Mit einer Reihe von Portfolio- sowie Effizienz- und Strukturmaßnahmen will der Bayer-Konzern seine Life-Science-Kerngeschäfte weiter stärken. So sollen die Produktivität sowie die Innovationskraft erhöht und damit die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert werden. Der Aufsichtsrat der Bayer AG hat sich mit den entsprechenden Plänen des Vorstands am Donnerstag befasst und einstimmig deren Unterstützung beschlossen.
Fokussierung auf die Life-Science-Kerngeschäfte
Im Laufe des kommenden Jahres soll die Umsetzung mehrerer Portfoliomaßnahmen vorangetrieben werden. So will sich Bayer von seinem Animal-Health-Geschäft trennen und prüft entsprechende Optionen. Zwar bieten sich hier Wachstumsoptionen in einem attraktiven Markt. Die dazu notwendigen Investitionsmittel sollen jedoch für die Kerngeschäfte Pharmaceuticals, Consumer Health und Crop Science eingesetzt werden.
Darüber hinaus führt Bayer Gespräche über eine Veräußerung seines 60-prozentigen Anteils am deutschen Standortdienstleister Currenta. Nach der erfolgreichen Trennung von Covestro steht die Nutzung der Dienstleistungen von Currenta in keinem Verhältnis mehr zum Besitzanteil von Bayer.
12.000 Arbeitsplätze fallen weg
Im Rahmen aller geplanten Effizienz- und Strukturmaßnahmen sind – einschließlich der erwarteten Synergien aus der Monsanto-Übernahme – ab 2022 jährliche Beiträge in Höhe von 2,6 Milliarden Euro vorgesehen. Dies geht einher mit einem geplanten Abbau von rund 12.000 der weltweit 118.200 Arbeitsplätze, ein signifikanter Teil davon in Deutschland, der allerdings sozialverträglich erreicht werden soll. Details werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet.
Die insgesamt erwarteten Einmalkosten für diese Maßnahmen liegen im Bereich des 1,7-Fachen der jährlichen Beiträge. Ein Teil der frei werdenden Mittel soll in den kommenden Jahren genutzt werden, um die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Divisionen zu stärken. „Allein bis Ende 2022 sind Zukunftsinvestitionen von insgesamt rund 35 Milliarden Euro vorgesehen. Mehr als zwei Drittel davon wollen wir in Forschung und Entwicklung investieren und knapp ein Drittel in Sachanlagen“, sagte Baumann.
Neue Vereinbarung zur „Zukunftssicherung Bayer 2025“
Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter verständigten sich in einer Gemeinsamen Erklärung auf eine neue Vereinbarung zur „Zukunftssicherung Bayer 2025“. Demnach sind betriebsbedingte Kündigungen im Personalverbund der Bayer AG in Deutschland bis Ende 2025 grundsätzlich ausgeschlossen.
„Die geplanten Maßnahmen bei Bayer sind ein gravierender Einschnitt für die Kolleginnen und Kollegen“, sagte Oliver Zühlke, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats von Bayer. „Für uns haben die Sicherung der Beschäftigung und die Zukunftsfähigkeit der Arbeitsplätze höchste Priorität. Mit der Gemeinsamen Erklärung ist es uns gelungen, dafür gute Voraussetzungen zu schaffen.“ Die Gemeinsame Erklärung soll im 1. Quartal 2019 in eine Gesamtbetriebsvereinbarung überführt werden.
KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend
Deutschland steht vor einer strukturellen Paradoxie: Während in einzelnen Industriezweigen Stellen abgebaut werden, fehlen in anderen Bereichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Technologische Sprünge – insbesondere getrieben durch Künstliche Intelligenz – verändern Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig verschärfen demografischer Wandel und internationaler Wettbewerbsdruck den Fachkräftemangel. Eine aktuelle VDI-Studie zeigt, dass Qualifizierung und Re-Skilling in technischen Berufen keine Randthemen sind, sondern ein Schlüssel, um Fachkräfte gezielt in neue Aufgaben zu bringen.







