Generic filters
FS Logoi

Maschinenbau-Barometer: Branche sendet Hoffnungssignale

Nach vier Jahren mit durchgängig negativen Umsatzprognosen sendet der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erstmals wieder Hoffnungssignale. Der Anteil der Optimisten hat sich gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt und auch die Umsatzprognose für die Gesamtbranche fällt deutlich besser aus. Von einer echten Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein: Die Kapazitätsauslastung bleibt historisch niedrig, der Kostendruck dominiert weiter das Stimmungsbild, und die Investitionsbereitschaft verharrt auf schwachem Niveau. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor.

von | 24.04.26

Für die Gesamtbranche erwarten die Befragten im Schnitt ein Umsatzrückgang von –0,7 %.
Foto: jeson - stock-adobe.com

Nach vier Jahren mit durchgängig negativen Umsatzprognosen sendet der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erstmals wieder Hoffnungssignale. Der Anteil der Optimisten hat sich gegenüber dem Vorquartal nahezu verdoppelt und auch die Umsatzprognose für die Gesamtbranche fällt deutlich besser aus. Von einer echten Trendwende kann jedoch noch keine Rede sein: Die Kapazitätsauslastung bleibt historisch niedrig, der Kostendruck dominiert weiter das Stimmungsbild, und die Investitionsbereitschaft verharrt auf schwachem Niveau. Dies geht aus dem aktuellen Maschinenbau-Barometer der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Deutschland hervor.

Blick auf die Weltwirtschaft etwas zuversichtlicher als zuletzt

Knapp ein Viertel der befragten Entscheidungsträger blickt wieder optimistisch auf die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland in den kommenden zwölf Monaten. Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 14 %. Gleichzeitig rechnet die Mehrheit (51 %) weiterhin mit einer negativen Entwicklung. Auch der Blick auf die Weltwirtschaft fällt etwas zuversichtlicher aus: 36 % der Befragten sind hier optimistisch gestimmt, 29 % pessimistisch (im Vorquartal lagen diese Werte bei 27 % bzw. 34 %).

Für die Gesamtbranche erwarten die Befragten im Schnitt ein Umsatzrückgang von –0,7 %. Im Vorquartal lag die Prognose allerdings noch bei –2,8 %. Fast jeder zweite Befragte rechnet inzwischen mit Wachstum, im Vorquartal war es nur jeder Dritte. Beim Blick auf das eigene Unternehmen fallen die Erwartungen nochmals deutlich besser aus: Im Schnitt prognostizieren die Befragten ein Umsatzwachstum von 2,2 %. Knapp sechs von zehn erwarten ein Plus, nur noch jedes vierte Unternehmen rechnet mit einem Rückgang. Wie optimistisch die Befragten auf das eigene Unternehmen blicken, hängt dabei stark von der aktuellen Kapazitätsauslastung ab: Befragte Unternehmen mit einer aktuellen Auslastung von mindestens 90 % erwarten im Schnitt +5,2 % Umsatzwachstum, bei denjenigen mit unter 80 % sind es –2,8 %.

„Die Kluft zwischen Betrieben, die nahezu unter Volllast laufen, und denen mit stotternder Produktion ist beachtlich“, bemerkt Bernd Jung, Senior Partner und Leiter der Praxisgruppe Industrial Manufacturing bei PwC Deutschland. „Eine hohe Auslastung beeinflusst den Blick der Befragten positiv: der Kostendruck ist geringer, der Wettbewerb beflügelt, anstatt zu lähmen, generell ist Wachstum möglich. Gering ausgelastete Firmen stehen langsam mit dem Rücken zu Wand. Ein Gegensteuern – sei es durch schlankere Prozesse, Automatisierung oder neue digitale Ansätze – ist dringend geboten.“

Herausforderungen: Fachkräftemangel fällt auf niedrigsten Wert seit 2018

Die Herausforderungen der Branche sind vielfältig und verlangen nach Lösungen. Der steigende Kostendruck bleibt mit 81 % weiterhin das größte Wachstumshindernis für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Dahinter folgen politische Entwicklungen im Ausland mit 76 % und das schwierige Regulierungsumfeld mit 67 %. Auch die schwache Nachfrage bleibt mit 64 % ein zentrales Thema. Der Fachkräftemangel fällt dagegen mit 51 % auf den niedrigsten Wert seit 2018. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck zu und wird inzwischen von 55 % der Befragten als Wachstumshindernis genannt.

Auch kurzfristig bleibt die Branche in der Zwickmühle. 47 % rechnen im kommenden Quartal mit steigenden Gesamtkosten. Gleichzeitig erwarten 59 % stabile Verkaufspreise, und nur 30 % gehen von steigenden Preisen aus. Entsprechend rechnen 24 % mit sinkenden Margen, während nur 16 % von steigenden Margen ausgehen.

„Der Kostendruck bleibt das Kernproblem der Branche. Wenn steigende Kosten nur begrenzt über den Preis weitergegeben werden können, geraten Profitabilität und Investitionsspielräume schnell unter Druck. Eine Erholung auf dem Energie- und Rohstoffmarkt ist in der gegenwärtigen Lage nicht absehbar. Umso wichtiger ist es, die eigene Kostenstruktur kritisch zu hinterfragen und Lieferketten widerstandsfähiger aufzustellen“, so Jung.

Kapazitätsauslastung seit drei Jahren nicht optimal

Die Kapazitätsauslastung liegt bei durchschnittlich 81 % und damit unverändert zum Vorquartal. Jedes dritte Unternehmen bleibt unter der 80-%-Marke, nur knapp jedes fünfte arbeitet am oberen Kapazitätslimit. Seit drei Jahren ist die durchschnittliche Auslastung nicht mehr über 90 % gestiegen. Die anhaltend niedrige Auslastung dürfte auch ein Grund dafür sein, dass der Fachkräftemangel an Bedeutung verliert.

Auch die Investitionsbereitschaft bleibt verhalten. 18 % planen steigende Investitionen, 21 % rechnen mit einem Rückgang, 59 % gehen von stabilen Investitionen aus. Kurzfristig haben die beschlossenen Sondervermögen des Bundes bislang keinen spürbaren Impuls gesetzt.

„Vereinzelte Hoffnungssignale ändern nichts daran, dass der Maschinen- und Anlagenbau weiter unter hohem Veränderungsdruck steht. Bis 2030 wird sich der Automatisierungsgrad im Maschinenbau weltweit nahezu verdreifachen. Deutsche Unternehmen investieren in KI und Automatisierung, jedoch häufig projektbezogen und mit Fokus auf konkrete Kundenanwendungen. Mit Blick auf China gilt es für den deutschen Maschinenbau, noch mutiger den Automatisierungsgrad zu beschleunigen“, bemerkt Jung.

Weitere Informationen gibt es unter www.pwc.de/maschinenbau-barometer.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag
Jubiläum: VDI feiert 170. Geburtstag

Vor 170 Jahren, am 12. Mai 1856, wurde der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in Alexisbad gegründet. Seitdem hat sich viel getan: Der VDI ist heute mit 125.000 Mitgliedern die größte Community für Ingenieurinnen und Ingenieure in Deutschland.

mehr lesen
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration
MTP: NAMUR veröffentlicht aktualisierte NE 200 zur Integration

Die neue Auflage der NE 200 „Hybrid BATCH – MTP Integration in bestehende Batch-Systeme“ beschreibt systematisch, wie Process Equipment Assemblies (PEAs) mit MTP-Schnittstelle in klassische ISA-88-konforme Batchsysteme integriert werden können. Das Dokument richtet sich an Anlagenbetreiber, Batchsystem-Hersteller und Systemintegratoren und definiert, welche Engineering- und Laufzeitanforderungen auf Seiten des Batchsystems erfüllt sein müssen, ohne Eingriffe in die PEA selbst.

mehr lesen
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung
VDI/VDE-GMA sucht Fachleute für Digitalisierung und Virtualisierung

Die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik ruft Fachleute zur Mitarbeit im Fachbereich 3 „Digitalisierung und Virtualisierung“ auf. Der Fachbereich befasst sich mit Bausteinen für eine digitalisierte, flexible und ressourcenschonende Produktion. Im Mittelpunkt stehen unter anderem vernetzte Systeme, Datenschnittstellen, sichere Kommunikation, industrielle KI-Anwendungen und die Weiterentwicklung von Richtlinien für die Mess- und Automatisierungstechnik.

mehr lesen
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus
IGR-Erfahrungsaustausch Technik 2026: KI-Einsatz in der Prozessindustrie im Fokus

Am 30. September und 1. Oktober 2026 findet im Bürgerhaus in Mörfelden/Walldorf der IGR-Erfahrungsaustausch Technik statt. Die Veranstaltung widmet sich der Frage, wie Künstliche Intelligenz von der Pilotphase in die Produktion überführt werden kann. Im Mittelpunkt stehen resiliente Produktionsprozesse, ein gezielter Ressourceneinsatz sowie neue digitale Geschäftsmodelle. Die Anmeldung ist ab sofort möglich.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
atpinfo.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: