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Software: Unternehmen setzen massiv auf Open Source

Open-Source-Software prägt den Alltag vieler Menschen – meist ohne, dass sie es wissen. Das Internet, wie wir es kennen und täglich nutzen, würde ohne Open-Source-Software ebenso wenig funktionieren wie die meisten Smartphones. Aber Open-Source-Software wird bereits heute von den meisten größeren Unternehmen bewusst eingesetzt, wie eine neue Bitkom-Umfrage ergibt, deren Ergebnisse im "Open Source Monitor" zusammengefasst sind.

von | 04.11.20

Open-Source-Software ist längst viel mehr als das abendliche Freizeitprojekt von Computer-Nerds. Rund jedes dritte größere Unternehmen in Deutschland (31 %) beteiligt sich heute bereits an der Entwicklung von Open-Source-Software. Das hat eine Umfrage unter mehr als 800 Unternehmen mit 100 oder mehr Mitarbeitern in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergeben, deren Ergebnisse heute im Studienbericht zum „Open Source Monitor“ veröffentlicht wurden.

Open Source ist eine einflussreiche Bewegung

Rund die Hälfte der Unternehmen (55 %), die an Open-Source-Projekten mitwirken, erlaubt einzelnen Mitarbeitern oder Teams sich zu beteiligen. 39 % sind zahlendes Mitglied oder Sponsor von Open-Source-Organisationen. Jedes vierte Unternehmen (24 %) initiiert und begleitet aus dem Unternehmen heraus eigene Projekte für die Open-Source-Community und 15 % stellen von eigenen Entwicklern veränderten Open-Source-Quellcode wieder der Community zur Verfügung.
„Open Source ist heute keine Gegenkultur mehr, sondern Open Source ist eine einflussreiche Bewegung, die auf einer breiten globalen Basis steht“, sagt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Bitkom. „Open Source heißt: Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen teilen sich bei der Entwicklung und Weiterentwicklung von Software den Aufwand und die Ressourcen. Das ist insbesondere auch bei neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain von großer Bedeutung.“

Neun von zehn Unternehmen sparen mit Open Source Geld

Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist. Die Unternehmen, die sich an Open-Source-Projekten beteiligen, handeln dabei nicht selbstlos. Neun von zehn (86 %) geben an, dadurch Geld zu sparen, vier von zehn (38 %) können so Personal einsparen.
Aber eine klare Mehrheit fühlt sich auch dem Open-Source-Gedanken verpflichtet. Jeweils rund zwei Drittel sagen, dass die Mitwirkung Teil des eigenen Open-Source-Verständnisses (67 %) und ein wichtiger Bestandteil der Shared Economy (62 %) ist. Jedes zweite Unternehmen (54 %) hofft durch die Mitarbeit an Open Source bei aktuellen Trends und Themen auf dem Laufenden zu bleiben.

Open Source ist Teil der Innovationsstrategie

Fast genauso viele begründen ihr Engagement mit Verweis auf die eigenen Mitarbeiter. Diese würden dadurch motiviert (48 %) oder könnten sich weiterbilden (47 %). Immerhin 8 % geben an, dass sie durch ihr Open-Source-Engagement neue Talente anwerben. Für jedes dritte Unternehmen (31 %) ist die Mitwirkung an Open Source Teil der eigenen Innovationsstrategie.
Weitere Ergebnisse des „Open Source Monitors“ sind unter anderem: 

  • Drei Viertel der Unternehmen ab 100 Mitarbeitern (75 %) bezeichnen sich selbst an Open Source interessiert und dem Thema gegenüber als aufgeschlossen.
  • Zwei Drittel (69 %) setzen bewusst Open-Source-Software ein.
  • Nur jedes fünfte Unternehmen (21 %) verfügt über eine Open-Source-Strategie.
  • Neun von zehn Unternehmen (88 %) sehen Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Software.

Als wichtigster Grund gilt Kosteneinsparung (17 %). Mit etwas Abstand folgen eine Vielzahl weiterer Gründe wie hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates und Unabhängigkeit von einzelnen Software-Anbietern (je 9 %) sowie die breite Auswahl an Open-Source-Komponenten, der Zugriff auf den Quellcode und einfache individuelle Anpassungen an der Software (je 7 %).

Studienbericht "Open Source Monitor"

Darüber hinaus bietet der Studienbericht „Open Source Monitor“ einen Überblick darüber, welche Rolle Open-Source-Software in unterschiedlichen Branchen wie Automobilindustrie, Handel, Banken & Versicherungen, Verkehr & Logistik sowie IT & Telekommunikation spielt. Dabei zeigt sich, dass der Handel und die Automobilindustrie besonders aufgeschlossen für Open-Source-Software sind.
Der Studienbericht zum „Open Source Monitor“ steht auf der Bitkom-Website zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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