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Software und digitale Infrastrukturen: Digitalwirtschaft trotzt schlechter Wirtschaftslage

Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft laut Bitkom robust. Der Markt für IT und Telekommunikation (ITK) wächst 2026 voraussichtlich um 4,4 % auf 245,1 Milliarden Euro – getragen vor allem von Software und digitalen Infrastrukturen. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,9 % auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt.

von | 28.01.26

Das Wachstum der Digitalwirtschaft wird weiterhin von der Informationstechnik getragen – allen voran von Software.
Foto: greenbutterfly - stock-adobe.com

Während viele Branchen mit schwacher Nachfrage ringen, zeigt sich die Digitalwirtschaft laut Bitkom robust. Der Markt für IT und Telekommunikation (ITK) wächst 2026 voraussichtlich um 4,4 % auf 245,1 Milliarden Euro – getragen vor allem von Software und digitalen Infrastrukturen. Im vergangenen Jahr hatten die ITK-Umsätze um 3,9 % auf rund 235 Milliarden Euro zugelegt.

Digitalwirtschaft ist integral für die Zukunft der Wirtschaft

Gleichzeitig legt auch die Beschäftigung in der Branche auf bereits hohem Niveau leicht zu: Die Zahl der Erwerbstätigen im ITK-Sektor soll im Jahr 2026 um rund 11.000 auf 1,36 Millionen steigen. Ende 2025 lag die Zahl der Stellen bei 1,349 Millionen. Die Digitalbranche baut damit ihre Rolle als größter industrieller Arbeitgeber vor dem Maschinenbau, der Elektro- und der Automobilindustrie weiter aus.

„In Zeiten anhaltender Konjunkturschwäche, hoher Kosten und geopolitischer Spannungen zeigt sich die Digitalwirtschaft widerstandsfähig. Das aktuelle Wachstum in Markt und Beschäftigung ließe sich verdoppeln, würden die Rahmenbedingungen stimmen. 2026 muss zum Jahr des Durchbruchs in der Digitalpolitik werden“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

„Wir müssen weg von Überregulierung und Bürokratie, hin zu schnellen Genehmigungen, praxistauglichen Regeln und einer echten digitalen Verwaltung, die den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Unternehmen dient, statt ihnen Nerven und Ressourcen zu rauben. Wer Digitalisierung will, muss sie möglich machen – bei Netzen und Rechenzentren ebenso wie bei Plattformen, Künstlicher Intelligenz oder in der Datenwirtschaft.“

Cloud und KI verändern den Software-Markt nachhaltig

Das Wachstum der Digitalwirtschaft wird weiterhin von der Informationstechnik getragen – allen voran von Software. Für 2026 rechnet Bitkom in Deutschland mit einem IT-Umsatz von 170 Milliarden Euro, ein Plus von 5,8 %. Besonders dynamisch entwickelt sich erneut das Software-Geschäft, das um 10,2 % auf 58,3 Milliarden Euro wächst. Ein wesentlicher Teil entfällt dabei auf Software für den Betrieb öffentlicher Clouds. Allein mit dieser Cloud-Software werden 2026 voraussichtlich 38,3 Milliarden Euro umgesetzt, im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 16,4 %.

Künstliche Intelligenz gewinnt ebenfalls stark an Dynamik – wenngleich der KI-Markt bislang ein sehr viel kleineres Volumen hat: Die Umsätze mit KI-Plattformen steigen 2026 nach Bitkom-Berechnungen um 61 % auf 4,1 Milliarden Euro, nachdem sie 2025 bereits um 62 % gewachsen waren. Auch IT-Dienstleistungen legen zu (Umsatz: 54,3 Mrd. Euro, +3,5 %); cloudbasierte Services machen hier mit 35,7 Milliarden Euro inzwischen rund zwei Drittel der Umsätze aus.

Cloud und KI verändern die Software- und Service-Märkte grundlegend und werden immer mehr zum Standard für Unternehmen aller Branchen“, sagt Bitkom-Präsident Wintergerst.

Auch der Markt für IT-Hardware entwickelt sich 2026 insgesamt positiv. Bitkom rechnet mit einem Umsatzwachstum von 3,9 % auf 57,4 Milliarden Euro, getragen vor allem durch Investitionen in digitale Infrastrukturen. Wichtigster Wachstumstreiber bleibt Infrastructure-as-a-Service – also gemietete Server-, Netzwerk- und Speicherkapazitäten. Dieser Bereich soll 2026 um 21,0 % zulegen und damit erneut deutlich stärker wachsen als andere Segmente.

Zuwächse verzeichnen zudem Workstations (plus 5,1 %), Mobile PCs (plus 4,5 %) sowie Server (plus 4,3 %). Leicht rückläufig bleiben dagegen weiterhin Consumer Electronics (minus 3,2 %) sowie Tablets (minus 3,5 %). „Der Hardware-Markt profitiert vom Wandel hin zu Cloud- und KI-basierten Architekturen“, erläutert Wintergerst. „Besonders gefragt sind vor allem leistungsfähige Infrastrukturen und weniger einzelne Endgeräte.“

Digitalbranche ist widerstandsfähiger als Gesamtwirtschaft

Trotz insgesamt positiver Umsatzentwicklung ist die Geschäftslage der einzelnen Unternehmen sehr uneinheitlich – das macht der Bitkom-ifo-Digitalindex deutlich, der sich aus der aktuellen Geschäftslage und den Geschäftserwartungen der Unternehmen berechnet. Zum Jahresende 2025 lag der Index mit minus 4,0 Punkten weiterhin unter der Nulllinie. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage noch leicht positiv bewerten (+1,7 Punkte), fallen die Geschäftserwartungen mit minus 9,4 Punkten deutlich verhaltener aus.

Viele Unternehmen stehen damit weiter unter erheblichem Druck. Gleichzeitig zeigt sich die Branche widerstandsfähiger als die Gesamtwirtschaft: Der Bitkom-ifo-Digitalindex liegt weiterhin klar über dem ifo Geschäftsklimaindex für Deutschland, der zuletzt bei minus 8,5 Punkten notierte.

ITK-Markt weiterhin dominiert von den USA

Weltweit wachsen die Umsätze mit IT und Telekommunikation 2026 der Prognose zufolge um 6,4 % auf 5,7 Billionen Euro. Das stärkste Wachstum verzeichnen die USA mit einem Plus von 9,2 %, gefolgt von China (+5,5 %), der EU ohne Deutschland (+5,1 %), Indien (+4,9 %) und dem Vereinigten Königreich (+4,7 %). Deutschland liegt mit einem Wachstum von 4,4 % zwei Punkte unter dem globalen Durchschnitt, während Japan mit 1,1 % abgeschlagen ist. 41 % der weltweiten Ausgaben für ITK entfallen auf die USA, die ihre dominante Stellung damit auch gegenüber China weiter ausbauen. Mit deutlichem Abstand folgen China (11 %) und Japan (4,4 %). Deutschland erreicht einen Weltmarktanteil von 3,9 %, das Vereinigte Königreich kommt auf 3,8 %, Indien auf 2,4 %. Auf die EU ohne Deutschland entfallen 11 %des globalen ITK-Markts.

Wintergerst: „Die Dynamik der Weltmärkte macht deutlich, dass Wachstum vor allem dort entsteht, wo Investitionen in digitale Infrastrukturen und neue Technologien erleichtert werden. Für Deutschland und Europa heißt das, die Investitionsbedingungen hier am Standort verbessern.“

Digitalisierung als Chance zu mehr Resilienz

Aus Bitkom-Sicht muss 2026 das Jahr des digitalen Durchbruchs werden. Die Digitalisierung biete die Chance, Wachstum zu schaffen, die staatliche Leistungsfähigkeit zu erhöhen und den Standort Deutschland resilient und krisenfest zu machen. Voraussetzung dafür seien weniger Bürokratie, Smart Regulation statt Überregulierung und eine zügige Umsetzung bereits beschlossener Vorhaben. Dazu zählt für Bitkom insbesondere die Einführung der Eudi-Wallet als digitale Brieftasche in einem Jahr.

„Die Eudi-Wallet ist die Grundvoraussetzung für den flächendeckenden Einsatz digitaler Identitäten, sichere digitale Geschäftsprozesse und Verwaltungsleistungen – und ist damit ein Schlüsselprojekt für Europa“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.

Wichtig sei außerdem, die Veröffentlichung der von der Koalition geplanten Rechenzentrumsstrategie inklusive Energiepreis-Entlastung für die energieintensive Digitalwirtschaft. Ebenso zentral seien der weitere schnelle Ausbau digitaler Infrastrukturen sowie die Entwicklung der Cloud- und KI-Infrastruktur. „Digitale Wettbewerbsfähigkeit und digitale Souveränität entscheiden darüber, ob Deutschland auch künftig wirtschaftlich erfolgreich und politisch handlungsfähig ist“, so Wintergerst.

Weitere Informationen gibt es unter www.bitkom.org.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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