprinzipien für einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Technologien. Das Papier steht zum kostenfreien Download zur Verfügung.

mehr lesen
Hohe Erwartungen, wenig formale Rechte: KI-Verantwortliche brauchen Rückendeckung
Hohe Erwartungen, wenig formale Rechte: KI-Verantwortliche brauchen Rückendeckung

An KI-Verantwortliche in deutschen Unternehmen werden hohe Erwartungen gestellt, strategisch, operativ und koordinierend. Was ihnen oft fehlt, sind weniger Kompetenzen, sondern formale Entscheidungsrechte. Das ist das zentrale Ergebnis des „NEXperts KI-Manager-Kompass 2026“ , einer systematischen Studie zur Situation von KI-Verantwortlichen im deutschsprachigen Mittelstand. Befragt
wurden 110 Personen mit explizitem KI-Bezug in ihrer Rolle, ergänzt durch 12 qualitative Tiefeninterviews. Die gesamte Studie steht zum kostenfreien Download bereit.

mehr lesen
ERP-Systeme: Effizienz hängt von Qualität der Daten ab
ERP-Systeme: Effizienz hängt von Qualität der Daten ab

Der Nutzen eines ERP-Systems hängt entscheidend von der Qualität der Daten ab. Doch genau auf diesem Gebiet haben viele mittelständische Industrieunternehmen Nachholbedarf, wie der ERP-Hersteller Planat in einer Pressemeldung erklärt. Bereits kleine Inkonsistenzen in der Datenpflege können zu großen Effizienzverlusten führen. Zusätzlich stellt das enorme Datenwachstum Unternehmen vor große Herausforderungen.

mehr lesen
PROFIBUS & PROFINET International veröffentlicht neues Security-Whitepaper
PROFIBUS & PROFINET International veröffentlicht neues Security-Whitepaper

PROFIBUS & PROFINET International (PI) hat ein neues gemeinsames technisches Positionspapier zum sicheren Einsatz industrieller Kommunikationsprotokolle veröffentlicht. Das Dokument wurde im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit der FieldComm Group, der ODVA und der OPC Foundation erarbeitet. Das Whitepaper steht zum kostenfreien Download zur Verfügung.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03