Automatisierungstechnik und nachhaltige Produktionsprozesse rücken in der Industrie zunehmend zusammen. Steigende Anforderungen an Transparenz, CO₂-Reduktion und Nachhaltigkeitsberichterstattung erhöhen den Druck auf Unternehmen, ihre Lieferketten und Materialeinsätze zu optimieren. BASF reagiert darauf mit Green Energy Manufacturing, einem Baustein der Engineering Plastics Sustainability Toolbox, der technische Kunststoffe mit reduziertem CO₂-Fußabdruck bereitstellt.
Automatisierungstechnik profitiert von CO₂-reduzierten technischen Kunststoffen
Green Energy Manufacturing basiert auf dem Einsatz erneuerbarer Energien entlang der chemischen Produktion. Strom, Dampf und Wärme werden soweit möglich aus erneuerbaren Quellen oder alternativen Energieträgern wie Biomethan, Prozessabwärme oder elektrisch erzeugter Wärme bereitgestellt. Dadurch sinkt der Product Carbon Footprint (PCF) der hergestellten Kunststoffe, ohne deren Materialeigenschaften oder Qualität zu verändern.
Für industrielle Anwender ist insbesondere der Drop-in-Ansatz relevant: Die Materialien lassen sich ohne Anpassungen bestehender Produktionsprozesse oder Werkzeuge einsetzen. Dadurch können Unternehmen Emissionen reduzieren, ohne ihre Fertigungsabläufe oder Produktqualifikationen neu aufzusetzen.
Relevanz für die Prozess- und Fertigungsindustrie
Vor allem Scope-3.1-Emissionen aus eingekauften Materialien stellen viele Industrieunternehmen vor Herausforderungen. Green Energy Manufacturing ermöglicht es, diese Emissionen über den Materialeinsatz zu senken und gleichzeitig Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) zu unterstützen.
Für Betreiber automatisierter Fertigungsanlagen bietet dieser Ansatz den Vorteil, dass bestehende Produktionslinien unverändert weiterbetrieben werden können. Die Dekarbonisierung erfolgt somit über die Materialbeschaffung und nicht über aufwendige Anlagenumbauten.
Praxisbeispiele aus der Industrie
Eaton integriert Materialien mit reduziertem Product Carbon Footprint schrittweise in seine Fertigungsprozesse. Erste Anwendungen werden bereits am Produktionsstandort Schrems in Österreich umgesetzt. Ziel ist es, die CO₂-Bilanz volumenstarker Elektroprodukte zu verbessern, ohne Leistung, Sicherheit oder Fertigungseffizienz zu beeinträchtigen.
Auch Bosch setzt auf Green Energy Manufacturing als Bestandteil seiner Beschaffungsstrategie. Für ein bei BASF bezogenes Kunststoffprodukt erwartet das Unternehmen für die im Jahr 2026 geplanten Bezugsmengen eine Verringerung des CO₂-Fußabdrucks um rund 1.000 Tonnen CO₂-Äquivalente. Die Umstellung erfolgt dabei ohne Änderungen an den bestehenden Produktionsprozessen.
Engineering Plastics Sustainability Toolbox erweitert Nachhaltigkeitsstrategie
Neben Green Energy Manufacturing umfasst die Sustainability Toolbox von BASF weitere Ansätze zur Reduzierung des Product Carbon Footprint. Dazu gehören mechanisch recycelte Kunststoffe sowie Massenbilanzlösungen auf Basis alternativer Rohstoffe. Unternehmen erhalten dadurch mehrere Optionen, regulatorische Anforderungen mit bestehenden Produktionssystemen zu verbinden und ihre Nachhaltigkeitsstrategie schrittweise umzusetzen.
Nach Angaben von BASF konnten Anwender der Engineering-Plastics-Lösungen im Jahr 2025 ihren CO₂-Fußabdruck insgesamt um rund 2.000 Tonnen pro Jahr reduzieren. Die Beispiele verdeutlichen, dass Materialinnovationen zunehmend zu einem Baustein industrieller Dekarbonisierungsstrategien werden, ohne tiefgreifende Eingriffe in bestehende Fertigungsprozesse zu erfordern.
Materialbasierter Ansatz zur Emmissionsreduzierung
Mit Green Energy Manufacturing verfolgt BASF einen materialbasierten Ansatz zur Emissionsreduzierung, der sich ohne Änderungen bestehender Produktionsprozesse in industrielle Fertigungsumgebungen integrieren lässt. Für die Prozess- und Fertigungsindustrie entsteht dadurch eine Möglichkeit, Nachhaltigkeitsziele, regulatorische Anforderungen und wirtschaftliche Produktionsabläufe miteinander zu verbinden.







