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Verkehrswende: VDI fordert bedeutendere Rolle der Bahn

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Autor: Jonas Völker

Verkehrswende: VDI fordert bedeutendere Rolle der Bahn
Die Nachwuchsgewinnung zählt laut dem VDI-Fachbeirat Bahntechnik zu den zentralen Handlungsfeldern. Bis 2030 muss ca. die Hälfte aller Ingenieurstellen im Bahnbereich neu besetzt werden.

Zur Erreichung der Klimaziele sowie im Rahmen der Verkehrswende wird und muss der Schienenverkehr laut dem VDI eine noch bedeutendere Rolle beim Transport von Personen und Gütern einnehmen. Doch wie bekommen wir mehr auf die Schiene? Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nils Nießen, RWTH Aachen, forscht und lehrt an der Lösung und sieht drei zentrale Herausforderungen.

Nachwuchsgewinnung als zentrales Handlungsfeld

Ingenieurinnen und Ingenieure, die verschiedene Technikbereiche abdecken, sind unerlässlich für die Verkehrswende. Mit Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen und dem Verkehrsingenieurwesen seien nur einige der Kerndisziplinen genannt.

Die Nachwuchsgewinnung zählt laut dem VDI-Fachbeirat Bahntechnik zu den zentralen Handlungsfeldern. Daneben sieht der Fachbeirat eine Stärkung des Schienengüterverkehrs sowie eine höhere Kapazität für die Verkehrswende als unerlässlich, um die Bahntechnik fit für die Verkehrswende zu machen. In der Publikation ” Bahntechnik fit machen für die Verkehrswende” sind Handlungsfelder enthalten, um über die großen Themen der Verkehrswende in den Dialog zu treten.

“Die Bahn kann die Anforderungen nicht mehr erfüllen”

Überlastete Streckennetze, verspätete Züge, Baustellen: Die Bahn scheint auch aus Sicht des VDI überlastet. Univ.-Prof. Dr.-Ing. Nils Nießen, Vorsitzender des VDI-Fachbeirats Bahntechnik, sagt im VDI-Podcast “Technik aufs Ohr”: “Die Bahn kann die Anforderungen an Zuverlässigkeit aktuell nicht immer erfüllen. Im Fernverkehr liegen wir bei einer Pünktlichkeit von 60%. Wir stecken in einem Dilemma, denn die Ziele sind hochgesteckt. Im Personenverkehr soll die Anzahl verdoppelt werden, der Koalitionsvertrag sieht den Wunsch nach mehr Verkehr auf der Schiene vor. Und das alles bis 2030.”

Prof. Nießen sieht drei zentrale Herausforderungen:

  1. Zu wenig Infrastruktur – Strecken und Weichen fehlen
  2. Bestehende Infrastruktur ist teilweise in einem schlechten Zustand – Sanierungen sind die Folge
  3. Baustellen schränken die Verfügbarkeit weiter ein

Vor welchen Problemen der Bahnverkehr noch steht und wie sich diese lösen lassen, gibt es in der neuen Podcast-Folge von “Technik aufs Ohr” zu hören.

Erhöhung der Resilienz ist unumgänglich

Der Fachbeirat Bahntechnik sieht zudem die Erhöhung der Resilienz des deutschen Bahnsystems als unumgänglich an. Nur so können die Verdoppelung der Fahrgastzahl und eine Vergrößerung des Marktanteils des Schienengüterverkehrs auf ein Viertel des Gesamtgüterverkehrs bis 2030 gelingen.

“Die Herausforderungen im Schienenverkehr können nur interdisziplinär gelöst werden. Hierzu bietet der VDI eine optimale Plattform”, darauf weist Nils Nießen, Vorsitzender des VDI-Fachbeirats Bahntechnik, hin.

Bis 2030: Bedarf von 33.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren

Berechnungen haben ergeben, dass bis 2030 etwa die Hälfte aller Ingenieurstellen im Bahnbereich neu besetzt werden müssen. Der demografische Wandel sei dafür einer der Gründe. Dies bedeute laut VDI einen Bedarf von mindestens 33.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren verschiedener Fachrichtungen. Diese müssten in den kommenden acht Jahren ausgebildet und eingestellt werden.

Hierbei dürften jedoch nicht die zu stärkenden Ausbildungsberufe vernachlässigt werden – auch sei laut VDI ist dringend eine offensive Nachwuchspolitik erforderlich. In der Bahnagenda nennt der VDI zudem den Gehaltsfaktor als Mittel für Nachwuchsgewinnung. Die Verkehrsbranche rangiere in Bezug auf ein attraktives Gehalt jedoch aktuell im unteren Drittel.

Weitere Informationen gibt es unter www.vdi.de.

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