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Bundeskanzler Merz betont Bedeutung der Chemieindustrie

Kriege, Handelskonflikte, Unsicherheit: Die Weltwirtschaft schwächelt – und Deutschland droht das dritte Rezessionsjahr in Folge. Zum Auftakt des Branchengipfels mit Bundeskanzler Merz forderte der VCI-Präsident gestern Mut zu harten politischen Entscheidungen: „Strukturelle Reformen sind überfällig – egal wie unbequem. Meine Botschaft an die Politik lautet: Hört auf zu streiten und stellt euch der Verantwortung. Alles andere geht auf Kosten unseres Landes.“

von | 25.09.25

In seiner Rede zeigte sich Bundeskanzler Friedrich Merz solidarisch mit der Chemieindustrie.
Foto: VCI / André Groth

Kriege, Handelskonflikte, Unsicherheit: Die Weltwirtschaft schwächelt – und Deutschland droht das dritte Rezessionsjahr in Folge. Zum Auftakt des Branchengipfels mit Bundeskanzler Friedrich Merz forderte der VCI-Präsident gestern Mut zu harten politischen Entscheidungen: „Strukturelle Reformen sind überfällig – egal wie unbequem. Meine Botschaft an die Politik lautet: Hört auf zu streiten und stellt euch der Verantwortung. Alles andere geht auf Kosten unseres Landes.“

Die Lage der Chemieindustrie ist alarmierend ernst

„Wir sind nominell noch die drittgrößte Volkswirtschaft, tatsächlich aber längst Schlusslicht beim Wachstum unter den großen Industrienationen. Wie tief sollen wir noch fallen, bis die Politik reagiert?“, fragt Markus Steilemann, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie (VCI), in Berlin.

Die Lage ist alarmierend ernst: Arbeitslosigkeit über drei Millionen, Insolvenzen auf Rekordkurs, die Chemie mit enttäuschenden Zahlen und historisch niedriger Auslastung. „Wir müssen diesen Abwärtstrend jetzt stoppen. Die Industrie steht am Abgrund“, sagt Steilemann. Der VCI-Präsident hält die bisherigen Schritte der Regierung bei Strom, Gas und Steuern für nicht ausreichend: „Alles richtig. Alles gut. Aber damit allein kommt Deutschland nicht wieder in die Spur. Die zweiten 100 Tage müssen zum Gamechanger werden.“ Zögern hat aus Sicht des VCI einen sehr hohen Preis: Jobs gehen verloren, Unternehmen schließen oder verlagern Investitionen ins Ausland.

EU-Regulierung bremst Industrie zusätzlich aus

Neben Bürokratie und Energiekosten gibt es eine 3. Großbaustelle am Standort – die europäische Regulierung. Statt Innovationen zu fördern, bremst sie sie zunehmend aus. Industrieemissionsrichtlinie, Emissionshandel, Abwasserrichtlinie, Kreislaufwirtschaft oder das avisierte Chemikalienpaket – all das droht zum Innovationskiller zu werden. Der VCI fordert: Schluss mit zusätzlichen Belastungen, her mit einem Befreiungsschlag bei der bestehenden Regulierung. Steilemann betont: „Ein Regelwerk darf kein Showstopper für Fortschritt und Wettbewerbsfähigkeit sein. Beim Chemikalienpaket braucht es die Aufmerksamkeit des Kanzlers – hier geht es um unsere ‚license to operate‘ und die Zukunft des Industriestandorts.“

Friedrich Merz betonte Relevanz der Chemiebranche

Bundeskanzler Friedrich Merz betonte in seiner Rede die Bedeutung der Branche: „Auch in den Laboren und Produktionsstätten unserer Chemie- und Pharmaindustrie entscheidet sich, ob Deutschland ein souveränes und ein innovatives Industrieland bleibt – innovativ auch und gerade in der Forschung, Entwicklung und mit seinen Produkten, die echten Fortschritt bedeuten, weil sie das Leben der Menschen in der Welt besser machen.“

Der VCI begrüßt, dass die Bundesregierung Innovation mit der Hightech-Agenda als wichtiges Zukunftsthema priorisiert hat. 16,5 Milliarden Euro investiert die Branche dieses Jahr in Forschung und Entwicklung – so viel wie nie. „Innovation ist Deutschlands Markenzeichen – und Chemie und Pharma sind das Herzstück“, sagt Steilemann. „Unsere Branche ist Treiber von Wertschöpfung, Wachstum und Beschäftigung. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass dieser Funke auf das ganze Land überspringt.“

Weitere Informationen gibt es unter www.vci.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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