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Cloud Report 2026: Unternehmen fordern mehr digitale Souveränität

Die deutsche Wirtschaft sieht ihre wachsende Abhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern zunehmend kritisch. Das zeigt der aktuelle „Cloud Report 2026“ des Digitalverbands Bitkom. Demnach halten mittlerweile 85 % der Unternehmen Deutschland für zu stark von US-amerikanischen Cloud-Anbietern abhängig – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend groß ist der Wunsch nach leistungsfähigen Cloud-Angeboten aus Deutschland oder Europa: Vier von fünf Unternehmen wünschen sich europäische Alternativen, die mit den globalen Marktführern konkurrieren können.

von | 23.06.26

Insgesamt zeigt die Studie, dass die Cloud für viele Unternehmen bereits heute das Rückgrat ihrer IT bildet.
Foto: blackboard - stock-adobe.com

Die deutsche Wirtschaft sieht ihre wachsende Abhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern zunehmend kritisch. Das zeigt der aktuelle „Cloud Report 2026“ des Digitalverbands Bitkom. Demnach halten mittlerweile 85 % der Unternehmen Deutschland für zu stark von US-amerikanischen Cloud-Anbietern abhängig – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend groß ist der Wunsch nach leistungsfähigen Cloud-Angeboten aus Deutschland oder Europa: Vier von fünf Unternehmen wünschen sich europäische Alternativen, die mit den globalen Marktführern konkurrieren können.

Geopolitik als Treiber von IT-Strategien

Die geopolitischen Entwicklungen wirken sich dabei zunehmend auf die IT-Strategien der Unternehmen aus. Fast zwei Drittel der Unternehmen, die bereits Cloud-Dienste einsetzen, geben an, ihre Cloud-Strategie aufgrund der aktuellen Politik der US-Regierung zu überdenken. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, für mehr digitale Souveränität Kompromisse einzugehen. So würden 37 % der Unternehmen eine Cloud-Lösung bevorzugen, die Daten ausschließlich in Deutschland verarbeitet und vor ausländischem Zugriff schützt – selbst dann, wenn dies mit höheren Kosten, weniger Funktionen oder längeren Wartezeiten auf neue Features verbunden wäre. Im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 27 %.

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Die Herkunft des Cloud-Anbieters gewinnt erheblich an Bedeutung. Für nahezu alle befragten Unternehmen spielt das Herkunftsland inzwischen eine Rolle bei der Auswahl eines Providers. Während derzeit 71 % der Unternehmen Cloud-Angebote aus den USA nutzen, würden lediglich acht Prozent US-Anbieter bevorzugen. Dagegen setzen zwar aktuell nur etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen auf deutsche Anbieter, bevorzugen würden diese jedoch 91 % der Befragten. Auch europäische Anbieter genießen deutlich höhere Zustimmungswerte als ihre tatsächliche Verbreitung am Markt. Allerdings sehen 43 % der Unternehmen derzeit noch keine gleichwertigen europäischen Alternativen zu den großen US-Hyperscalern.

Von der Politik erwarten die Unternehmen deshalb deutlich stärkere Impulse. Neun von zehn Unternehmen fordern, dass staatliche Stellen konsequenter auf europäische oder souveräne Cloud-Lösungen setzen. Rund drei Viertel sprechen sich zudem für staatliche Initiativen zum Ausbau europäischer Cloud-Infrastrukturen aus. Viele Unternehmen bemängeln jedoch, dass bisherige politische Maßnahmen zur digitalen Souveränität kaum konkrete Auswirkungen auf ihre eigene Geschäftspraxis hatten. Gleichzeitig kritisieren sie fehlende Transparenz bei Datenverarbeitung und Zugriffsrechten sowie das Fehlen einheitlicher europäischer Standards und Zertifizierungen.

Die Cloud bleibt zentraler Baustein der digitalen Transformation

Unabhängig von der Herkunft der Anbieter bleibt die Cloud ein zentraler Baustein der digitalen Transformation. Bereits 86 % der Unternehmen nutzen Cloud-Dienste, weitere Unternehmen planen oder diskutieren deren Einführung. Besonders häufig kommen hybride oder Multi-Cloud-Strategien zum Einsatz. Wichtigstes Ziel beim Einsatz von Cloud-Technologien ist mittlerweile die Verbesserung der IT-Sicherheit. Drei Viertel der Unternehmen wollen durch Cloud-Lösungen ihre Sicherheitsstandards erhöhen. Darüber hinaus stehen die Digitalisierung interner Prozesse, Kostensenkungen sowie der Zugang zu innovativen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge im Fokus.

Vor allem Künstliche Intelligenz entwickelt sich dabei zum wichtigsten Wachstumstreiber für den Cloud-Markt. Bereits heute nutzen 42 % der Unternehmen KI-Dienste aus der Cloud. Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll dieser Anteil auf 69 % steigen. Auch Anwendungen wie Datenbanken, Sicherheitssoftware, CRM-Systeme oder Rechenleistung werden künftig verstärkt aus der Cloud bezogen. Dagegen wird die Bedeutung klassischer Cloud-Speicher oder Office-Anwendungen voraussichtlich nur noch geringfügig wachsen. Cloud und KI entwickeln sich damit zunehmend zu eng miteinander verbundenen Technologien, die gemeinsam die digitale Transformation in Unternehmen vorantreiben.

Insgesamt zeigt die Studie, dass die Cloud für viele Unternehmen bereits heute das Rückgrat ihrer IT bildet. Gleichzeitig gewinnen Themen wie digitale Souveränität, Anbieterunabhängigkeit und sichere Datenverarbeitung deutlich an Bedeutung. Für Anbieter, Politik und Unternehmen gleichermaßen wird es daher künftig entscheidend sein, leistungsfähige europäische Cloud-Ökosysteme aufzubauen und Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern zu reduzieren.

Der gesamte Cloud Report des Bitkom steht zum kostenfreien Download bereit:

Zum Download

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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