Die Automatisierungstechnik entwickelt sich zunehmend in Richtung offener und softwaredefinierter Architekturen. Diesem Trend trägt die UniversalAutomation.Org (UAO) mit zwei weiteren Mitgliedern Rechnung: Der IT-Konzern HPE und die Clemson University aus den USA verstärken künftig das internationale Netzwerk der Non-Profit-Organisation. Nach Angaben der UAO zählt die Organisation inzwischen mehr als 110 Mitglieder aus Industrie und Wissenschaft.
Automatisierungstechnik als gemeinsames Entwicklungsfeld
Mit der Clemson University tritt erstmals eine akademische Einrichtung aus den USA der Organisation bei. Die auf technische Disziplinen spezialisierte Forschungsuniversität möchte die Mitgliedschaft nutzen, um Forschung, Lehre und Industriekooperationen im Bereich Smart Manufacturing weiter auszubauen. Gleichzeitig stellt die UAO ihren Mitgliedern ein Curriculum zur Verfügung, das Hochschulen für die Vermittlung herstellerunabhängiger Automatisierung nach IEC 61499 einsetzen können.
Nach Angaben der Organisation soll die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie die Entwicklung offener Automatisierungslösungen beschleunigen und den Wissenstransfer fördern.
HPE stärkt IT/OT-Konvergenz und offene Automatisierung
Mit HPE erweitert die UAO ihr Ökosystem um einen Anbieter von Server-, Storage-, Netzwerk- und KI-Infrastrukturen. Nach Einschätzung des Unternehmens gewinnen Interoperabilität, Flexibilität und die Konvergenz von IT und OT in industriellen Anwendungen zunehmend an Bedeutung. Die Mitgliedschaft soll dazu beitragen, offene Architekturen auf Basis der Norm IEC 61499 weiterzuentwickeln und die Zusammenarbeit mit Industrie- und Forschungspartnern auszubauen.
IEC 61499 als Grundlage softwaredefinierter Automatisierung
Die UniversalAutomation.Org verfolgt das Ziel, eine herstellerunabhängige Automatisierungsschicht für OT-Komponenten bereitzustellen. Der sogenannte Automation Layer wird als Guarded Source verwaltet und soll eine Trennung von Automatisierungshardware und Automatisierungssoftware ermöglichen. Dadurch lassen sich Anwendungen unabhängig von der eingesetzten Hardware entwickeln und auf unterschiedlichen OT-Komponenten wiederverwenden.
Nach Angaben der Organisation vereinfacht dieser Ansatz insbesondere die Integration neuer Systeme sowie spätere Migrationen, da Hardware- und Softwarelebenszyklen voneinander entkoppelt werden.
Bedeutung für die Prozessindustrie
Mit den neuen Mitgliedern erweitert die UniversalAutomation.Org ihr Netzwerk sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf infrastruktureller Ebene. Für Unternehmen der Prozessindustrie unterstreicht der Ausbau des Ökosystems die zunehmende Bedeutung offener, softwaredefinierter Automatisierungskonzepte. Gleichzeitig rücken Themen wie Interoperabilität, Wiederverwendbarkeit von Software sowie die engere Verzahnung von IT- und OT-Systemen stärker in den Fokus zukünftiger Automatisierungsstrategien.
Fazit
Der Beitritt von HPE und der Clemson University verdeutlicht das wachsende Interesse an offenen Automatisierungsarchitekturen. Mit der Kombination aus industrieller Infrastrukturkompetenz und wissenschaftlicher Expertise baut die UniversalAutomation.Org ihre internationale Plattform für Automatisierung nach IEC 61499 weiter aus.







