In Zusammenarbeit mit CONTACT Software hat das Fraunhofer IPK Fachleute aus der Industrie zur Instandhaltung befragt. Als zentrale Herausforderungen werden der Fachkräftemangel, die Suche nach Informationen und die Ersatzteilbeschaffung genannt. Die vollständigen Ergebnisse der Umfrage stehen kostenfrei zur Verfügung.
Ungeplante Ausfallzeiten für die Instandhaltung sind teuer: 2022 beliefen sich die geschätzten Kosten allein bei den Fortune Global 500-Industrieunternehmen auf fast 1,5 Billionen US-Dollar. Um die Herausforderungen der Unternehmen zu verstehen und digitale Technologien als mögliche Lösungsansätze zu bewerten, befragten das Fraunhofer IPK und CONTACT Software-Fachleute aus der Instandhaltungsbranche.
Fachkräftemangel, Informationssuche und Ersatzteile sind die größten Herausforderungen
Als zentrale Herausforderungen stellten sich dabei der Mangel an qualifizierten Fachkräften, die Suche nach Informationen sowie die Verfügbarkeit von Ersatzteilen heraus. Darüber hinaus verdeutlicht die Umfrage, wie wichtig die Planbarkeit von Ausfällen durch Instandhaltungsmaßnahmen ist. Digitale Lösungen wie IoT-Plattformen und Digitale Zwillinge unterstützen dabei, indem sie den Maschinenzustand mit Sensoren überwachen und mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) analysieren. So können Unternehmen präventiv warten (Predictive Maintenance) statt ausfallbedingt und damit Kosten, die durch ungeplante Stillstände entstehen, reduzieren. Bisher wird der Digitale Zwilling laut den Befragten aber eher selten genutzt.
Um Fachpersonal anzulernen, zählen Schulungen und Weiterbildungen nach wie vor zu den häufigsten Qualifizierungsmaßnahmen. Der Einsatz digitaler Assistenzsysteme bietet vielversprechende Möglichkeiten, Serviceteams und auch weniger qualifizierte Mitarbeitende in der Instandhaltung gezielt zu unterstützen. Technologien wie Augmented Reality (AR) oder Virtual Reality (VR) haben hierbei großes Potenzial, werden aber aktuell nur von wenigen Unternehmen eingesetzt.
Mitarbeitende in der Instandhaltung haben einen überdurchschnittlich hohen Bedarf an Informationen, zum Beispiel über die betroffenen Ersatzteile. Die Umfrage verdeutlicht, dass im Maschinenbau ein Teil der Daten bereits digital verfügbar ist, während im Fahrzeugbau Informationen wie Dokumente eher analog vorliegen. Eine gut strukturierte Datenbasis steigert die die Qualität und kann die Anzahl der Suchanfragen deutlich verringern – insbesondere, wenn die Informationen digital erfasst und aufbereitet sind.
Expertenbefragung in der Instandhaltung fand bereits 2024 statt
Die Expertenbefragung, die diesen Ergebnissen zugrunde liegt, umfasste 22 Fragen und fand von Mitte Februar bis Ende Juni 2024 statt. Die Teilnehmenden stammen überwiegend aus der Automobilbranche sowie der Metallverarbeitung und sind in Bereichen wie strategischer Planung, operativer Einsatzplanung oder praktischen Durchführung tätig.
Interessierte können hier die vollständige Umfrage mit allen Ergebnissen einsehen.







