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Mit Power-to-X klimaneutral fliegen

Mit einer neuen Power-to-X-Anlage im Emsland möchte die Bundesregierung sich bei der Produktion von E-Fuels etablieren. Atmosfair, bisher vor allem als Anbieter von Emissions-Kompensationen bekannt, wird dabei zum Anlagenbetreiber, denn die Klimaschutz-Organisation eröffnet im Emsland die erste E-Fuels-Produktion für synthetisches Kerosin im Produktionsmaßstab. Diese Anlage soll eine wichtige Rolle in der Etablierung des Exports deutscher P2X-Technologien werden.

von | 07.10.21

Mit einer neuen Power-to-X-Anlage im Emsland möchte die Bundesregierung sich bei der Produktion von E-Fuels etablieren. Atmosfair, bisher vor allem als Anbieter von Emissions-Kompensationen bekannt, wird dabei zum Anlagenbetreiber, denn die Klimaschutz-Organisation eröffnet im Emsland die erste E-Fuels-Produktion für synthetisches Kerosin im Produktionsmaßstab. Diese Anlage soll eine wichtige Rolle in der Etablierung des Exports deutscher P2X-Technologien werden.

Power-to-X wird wichtiger Bestandteil des künftigen Versorgungssystems

Zukünftig wird wetterabhängige regenerative Energie aus Wind und Sonne eine tragende Rolle in der Stromversorgung übernehmen und über die Zwischenstufe Strom dann auch für andere Sektoren zur Verfügung stehen. Um trotz fluktuierender Einspeisung eine stabile Versorgung zu gewährleisten und die Abregelung von Wind- oder PV-Anlagen zu vermeiden, sind verschiedene Flexibilisierungsoptionen zu nutzen. Neben flexiblen Kraftwerken, Lastmanagement, Netzausbau und der Speicherung von Energie stellt die flexible Sektorenkopplung mit Power-to-X einen integralen Bestandteil eines künftigen Versorgungssystems dar. Sie ermöglicht uns einen forcierten Ausbau der fluktuierenden erneuerbaren Energien, da diese angebotsorientiert genutzt werden können. PtX-Anlagen benötigen keine Versorgungssicherheit.

Synthetisches Kerosin ermöglicht klimaneutrales Fliegen

Nachhaltige Mobilität setzt leistungsfähige und zugleich umweltschonende Verkehrssysteme voraus. Eine bedeutende Rolle kommt dabei dem Luftverkehr zu, der global einen schnellen Personen und Warentransport ermöglicht. Fliegen ist schließlich nach wie vor ein riesiger CO2-Verursacher. Synthetisches Kerosin soll jetzt die Reise mit dem Flugzeug klimaneutral gestalten, denn es wird mittels erneuerbarer Energien und CO2 hergestellt. Die sogenannten E-Fuels oder Power-to-X-Kraftstoffe könnten für schwer zu defossilierende Branchen wie die Luftfahrt eine Alternative zu herkömmlichen fossilen Kraft- und Brennstoffen bieten. Doch der Weg dorthin ist noch weit: Die Herstellung synthetischer Kraftstoffe funktioniert, das zeigen zahlreiche Labor- und Technikumsversuche, allerdings bleiben die Anwendungen im echten Produktionsmaßstab bisher noch Mangelware.

E-Kerosin wird in neuer Power-to-X-Anlage im Emsland hergestellt

Auf dem Gelände des Energieversorgers EWE im emsländischen Werlte ist am 03. Oktober 2021 die weltweit erste Anlage zur Produktion von CO2-neutralem E-Kerosin vorgestellt worden. Damit startet Atmosfair die Produktion des „grünen“ Flugbenzins. Es wird mit einer Regelproduktion zwischen einer Tonne oder acht Fässern Rohkerosin pro Tag im kommenden Jahr gerechnet. Erster Kunde ist die Lufthansa, beliefert wird der Flughafen Hamburg. Bundesumweltministerin Svenja Schulze sagte bei der Eröffnung, dass diese neue Technologie für Deutschland und seine Partnerländer “ große wirtschaftliche Chancen” biete und hofft auf einen Exportboom.

Exportschlager Power-to-X?

Grüne Innovation aus Deutschland – das sind doch rosige, nein grüne Aussichten! Svenja Schulze war optimistisch, dass dies nur der Anfang ist: „Mit den richtigen Rahmenbedingungen finden strombasierte flüssige Flugkraftstoffe jetzt den Weg aus dem Labor in den Markt.“ Wie die aber in Zeiten explodierender Energiepreise aussehen könnten, insbesondere da der Strompreis in Deutschland ohnehin europäische Spitze ist, bleibt erst einmal leider offen.

Mehr Informationen sowie die Eröffnung der Anlage können Sie online abrufen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Fliegen ohne schlechtes Gewissen? Mit E-Fuels kein Traum mehr.

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