Eine von Fluke in Auftrag gegebene Umfrage ergibt, dass rund 60 % der deutschen Hersteller im vergangenen Jahr von ungeplanten Ausfällen betroffen waren. Die Kosten der Ausfälle beliefen sich auf durchschnittlich 1,53 Millionen Euro pro Stunde. Besonders alarmierend: Hochgerechnet auf ein Jahr kosten ungeplante Ausfälle die deutsche Wirtschaft rund 44 Milliarden Euro.
Ungeplante Ausfälle: Häufigkeit ist alarmierend
Unter den betroffenen Unternehmen ist die Häufigkeit der Vorfälle alarmierend: Die Ergebnisse zeigen, dass 48 % sechs bis zehn Vorfälle pro Woche melden und fast jedes fünfte Unternehmen (19 %) 11 bis 20 Vorfälle pro Woche. Die Auswirkungen der Ausfälle werden dann durch deren Dauer verstärkt: 45 % der Befragten geben an, dass Ausfälle bis zu 12 Stunden dauern, während weitere 15 % Ausfälle von bis zu 72 Stunden erleben.
In großen Unternehmen sind die Risiken besonders hoch: 40 % der Unternehmen mit mehr als 50.000 Mitarbeitern verzeichnen 11 bis 20 Ausfälle pro Woche und die Hälfte (50 %) kämpfen mit Ausfallzeiten von bis zu 72 Stunden pro Vorfall. Die Ergebnisse belegen eklatante Schwachstellen, die Rentabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen gefährden. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit, Strategien zu fördern, die dabei helfen Ausfallzeiten zu reduzieren und die betriebliche Zuverlässigkeit zu verbessern. Trotz des hohen Risikos ist die Reaktion der Branche unzureichend.
Die wichtigsten Erkenntnisse der Umfrage
- 59,5 % der deutschen Hersteller hatten im vergangenen Jahr mit ungeplanten Ausfallzeiten zu kämpfen.
- Fast die Hälfte (46 %) berichtet von 6 bis 10 Vorfällen pro Woche, während 22 % wöchentlich 11 bis 20 Vorfälle erlitten.
- Hersteller, die Ausfallzeiten gemeldet haben, haben durchschnittlich mehr als acht Vorfälle pro Woche.
- Mehr als 50 % geben an, dass Ausfälle bis zu 12 Stunden dauern. 12 % melden Ausfälle, die bis zu 72 Stunden dauern.
- Bei durchschnittlichen Kosten von 1,53 Millionen Euro pro Stunde kann ein einziger Vorfall Schäden von Dutzenden Millionen Euro verursachen.
- Um das Problem zu lösen, investieren deutsche Hersteller in unterschiedliche digitale Lösungen gleichzeitig, einschließlich vorausschauender Instandhaltung (14 %), Digital Twins (13 %) und Zustandsüberwachung (14 %)
- Die geschätzten Kosten der Ausfälle aller deutschen Hersteller belaufen sich pro Woche auf etwa 843 Millionen Euro. Hochgerechnet auf ein Jahr, kosten ungeplante Ausfälle die deutsche Industrie circa 44 Milliarden Euro.
- Im Vergleich zu Europa halten US-Unternehmen die Kosten für Ausfallzeiten wesentlich geringer.
Deutsche Hersteller kosten Produktionsausfälle mehr
Die Werte sind in den drei Regionen relativ konstant. Es gibt jedoch einen erstaunlichen Unterschied bei den Kostenauswirkungen. Mit durchschnittlich 1,53 Millionen Euro pro Stunde können die Kosten eines einzelnen Vorfalls in Großbritannien und Deutschland einen Verlust von bis zu 56 Millionen Euro verursachen. Im Vergleich dazu liegt der weltweite Durchschnitt bei nur 1,46 Millionen Euro pro Stunde und 36,63 Millionen Euro pro Vorfall. Diese Ergebnisse zeigen, dass Ausfallzeiten nicht nur ein kontinuierliches Risiko für den operativen Betrieb sind, sondern auch die Rentabilität für das Unternehmen und die Widerstandsfähigkeit auf Führungsebene gefährden. Gleichzeitig verdeutlichen diese Ergebnisse auch, dass dieses Risiko deutsche Hersteller weit mehr kostet als US-amerikanische, was eine kritische Lücke in der Widerstandsfähigkeit deutscher Unternehmen hervorhebt.
„Unsere Studie zeichnet ein ernüchterndes Bild: Die Hersteller sind in einem Teufelskreis gefangen, in dem Ausfallzeiten die Wettbewerbsfähigkeit direkt beeinflussen, und zu viele versuchen ihre Probleme mit wenig zielgerichteten Abhilfen zu lösen. Die Daten zeigen, dass die Häufigkeit, Dauer und Kosten von Ausfallzeiten systemische Schwachstellen in Wartungs- und Zuverlässigkeitsstrategien darstellen. Was früher als betriebliche Unannehmlichkeit angesehen wurde, ist zu einem Risiko für den Unternehmenswert geworden. Ohne einen klaren Weg zur Skalierung digitaler Investitionen laufen die Hersteller Gefahr, sich zu verzetteln, ohne eine sinnvolle Rentabilität oder Resilienz zu erzielen. Die Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Betriebszuverlässigkeit nicht als ein Wartungsproblem anzusehen, sondern als Aufgabe der Führungsebene, die für Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Kundenvertrauen entscheidend ist.“
Weitere Informationen gibt es unter www.fluke.com.







