Manufacturing Execution Systems (MES) gehören heute in vielen Industrieunternehmen zur digitalen Produktionssteuerung. Eine internationale Studie von Rockwell Automation unter 1.560 Entscheidungsträgern aus Fertigungsunternehmen in 17 Ländern zeigt jedoch, dass die eigentliche Herausforderung nicht mehr in der Einführung, sondern in der unternehmensweiten Skalierung der Systeme liegt. Ein ausführlicher Bericht zur Umfrage steht kostenfrei zur Verfügung.
Manufacturing Execution Systems stoßen bei der Skalierung an Grenzen
Während 93 % der befragten Unternehmen bereits ein MES in mindestens einem Werk einsetzen, haben lediglich 28 % die Lösung unternehmensweit eingeführt. Nur 23 % verfügen nach eigenen Angaben über eine vollständige Integration mit Enterprise-Resource-Planning-, Product-Lifecycle-Management-, Qualitäts- und Betriebstechnologie-Systemen.
Nach Einschätzung der Studienautoren begrenzen isolierte Anwendungen, fragmentierte Datenlandschaften und unzureichend vernetzte Prozesse den Nutzen bereits getätigter Investitionen. Dadurch bleibt das Potenzial einer durchgängigen digitalen Produktion häufig ungenutzt.
Integration bleibt die größte Herausforderung
Für 44 % der befragten Hersteller ist die Integrationsfähigkeit das wichtigste Kriterium bei der Auswahl eines MES. Gleichzeitig nennen 33 % der Unternehmen die Einbindung von MES in bestehende Datenlandschaften als größte Herausforderung bei Modernisierungsprojekten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die technische Vernetzung von Produktions-, Qualitäts-, ERP- und OT-Systemen zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Digitalisierungsstrategien wird.
KI setzt belastbare Produktionsdaten voraus
Die Unternehmen erwarten, dass innerhalb der kommenden zwölf Monate rund 42 % ihrer Prozesse KI-gestützt arbeiten werden. Bis 2030 soll dieser Anteil auf 54 % steigen.
Gleichzeitig geben jedoch 43 % der Befragten an, ihre vorhandenen Produktionsdaten bislang nicht effektiv auszuwerten. Damit fehlt vielfach die notwendige Grundlage für den wirtschaftlichen Einsatz KI-gestützter Anwendungen.
Cybersicherheit gewinnt bei MES-Projekten an Bedeutung
Neben der Datenintegration rücken Sicherheitsaspekte stärker in den Fokus. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen berichtet von Cybervorfällen innerhalb des vergangenen Jahres. Entsprechend zählen Sicherheit und Compliance inzwischen zu den wichtigsten Anforderungen bei der Auswahl neuer MES-Lösungen.
Skalierbare Plattformen sollen den Unternehmensnutzen erhöhen
Rockwell Automation sieht den Schwerpunkt künftiger MES-Projekte in einer durchgängigen Vernetzung der Produktion bis in übergeordnete Unternehmensprozesse. Als Praxisbeispiel nennt das Unternehmen den Automobilzulieferer Kumi North America, der seine ursprünglich an einem Standort eingeführte Plex-Lösung schrittweise auf mehrere Werke in den USA und Kanada ausgedehnt hat.
Nach Einschätzung der Studienautoren entwickelt sich das MES zunehmend von einem System zur Produktionsverfolgung zu einer Plattform für Qualitätsmanagement, Mitarbeitereinsatz, Lieferkettenplanung und datenbasierte Unternehmensentscheidungen. Erst eine umfassende Integration schaffe die Voraussetzungen, KI-Anwendungen effizient einzusetzen und Produktionsprozesse standortübergreifend zu optimieren.
Eigentlicher Mehrwert von MES-Systemen liegt in der Skalierung
Die Studienergebnisse zeigen, dass die Einführung eines Manufacturing Execution Systems für viele Unternehmen bereits abgeschlossen ist. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst durch eine unternehmensweite Skalierung und die Integration in bestehende IT- und OT-Infrastrukturen. Damit rücken Datenqualität, Systemvernetzung und Cyberresilienz stärker in den Mittelpunkt zukünftiger Digitalisierungsstrategien.
Mehr Informationen gibt es in einem ausführlichen Bericht über die Umfrage, der kostenfrei zur Verfügung steht:
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