„Viele Unternehmen gehen die digitalen Herausforderungen selbstbewusst an. Ob Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Blockchain oder IoT und Industrie 4.0 – deutsche Unternehmen und Forschungseinrichtungen haben einen exzellenten Ruf und sind bei der Technologie-Entwicklung weltweit spitze“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.
„Zu selten aber werden aus digitalen Innovationen marktgängige Produkte und neue Geschäftsmodelle. Und wir müssen mehr dafür tun, dass auch all die Unternehmen mitgenommen werden, die sich bislang mit der Digitalisierung noch schwer tun.“
Untenehmen sehen Wirtschaft gut aufgestellt
Auch mit Blick auf die nahe Zukunft sehen die Unternehmen die Wirtschaft bei der Digitalisierung gut aufgestellt. Gefragt nach einer Prognose für das Jahr 2030 sieht jeder Zehnte (10 Prozent) die deutsche Wirtschaft weltweit führend, weitere 38 Prozent erwarten eine Position in der Spitzengruppe.
Nur mehr jeder Dritte (32 Prozent) erwartet, dass die deutsche Wirtschaft dann im Mittelfeld zu finden sein wird, 12 Prozent sehen sie unter den Nachzüglern. Immerhin 5 Prozent erwarten aber, dass Deutschland dann im internationalen Vergleich abgeschlagen sein wird.
"Wir brauchen eine mutige und entschlossene Digitalpolitik"
„Deutschland hat bei der Digitalisierung zweifelsohne eine hervorragende Ausgangsposition“, so Berg. „Diese Ausgangsposition gilt es zu nutzen. Wir brauchen jetzt eine mutige und entschlossene Digitalpolitik der Bundesregierung.“ Die Unternehmen sehen auch die Chance, dass durch die Digitalisierung Wertschöpfung und damit Arbeitsplätze wieder zurück nach Deutschland kommen. Das erwarten 4 von 10 befragten Unternehmen (41 Prozent).
Im internationalen Vergleich verlagerte sich in der Vergangenheit die Produktion aufgrund hoher Arbeitskosten ins Ausland. Dank neuartiger und individueller Fertigungsmöglichkeiten etwa durch 3D-Druck und steigender Produktivität könnten hierzulande nun wieder neue Fabriken entstehen.
Berg: „Wir müssen in der gesellschaftlichen Debatte über die Digitalisierung viel stärker die Chancen in den Fokus rücken – für zusätzliche Beschäftigung, für zusätzliche Wertschöpfung und für zusätzliche Steuereinnahmen, von denen alle profitieren.“
Hinweis zur Methodik
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 505 Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten befragt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.
Die Fragestellungen lauteten: „Wo sehen Sie die deutsche Wirtschaft im weltweiten Vergleich beim Thema Digitalisierung?“, „Wo sehen Sie die deutsche Wirtschaft im weltweiten Vergleich beim Thema Digitalisierung im Jahr 2030?“ und „Wird in Folge der Digitalisierung Wertschöpfung wieder zurück nach Deutschland kommen?“
Grünes Licht für Industriestrompreis aus Brüssel
Die EU-Kommission hat den deutschen Industriestrompreis genehmigt und damit den beihilferechtlichen Rahmen für Entlastungen stromintensiver Unternehmen geschaffen. Das Fördervolumen beträgt 3,8 Milliarden Euro, die Regelung gilt für den Zeitraum von 2026 bis 2028. Ziel ist es, besonders energieintensive Branchen im internationalen Wettbewerb zu stabilisieren und Produktionsverlagerungen zu vermeiden. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisierte die Entlastung als zu gering.







