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ZVEI erwartet 2018 Produktionsplus von drei Prozent für Elektroindustrie

Die deutsche Elektroindustrie ist im vergangenen Jahr so stark gewachsen wie seit 2011 nicht mehr. Insgesamt konnten etwa 174 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Ein Plus von 7,3 Prozent. Im Export konnte die deutsche Elektroindustrie sogar das inzwischen vierte Rekordjahr in Folge verbuchen. Die größten Herausforderungen stellen 2018 der Klimschutz und der Fachkräftemangel dar.

von | 04.11.20

  • Fachkräftemangel derzeit größte Herausforderung
  • Klimaschutz eröffnet Chancen für die Industrie und den Standort

„Die deutsche Elektroindustrie zeigt sich stark wie lange nicht. Wir verzeichnen das beste Wachstum seit 2011. Umsatz und Export schlossen 2017 mit Rekorden ab. Auch die Zahl der Beschäftigten ist nochmals deutlich gestiegen“, sagte Dr. Klaus Mittelbach, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung, bei der Jahresauftakt-Pressekonferenz des ZVEI – Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie.
Der Fachkräftemangel stelle aber eine große Herausforderung dar. Der Staat müsse mehr in die Zukunft und damit in Bildung, Forschung und Infrastruktur investieren. Für 2018 ist der Verband optimistisch. Erwartet wird, dass die preisbereinigte Produktion der Branche um drei Prozent wachsen wird. „Gleichzeitig gehen wir von einem Anstieg der Erlöse auf 196 Milliarden Euro aus“, so Dr. Mittelbach.
Preibereinigte Produktion wuchs 2017 um 4,6 Prozent
Die preisbereinigte Produktion der Elektroindustrie wuchs von Januar bis November 2017 um 4,6 Prozent gegenüber Vorjahr. Der Umsatz – der auch Dienstleistungen und Software umfasst – nahm im gleichen Zeitraum um noch kräftigere 7,3 Prozent auf 174 Milliarden Euro zu. Im gesamten vergangenen Jahr sollte er sich auf gut 190 Milliarden Euro belaufen haben. Dies sind rund acht Milliarden Euro mehr als im bisherigen Rekordjahr 2007.
Exporte: Viertes Rekordjahr in Folge
Besonders stark zeigte sich erneut der Export: Von Januar bis November 2017 nahmen die gesamten Branchenausfuhren, einschließlich Re-Exporten, um 10,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 183,3 Milliarden Euro zu. Im gesamten vergangenen Jahr kamen sie schätzungsweise nahe an die 200-Milliarden-Euro-Marke heran und verzeichneten damit den nunmehr vierten Rekord in Folge. Die meisten Exporte gingen 2017 nach China, gefolgt von den USA und Frankreich.
Die Branchenausfuhren nach China stiegen zwischen Januar und November des vergangenen Jahres um 18,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf 17,4 Milliarden Euro. Die Exporte in die USA erhöhten sich im gleichen Zeitraum um 6,9 Prozent auf 15,8 Milliarden Euro – obgleich der Euro gegenüber dem Dollar im letzten Jahr um 15 Prozent aufgewertet hat. Frankreich fragte mit 11,5 Milliarden Euro insgesamt 8,1 Prozent mehr elektrotechnische und elektronische Produkte und Systeme aus Deutschland nach.
Chancen des Klimaschutzes für Deutschland ergreifen
„Ziel in Deutschland muss sein, die Innovationsführerschaft im Bereich der Klimaschutztechnologien auszubauen“, so Dr. Mittelbach. Für die 19. Legislaturperiode bedeute das, jetzt die Digitalisierung und den Umbau des Energiesystems zusammenzuführen. Dass das politisch formulierte Klimaschutzziel, die CO2-Emissionen bis 2050 um mindestens 80 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, technologisch und volkswirtschaftlich erreichbar sei, bestätige auch die kürzlich veröffentlichte BDI-Studie „Klimapfade für Deutschland“. Die Studie zeige große Chancen für die deutsche Industrie und Deutschland insgesamt, die wir konsequenter als bisher nutzen müssen.
„Wenn wir im eigenen Land zeigen, wie durch die erneuerbaren Energien, Digitalisierung und Energieeffizienz ein leistungsstarkes Energiesystem entsteht, können wir mit unseren Technologien auch Exporterfolge erzielen und den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken“, so Dr. Mittelbach weiter. Die Bundesregierung müsse jetzt für Schlüsseltechnologien ein starkes innovationsfreundliches Umfeld schaffen.
Die gesamte Jahresauftakt-Pressekonferenz ist auf der Website des ZVEI als Video-on-Demand in voller Länge hinterlegt.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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