Generic filters
FS Logoi

KI: Tatsächliche Nutzung bleibt laut Studie hinter Erwartungen zurück

Die tatsächliche Nutzung von KI bleibt in deutschen Unternehmen laut einer aktuellen Studie von pwc hinter den Erwartungen zurück. Zwar blicken 49 % mit Neugier darauf, wie KI ihre Arbeit verändern wird (global: 50 %), 26 % empfinden sogar Vorfreude (global: 41 %) Dennoch zeigt sich: Weniger als die Hälfte der Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr tatsächlich mit KI gearbeitet (global: 54 %). Das zeigt die Studie „Global Workforce Hopes and Fears 2025“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die weltweit knapp 50.000 Beschäftigte befragt wurden.

von | 24.11.25

Die KI-Nutzung ist Teil eines größeren Bildes: Unternehmen und ihre Mitarbeitenden befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel.

Die tatsächliche Nutzung von KI bleibt in deutschen Unternehmen laut einer aktuellen Studie von pwc hinter den Erwartungen zurück. Zwar blicken 49 % mit Neugier darauf, wie KI ihre Arbeit verändern wird (global: 50 %), 26 % empfinden sogar Vorfreude (global: 41 %) Dennoch zeigt sich: Weniger als die Hälfte der Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr tatsächlich mit KI gearbeitet (global: 54 %). Das zeigt die Studie „Global Workforce Hopes and Fears 2025“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die weltweit knapp 50.000 Beschäftigte befragt wurden.

Geringe Nutzungsintensität von GenAI

Besonders auffällig ist die geringe Nutzungsintensität – lediglich 9 % setzen generative KI täglich ein, 15 % wöchentlich. Gründe für die zurückhaltende Nutzung liegen nicht in mangelnder Technik, sondern in fehlenden Kompetenzen, unklaren Anwendungsfällen und zu wenig Unterstützung durch Führungskräfte.

Wer hierzulande bereits mit generativer KI arbeitet, berichtet von deutlichen Verbesserungen. 65 % sagen, dass GenAI ihre Arbeitsqualität verbessert hat, 58 % waren dank der Technologie kreativer und 62 % erhöhten ihre Produktivität. Diese positiven Erfahrungen bestätigen die Erwartungen aus dem Vorjahr: Damals gingen fast zwei Drittel der Arbeitnehmenden davon aus, dass GenAI ihre Arbeitszeit in den folgenden 12 Monaten effizienter machen würde.

„Für den produktiven und verantwortungsvollen Einsatz von KI brauchen Unternehmen Lern- und Denkräume. Führungskräfte sollten eine Kultur der Neugier fördern und ihre Mitarbeitenden aktiv an KI-Anwendungsfälle heranführen“, sagt Daniela Geretshuber, Chief People und Sustainability Officer und Mitglied der Geschäftsführung bei PwC Deutschland.

Technologische Transformation wird nicht als gestaltbarer Prozess wahrgenommen

Die KI-Nutzung ist Teil eines größeren Bildes: Unternehmen und ihre Mitarbeitenden befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Für die Mehrheit sind technologische Veränderungen (43 %), neue Kundenpräferenzen (42 %) sowie staatliche Regulierung (41 %) die stärksten Treiber für Veränderungen. Der Einfluss des Klimawandels wird dagegen nur noch von 30 % wahrgenommen – ein Rückgang gegenüber 2024.

35 % glauben, dass sie in den nächsten drei Jahren großen oder sehr großen Einfluss darauf haben, wie Technologie ihre Arbeit verändert (global: 40 %) – 16 % fühlen sich hingegen komplett machtlos. Das deutet darauf hin, dass technologische Transformation in vielen Unternehmen noch nicht als gemeinsamer, gestaltbarer Prozess wahrgenommen wird.

Loyalität sinkt trotz Freude an der Arbeit

Der permanente Wandel hinterlässt Spuren – auch bei der Bindung ans Unternehmen. Trotz positiver Grundstimmung droht eine ausgeprägte Talentmobilität, die die Innovationskraft nachhaltig gefährdet. Aktuell sind mehr als drei Viertel stolz auf ihren Job und 63 % betrachten ihre Aufgaben als sinnvoll. Zudem freuen sich 70 % der Beschäftigten auf ihre Arbeit – mehr als im globalen Schnitt (64 %). Die positive Einschätzung ist damit im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen: 2024 äußerten 62 %, dass sie sehr oder mäßig zufrieden sind.

Es zeigt sich aber auch: 22 % der Befragten erwägen in den nächsten zwölf Monaten einen Jobwechsel (global: 24 %) und 24 % ziehen eine Bewerbung auf neue Stellen in Betracht – im globalen Durchschnitt sind es 27 %. „Die Stimmung ist gut, doch die Loyalität steht weiterhin auf dem Prüfstand. Trotz hoher Identifikation mit der eigenen Arbeit denken viele Beschäftigte über einen Wechsel nach. Unternehmen müssen diese Dynamik ernst nehmen und Wege finden, die Bindung zu stärken – sonst droht wertvolles Know-how verloren zu gehen“, sagt Till Lohmann, Partner und Workforce Transformation Lead bei PwC Deutschland.

Die Gründe für die Wechselbereitschaft sind vielfältig. 41 % der Mitarbeitenden fühlen sich mindestens einmal pro Woche erschöpft, ebenso viele fühlen sich regelmäßig überfordert. Hinzu kommt die fehlende finanzielle Anerkennung: Nur 37 % der deutschen Beschäftigten haben im vergangenen Jahr eine Gehaltserhöhung erhalten – im globalen Durchschnitt waren es 43 %. Die Bedeutung fairer Bezahlung bestätigen die Vorjahreszahlen: 87 % der Arbeitnehmenden gaben 2024 an, dass dies wichtig für sie ist – sogar mehr als Faktoren wie Flexibilität oder eine erfüllende Tätigkeit.

Vertrauen als Schlüssel zur starken Unternehmenskultur

Neben finanziellen Anreizen ist Vertrauen ein entscheidender Hebel, um Mitarbeitende stärker zu motivieren und zu binden – gerade in Zeiten des schnellen Wandels. „Zu viel Veränderung bei zu wenig Perspektive führt zu Verunsicherung. Wer jetzt nicht gezielt in Weiterbildung und eine starke Unternehmenskultur investiert, riskiert den Verlust wertvoller Talente“, so Lohmann. Entscheidend ist, dass Führungskräfte den Wandel erklären, eine klare Richtung vorgeben, Entwicklung aktiv fördern und ihre Mitarbeitenden motivieren.

Viele Unternehmen in Deutschland haben bereits eine solide Vertrauensbasis zur Führungsebene aufgebaut: 63 % der Beschäftigten können offen mit ihrer direkten Führungskraft sprechen (global: 59 %). Das Vertrauen ins Top-Management hingegen ist ausbaufähig: Mit 47 % liegt es unter dem globalen Mittel (51 %) und nur 52 % trauen der Führung zu, die langfristigen Unternehmensziele zu erreichen.

Auch bei der Innovationskultur zeigt sich Nachholbedarf: Während sich weltweit 56 % der Beschäftigten trauen, im Team neue Ideen auszuprobieren, sind es in Deutschland nur 51 %. Eine gelebte Fehlerkultur ist global bei 54 % verbreitet, hierzulande bei etwas weniger als der Hälfte (49 %).

Weiterbildung als zentrale strategische Investition

Lücken sind auch bei der Kompetenzentwicklung erkennbar und bremsen das Potenzial. Nur 55 % der deutschen Mitarbeitenden haben Zugang zu den Lern- und Weiterbildungsressourcen, die sie benötigen – im globalen Durchschnitt sind dies 59 %. Außerdem haben lediglich 48 % der Beschäftigten im vergangenen Jahr karrierefördernde Fähigkeiten erworben (global: 56 %), und nur 53 % fühlen sich von ihrem Vorgesetzten beim Kompetenzaufbau unterstützt (global: 57 %).

Alles in allem ist ein Großteil der Befragten (59 %) zuversichtlich, was die Zukunft der eigenen Rolle im Unternehmen angeht (global: 53 %). „Deutsche Beschäftigte sind optimistischer als der globale Durchschnitt“, sagt Geretshuber. „Die Aufgabe für Führungskräfte ist klar: Wir müssen den vorhandenen Optimismus in konkrete Befähigung übersetzen – durch eine Kultur der Neugier und Weiterbildung als strategische Investition in die Zukunft.“

Weitere Informationen gibt es unter www.pwc.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Sprachverarbeitung: Gehirn und KI arbeiten mit Vorhersagen
Sprachverarbeitung: Gehirn und KI arbeiten mit Vorhersagen

Bereits beim Zuhören versucht das Gehirn, die nächsten Worte zu antizipieren. Dies hat eine aktuelle Studie eines interdisziplinären Forschungsteams um PD Dr. Patrick Krauss, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), und PD Dr. Achim Schilling, Universität Heidelberg, ergeben. Dafür kombinierten die Forschenden drei Methoden: eine natürliche Hörsituation, hochauflösende Messungen der Hirnaktivität und ein KI-Sprachmodell als Referenz.

mehr lesen
MaterialsCommons gestartet: Gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur
MaterialsCommons gestartet: Gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur

Mit dem Projekt MaterialsCommons entsteht erstmals eine gesamteuropäische föderierte Digitalinfrastruktur für die Werkstoffforschung und -entwicklung. Unter Koordination von Prof. Dr. Peter Gumbsch (Fraunhofer IWM/KIT) verbindet das von der Europäischen Kommission im Rahmen von Horizon Europe mit 28 Mio. Euro geförderte Vorhaben 26 Forschungseinrichtungen aus 14 Ländern mit über 30 Industriepartnern, darunter Bosch, Siemens, ArcelorMittal, Infineon, Voestalpine und Schaeffler. Ziel ist es, die fragmentierte europäische Werkstoffdatenlandschaft zu vereinheitlichen und die Entwicklung neuer Hochleistungswerkstoffe, um den Faktor 4 zu beschleunigen.

mehr lesen
Claroty: CPS-nativer KI-Agenten für Cybersecurity
Claroty: CPS-nativer KI-Agenten für Cybersecurity

Claroty, spezialisiert für die Sicherheit von cyber-physischen Systemen (CPS), stellt seinen neuen CPS-nativen KI-Agenten Claire vor. Dieser ermöglicht es Unternehmen, ihre geschäftskritische Infrastruktur proaktiv mit bislang nicht erreichter Geschwindigkeit und Präzision mit intuitiver Benutzerführung zu schützen. Claire basiert auf dem weltweit fortschrittlichsten CPS-Sprachmodell, das auf über einem Jahrzehnt Branchenexpertise basiert und mit dem größten CPS-Datenpool trainiert wurde.

mehr lesen
Infineon tritt dem NVIDIA MGX(TM) Ökosystem bei
Infineon tritt dem NVIDIA MGX(TM) Ökosystem bei

Die Infineon Technologies AG, Anbieter von Halbleiterlösungen für Power Systems und IoT, ist dem NVIDIA MGX(TM) AI Factory Ecosystem beigetreten, um die Stromversorgung für KI-Rechenzentren der nächsten Generation neu zu gestalten.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03