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Jedes fünfte Unternehmen nutzt laut ZVEI industrielle KI

Industrielle KI hat enormes Potenzial für den Industriestandort Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des ZVEI unter Entscheidern aus verschiedenen Industriebranchen, die bereits KI-Anwendungen für eigene Produktionsprozesse einsetzen.

von | 25.11.25

Wie die Umfrage ebenfalls zeigt, entwickeln sich industrielle KI-Anwendungen auch außerhalb Deutschlands rasch.
Foto: christian42 - stock-adobe.com

Industrielle KI hat enormes Potenzial für den Industriestandort Deutschland. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des ZVEI unter Entscheidern aus verschiedenen Industriebranchen, die bereits KI-Anwendungen für eigene Produktionsprozesse einsetzen.

Industrielle KI als deutsche Kompetenz

Schon jedes fünfte Unternehmen konnte industrielle KI-Anwendungen in seine Produktions- und Wertschöpfungsprozesse integrieren. Mehr als zwei Drittel dieser Unternehmen erwarten eine deutliche Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch industrielle KI innerhalb der nächsten fünf Jahre. Jedes Vierte plant, in den kommenden fünf Jahren teilweise deutlich mehr als 20 % seiner Gesamtinvestitionen in industrielle KI-Anwendungen fließen zu lassen.

„Unsere Unternehmen sehen nicht nur das immense Potenzial industrieller KI, sie werfen es bereits in die Waagschale. Das darf uns zuversichtlich stimmen“, bilanziert ZVEI-Präsident Dr. Gunther Kegel. „Die Unternehmen zeigen: KI in der industriellen Anwendung ist unser Kompetenzfeld.” Zugleich mahnt Dr. Kegel aber ein noch höheres Tempo an. „KI, Software und Daten sind die Treiber der künftigen Wertschöpfung. Dieser Herausforderung müssen sich noch mehr Unternehmen stellen, wollen sie im globalen Wettbewerb weiterhin eine führende Rolle einnehmen.”

Die überbordende EU-Regulatorik könnte sich für einen Großteil der Befragten jedoch als Stolperstein erweisen. So empfindet jedes dritte Unternehmen mit industriellen KI-Anwendungen die geltenden oder geplanten EU-Regelwerke, etwa den AI Act, den Data Act oder den Cyber Resilience Act, als starke bis sehr starke Belastung für die weitere Umsetzung von KI-Projekten. Die besorgniserregende Konsequenz ist, dass 42 % der Befragten es für wahrscheinlich halten, künftig nicht in Deutschland, sondern außerhalb der EU in KI-Anwendungen zu investieren.

Europa muss regulatorische KI-Unsicherheiten aus dem Weg räumen

Damit sendet die Industrie ein klares Signal: Verlässliche, innovationsfreundliche Rahmenbedingungen sind entscheidend, um die technologische Entwicklung in Europa zu halten und zu stärken. „Damit die Breite der Industrie bei der KI-Entwicklung mitziehen kann, muss Europa dringend die regulatorische Unsicherheit aus dem Weg räumen und mehr praxisnahe Unterstützung für den Mittelstand schaffen”, mahnt Dr. Kegel. “Die Unternehmen brauchen mehr Spielräume, damit sich Innovationen in allen Fragen der Digitalisierung entfalten können und nicht bereits im Entstehen abgewürgt werden.”

Wie die Umfrage ebenfalls zeigt, entwickeln sich industrielle KI-Anwendungen auch außerhalb Deutschlands rasch. Der ZVEI-Präsident und atp-Herausgeber fordert die Politik deshalb auf, den Fokus auf eine leistungsfähige Infrastruktur, praktikable Datenschutzregeln und einen offenen Umgang mit vertrauenswürdigen KI-Systemen zu legen. “Wir stehen an einer Wegscheide: Wir haben Chancen, unsere sehr gute Stellung bei industrieller KI, unter anderem als Fabrikausrüster der Welt, auszubauen. Dazu muss jedoch der Rahmen stimmen. Andernfalls drohen Deutschland und Europa den Anschluss im globalen Wettbewerb zu verlieren.“

Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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