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Bitkom-Präsident kritisiert KI-Förderprogramm der Bundesregierung

Der Digitalverband Bitkom hat zur „Strategie Künstliche Intelligenz“ der Bundesregierung Stellung bezogen. Präsident Achim Berg lobte die Bundesregierung, weil sie die Bedeutung der KI erkannt habe, kritisierte die Strategie jedoch zugleich scharf. Es mangele an regulatorischer Flankierung, außerdem falle die Fördersumme von drei Milliarden Euro insgesamt zu gering aus.

von | 04.11.20

"Künstliche Intelligenz bedeutet für die Weltwirtschaft eine neue Stunde null. KI ist vergleichbar mit der Erfindung von Rad, Buchdruck oder Dampfmaschine. Es ist ungewöhnlich, dass eine Bundesregierung eine nationale Strategie für eine Technologie verfasst. Der Schritt unterstreicht, dass die Politik die Bedeutung dieser Zukunftstechnologie erkannt hat", erklärte Berg in einer Pressemitteilung
Berg: "Wir begrüßen das klare Bekenntnis der Bundesregierung, jetzt das Tempo erhöhen zu wollen. Dieses Ziel muss aber noch stärker mit konkreten Maßnahmen und den notwendigen Mitteln verfolgt werden. Die geplanten drei Milliarden Euro bis 2025 aus dem Bundeshaushalt zur Förderung von KI entsprechen 500 Millionen Euro pro Jahr und damit bei Weitem nicht der erkannten und formulierten Bedeutung von KI für Wachstum und Wohlstand."
"100 KI-Professuren sind ein starkes Signal"
Dagegen sind die geplanten mindestens 100 zusätzlichen KI-Professuren ein starkes Signal, dass Deutschland den Wettbewerb um die klügsten Köpfe aufnehme, so Berg weiter. Es genüge aber nicht, beste Forschung und Lehre anzubieten und hervorragende KI-Experten auszubilden. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass die klugen Köpfe im Land bleiben – in Unternehmen, aber auch in Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen, bei Bundesbehörden oder in der öffentlichen Verwaltung".
An dieser Stelle müsse die Politik kurzfristig ein Maßnahmepaket vorlegen, das genau dies sicherstelle. "Unser Ziel muss sein, im internationalen Wettbewerb eine deutsche Führungsrolle bei der Künstlichen Intelligenz zu erreichen. Und zwar nicht nur in der Grundlagenforschung, sondern auch bei der Entwicklung von marktfähigen Produkten. Künstliche Intelligenz wird künftig das Herzstück der digitalen Wirtschaft sein", so Berg weiter.
"Es fehlt ein regulatorischer Rahmen"
Neben Einzelmaßnahmen zur Förderung von KI benötigten wir dazu auch einen regulatorischen Rahmen, der neben der KI-Forschung auch die KI-Anwendung ermöglicht. Niemandem ist laut Achim Berg geholfen, wenn wir vorne Milliarden in die Grundlagenforschung pumpen und dann verbieten, die neuen Technologien auch in der Praxis einzusetzen.
"Ohne regulatorische Flankierung besteht die ganz reale Gefahr, dass Investitionen wirkungslos verpuffen. An dieser Stelle bleibt die KI-Strategie noch zu viele Antworten schuldig. Die KI-Strategie der Bundesregierung kann ein Aufbruchsignal sein, die eigentliche Arbeit beginnt erst. Es muss uns gelingen, in der Diskussion die vielfältigen Chancen der Technologie für alle Lebensbereiche in den Mittelpunkt zu rücken – von der Medizin über die Mobilität bis zur Bildung."
Wer sich selbst ein Bild der "Strategie Künstliche Intelligenz" machen möchte, kann sich das Dokument im ungekürzten Original hier anschauen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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