Die Zukunft gehört modularen ERP-Lösungen, die auch cloudbasiert den Anwendern Möglichkeiten bieten, wie wir sie heute von unserem Smartphone kennen: Statt eine ERP-Software aus einer Hand zu kaufen, greifen die Unternehmen für unterschiedliche Funktionen auf Einzelanwendungen zurück, die dank definierter Schnittstellen miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.
„In Digitale Plattformen lassen sich Anwendungen von Dritten integrieren und sie bieten gleichzeitig Entwicklern die Möglichkeit, eigene Lösungen einzubinden“, sagt Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Digitalverband Bitkom. „Digitale Plattformen geben in Zukunft den Kunden bislang unbekannte Freiheit bei der Auswahl der Anbieter und Entwicklern die Chance, auf mehreren Plattformen vertreten zu sein. Diese Veränderung stellt die Anbieter aber auch vor neue Herausforderungen.“
Bitkom-Positionspapier zum Thema
Im Positionspaper „Digitale Plattformen und ERP“ geben die Autoren zunächst einen kurzen Überblick über die Plattform-Ökonomie und Gründe, warum sich ERP-Anbieter mit ihnen auseinandersetzen müssen. Danach werden typische Plattformen im B2B-Bereich beschrieben – von Infrastruktur-Services über Plattform-Services bis zu Software-as-a-Service – und die Wege, auf denen ERP-Anbieter diese nutzen können. Dabei kommen die Autoren zu dem Schluss, dass existierende ERP-Systeme sich öffnen müssen, um den Anforderungen der Kunden auch künftig zu entsprechen.
Dazu wird es unerlässlich sein, sich auf standardisierte Schnittstellen zu verständigen. „Die auftragsorientierte und möglicherweise auch temporäre Vernetzung von Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen. Es fehlt an etablierten Standards und Plattformen, die eine einfache Kollaboration im IoT-Zeitalter ermöglichen“, so Termer.
Das Papier stellt verschiedene Möglichkeiten einer Plattformstrategie mit und ohne eigene Plattform gegenüber. Das Papier kommt zu der Einschätzung, dass davon unabhängig sich das Geschäftsmodell der allermeisten ERP-Anbieter von einem Modell aus Lizenz- plus Wartungsgebühren hin zu einem Subskriptionsmodell wandeln wird, da der Druck der Kunden in diese Richtung größer wird.
Termer: „ERP-Anbieter sollten vor dieser Entwicklung nicht die Augen verschließen und sich frühzeitig Gedanken darüber machen, welche Rolle sie in diesem Ökosystem spielen möchten – ob als Betreiber einer eigenen Plattform oder als Teil einer bestehenden.“
Das Positionspapier „Digitale Plattformen und ERP“ steht zum kostenlosen Download bereit unter www.bitkom.org.
KI: Qualifizierung und Re-Skilling laut VDI-Studie entscheidend
Deutschland steht vor einer strukturellen Paradoxie: Während in einzelnen Industriezweigen Stellen abgebaut werden, fehlen in anderen Bereichen Ingenieurinnen und Ingenieure. Technologische Sprünge – insbesondere getrieben durch Künstliche Intelligenz – verändern Kompetenzprofile rasant. Gleichzeitig verschärfen demografischer Wandel und internationaler Wettbewerbsdruck den Fachkräftemangel. Eine aktuelle VDI-Studie zeigt, dass Qualifizierung und Re-Skilling in technischen Berufen keine Randthemen sind, sondern ein Schlüssel, um Fachkräfte gezielt in neue Aufgaben zu bringen.







