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Elektro- und Digitalindustrie: Fast zweistelliger Auftragsrückgang in 2024

Im Dezember 2024 fielen die Bestellungen in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie nochmals um 19,5 % geringer aus als im entsprechenden Vorjahresmonat. „Der Rückgang war rund doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vorherigen elf Monate. Allerdings entwickelten sich die Auftragseingänge in den einzelnen Fachbereichen äußerst unterschiedlich“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Ein erster zarter Lichtstreif am Konjunkturhimmel könnte sein, dass es bei den frühzyklischen elektronischen Bauelementen im Dezember wieder ein Auftragsplus von 19,3 % gab.“

von | 17.02.25

Der Umsatz der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kam im Dezember 2024 auf 18,6 Milliarden – ein Minus von 4,5 %  gegenüber Vorjahr.

Im Dezember 2024 verzeichnete die Elektro- und Digitalindustrie laut dem ZVEI einen Auftragsrückgang um 19,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. „Der Rückgang war rund doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vorherigen elf Monate. Allerdings entwickelten sich die Auftragseingänge in den einzelnen Fachbereichen äußerst unterschiedlich“, sagte ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. „Ein erster zarter Lichtstreif am Konjunkturhimmel könnte sein, dass es bei den frühzyklischen elektronischen Bauelementen im Dezember wieder ein Auftragsplus von 19,3 % gab.“

Auftragsrückgang fällt größer aus als gedacht

Im Vergleich zu den Inlandsorders, die im Dezember um 32,1 % einbrachen, gaben die Auslandsbestellungen nur um 8,8 % nach (Eurozone: – 14,4 %, Drittländer: – 5,8 %).

Im gesamten vergangenen Jahr 2024 gingen die Auftragseingänge damit um 9,6 % zurück. Auch hier fiel das Minus bei den Inlandsbestellungen mit 12,9 % höher aus als der Rückgang bei den Orders ausländischer Kunden (- 6,6 %). Aus dem Euroraum gingen zwischen Januar und Dezember 8,5 % weniger neue Aufträge ein, aus Ländern außerhalb des gemeinsamen Währungsraums 5,6 %.

Die um Preiseffekte bereinigte Produktion elektrotechnischer und elektronischer Erzeugnisse in Deutschland lag im Dezember um 7,3 % unter Vorjahr. Für das gesamte Jahr 2024 ergibt sich so ein Minus beim Output von 9,1 %. „Für 2025 geht der ZVEI derzeit von einem realen Produktionsrückgang um 2 % aus“, so Gontermann.

Der Umsatz der heimischen Elektro- und Digitalindustrie kam im Dezember 2024 auf 18,6 Milliarden – ein Minus von 4,5 %  gegenüber Vorjahr.

Auch Inlandserlöse bleiben unter Plan

Die Inlandserlöse gaben im Dezember um 1,7 % auf 9,2 Milliarden Euro nach, während sich der Auslandsumsatz um 7,0 % auf 9,4 Milliarden Euro verkürzte. Mit Kunden aus der Eurozone wurden 3,2 Milliarden Euro umgesetzt (- 5,5 %). Das Geschäft mit Partnern aus Drittländern fiel hier um 7,7 % auf 6,2 Milliarden Euro.

Vorbehaltlich späterer Revisionen durch Destatis belief sich der aggregierte Branchenumsatz im Gesamtjahr 2024 damit auf 223,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Rekorderlös von 2023 war dies ein Rückgang um 6,2 %.

Etwas mehr als die Hälfte der Erlöse wurden 2024 im Auslandsgeschäft erzielt (116,3 Mrd. € bzw. – 5,8 %). Der Umsatz im Inland lag bei 106,9 Milliarden Euro (- 6,7 %). Mit Kunden aus dem Euroraum wurden im vergangenen Jahr Geschäfte im Wert von 41,4 Milliarden Euro gemacht (- 5,9 %), während die Erlöse mit Kunden aus Drittländern bei 74,9 Milliarden Euro lagen (- 5,6 %).

Die branchenweite Kapazitätsauslastung hat sich zu Beginn des ersten Quartals 2025 gegenüber der Situation drei Monate zuvor um einen weiteren Prozentpunkt auf 73,4 % reduziert. Immerhin haben die Unternehmen ihre Produktions- und Beschäftigungspläne im Januar heraufgesetzt.

Über die Hälfte der Branche berichtet von Auftragsrückgang

„Während aktuell nur noch 14 bzw. 10 % der Elektrounternehmen über Fachkräftemangel und Materialknappheit klagen, sind 54 % von Auftragsmangel betroffen“, sagte Gontermann.

Auch wenn sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie im Januar 2025 leicht erholt hat, bleibt es unter dem Strich noch immer deutlich im negativen Bereich. Die aktuelle Lage wurde nochmals etwas ungünstiger bewertet als im Dezember, dafür verbesserten sich die allgemeinen Geschäftserwartungen auf niedrigem Niveau spürbar. Auch die Exporterwartungen zogen zuletzt an.

Weitere Informationen gibt es unter www.zvei.org.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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