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Robotik: Koreanische Rekordmarke für Industrieroboter im Einsatz

Südkorea hat die Anzahl der im Einsatz befindlichen Industrieroboter in nur fünf Jahren auf aktuell 300.000 Einheiten verdoppelt. Trotz eines negativen Ausblicks aufgrund des US-amerikanischen Handelskonflikts mit China wächst die Branche unbeirrt weiter.

von | 04.11.20

Der von der International Federation of Robotics (IFR) vorgelegte World Robotics Report zeigt einen neuen Rekordbestand von rund 300.000 funktionsfähigen Industrierobotern in der Republik Korea im Jahr 2018 (+10 Prozent). Innerhalb von fünf Jahren hat das Land seine Zahl der Industrieroboter verdoppelt. Nach Japan und China belegte das Land 2018 den dritten Platz. Allerdings hat sich die Dynamik der Roboteranlagen 2019 verringert.
"Roboterinstallationen sanken 2018 um fünf Prozent auf 37.807 Einheiten", sagt Junji Tsuda, Präsident der International Federation of Robotics. "Sowohl die Elektro-/Elektronikindustrie als auch die Automobilindustrie haben die Installationen reduziert – zusammen machen sie 82 Prozent der Gesamtnachfrage aus."
Handelsstreitigkeiten von USA und China beeinflussen auch koreanische Märkte

Südkorea ist vom Handelsstreit zwischen den USA und China betroffen, aber es könnte sowohl positive als auch negative Auswirkungen geben: China ist ein wichtiges Exportland für Koreas Vorprodukte. Der Konflikt könnte zu einem Rückgang der Nachfrage aus China führen.
Im Gegensatz dazu könnten koreanische Produkte chinesische Produkte ersetzen. Derzeit aber befindet sich die südkoreanische Wirtschaft in einem schwierigen Umfeld. Die rückläufige Nachfrage nach Elektronikprodukten und die Ankündigung von Investitionsrückgängen bei großen Elektronikunternehmen deuten auf ein weiteres Jahr mit rückläufigen Roboterinstallationen hin.
Roboter müssen wettbewerbsfähig bleiben
Langfristig ist der umfassende Einsatz von Robotern unerlässlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Die Bevölkerung Koreas altert schnell. Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird es eine der ältesten Bevölkerungen aller OECD-Länder haben, gleich hinter Japan, Italien und Griechenland. Im Jahr 2050 wird mehr als ein Drittel der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein und rund die Hälfte aller Arbeitnehmer älter als 50. Dies erklärt, warum Südkorea bereits Roboter eingesetzt hat, insbesondere in der Fertigung, wo die Roboterdichte nach Singapur den zweiten Platz in der Welt belegt. Mit 774 Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeiter hat die Republik Korea mehr als das Doppelte von Deutschland (3. mit 338 Einheiten) und Japan (4. mit 327 Einheiten).
Südkoreas Mitarbeiterentwicklung
Das im Jahr 2019 aktualisierte Gesetz zur Entwicklung und Ausbildung von Arbeitskräften ist eine wichtige Initiative in einer Reihe von staatlich geförderten Programmen. Die Menschen erhalten Unterstützung bei der Entwicklung von Fähigkeiten im Umgang mit Robotern und Automaten.
Die "Smart Manufacturing Innovation Strategy" kündigte den Aufbau von 50.000 Smart Factory Mitarbeitern bis 2022 an. Außerdem soll der sogenannte "Third Robot Basic Plan" mit einer Laufzeit von fünf Jahren bis 2023 die Ausbildung von 2.200 Arbeitnehmern für kleine und mittlere Unternehmen unterstützen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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