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Digitalisierung: „Es ist ein Trauerspiel, wo wir als Industrienation stehen“

Im Morning Briefing, dem Podcast und Newsletter von Gabor Steingart, hat Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor und CEO des Hasso-Plattner-Instituts, wie viel Nacholbedarf Deutschland bei der Digitalisierung hat. Dabei mangele es nicht an Verständnis, sondern scheitere eher in der Umsetzung konkreter Projekte.

von | 04.11.20

Prof. Dr. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik und Leiter des Fachgebiets Internet-Technologien und -Systeme.

„Deutschland droht bei der Digitalisierung zum Sitzenbleiber zu werden. Die anderen haben Amazon, wir den Kaufhof.“ So leitete das Team des Morning Briefings das Interview mit Prof. Meinel ein und traf beim Direktor und CEO des Hasso-Plattner-Instituts, einem universitären Exzellenz-Center für IT-Systems Engineering, Data Engineering und Digital Health in Potsdam, auf Zustimmung.
„Es ist ein Trauerspiel, wo wir als leistungsfähige Industrienation stehen. Es ist fatal, dass wir nicht vorankommen“, erwiederte Prof. Meinel. Als Gesellschaft seien wir nicht mal mehr in der Lage, einen Flughafen oder einen Bahnhof zu bauen. Auch beim Breitband-Ausbau trete man auf der Stelle.

„Wir haben den Status quo eingemauert“

Seine Analyse der noch nicht ausreichenden Digitalisierungsbemühungen fasste er plakativ zusammen:

Wir haben den Status quo so eingemauert, mit Gesetzen, Vorschriften und Regulierungen, sodass das Neue keine Chance hat. Das Neue fängt experimentell an. Da muss auch mal ein Weg beschritten werden, der nicht zum Ziel führt.

Dieser Befund wird umso fataler, wenn es um den Verkauf digitaler Systeme auf Basis digitaler Geschäftsmodelle geht. Die deutsche Industrie droht laut Prof. Meinel in ein Abhängigkeitsverhältnis abzurutschen:

Wir müssen jetzt den Grundstein legen, um digitale Systeme verkaufen zu können. Sonst werden wir nur zu Einkäufern von Systemen, die entweder in USA oder China gebaut werden.

Die Gründe für die nur schleppend voranschreitende Digitalisierung seien jedoch vor allem praktischer Natur: „Das Verständnis bei Frau Merkel oder den regierenden Ministern fehlt nicht“, urteilt Prof. Meinel. Vielmehr seien strukturell verankerte Abstimmungsprobleme über viele Ebenen hinweg häufig unüberwindbare Hürden. „Wir kommen oft einfach nicht in die Ausführung“.
Das gesamte Interview von Prof. Dr. Christoph Meinel ist auf der Website des Morning Briefings hinterlegt.
Zum Interview

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