Generic filters
FS Logoi

IT-Security: die drei wichtigsten Trends für 2020

Im Sommer 2019 waren 26,66 Milliarden vernetzte Geräte im Einsatz. Weltweit benutzt damit jeder Mensch im Schnitt drei IoT-Devices. Doch die Masse der IoT-Geräte relativiert sich: nur 0,06 Prozent der Devices sind mit dem Internet verbunden. Daraus leitet Perfectial ein enormes Wachstumspotenzial für das IoT ab, das bis 2025 zu 75 Milliarden IoT-Devices führen soll. Für dieses Jahr zeichnen sich drei Entwicklungen in der IT-Security ab, die für das IoT- und IIoT-Umfeld besonders relevant sind.

von | 04.11.20

1. Größere Angriffsfläche und der heilsame Schock
Das rasante IoT-Wachstum vergrößert die potenzielle Angriffsfläche für Cyberkriminelle, Angriffsszenarien gibt es genügend. So lassen sich Mirai-Botnetze für DDoS-Attacken nutzen. Vorstellbar ist auch das sogenannte Reverse-Engineering von Firmware und Betriebssystemen, bei dem der Quellcode zurückgesetzt wird. Über einen gefälschten LoRa-Access-Point verbinden sich Geräte auf eine Fake-Infrastruktur, auf der Cyberkriminelle Passwörter für die echte Infrastruktur abgreifen wollen.
2020 werden wir den ersten großen Sicherheitsvorfall im IoT-Umfeld erleben, was auch an dem Wettbewerbsdruck liegt, unter dem Hersteller IoT-Technik entwickeln und ausliefern. Dabei passieren Fehler. Der Aufschrei und der Schock darüber könnten sich in ähnlichen Dimensionen bewegen wie beim Heartbleed-Exploit im OpenSSL. In dem Verschlüsselungsprotokoll wurde 2014 ein Bug entdeckt, wodurch sich private Schlüssel aus dem Speicher eines TLS-Servers auslesen ließen. Ob das gelungen ist, konnte man damals nicht nachweisen. Im besten Fall richtet ein Sicherheitsvorfall im IoT keinen großen materiellen Schaden an, zwingt aber zum Handeln – nicht nur dazu, die identifizierte Schwachstelle schnell zu schließen.
Das Ereignis sollten Industrie und IT-Security-Unternehmen auch zum Anlass nehmen, sich vor Augen zu führen, wo überall Schwachstellen in IoT-Umgebungen auftreten können. Konsequent wäre, wenn alle involvierten Parteien stärker präventiv tätig werden.
2. Mehr Cloud-Services und Managed PKI
In diesem Jahr ist mit einer deutlichen Zunahme von Cloud-Security-Angeboten zu rechnen, die sich auch auf das Segment Public Key Infrastructure (PKI) auswirken werden. Eine PKI bildet die Grundlage für durchgängige Ende-zu-Ende-Sicherheit, indem die Certificate Authority (CA) das Vertrauen zwischen Systemen auf Basis digitaler Zertifikate herstellt. Eine PKI setzt eine starke Authentifizierung, Datenverschlüsselung sowie digitale Signaturen durch und verhindert so Identitätsmissbrauch.
Mit der Technologie lassen sich viele Zugriffssteuerungssysteme realisieren, unter anderem der sichere Zugang zu einer IoT-Umgebung. Im Zusammenspiel mit einem zentralen Device Management würden beispielsweise Fake-Devices auffliegen und könnten nicht dazwischenfunken – oder im schlimmsten Falle Daten und Informationen ausleiten beziehungsweise manipulieren.
Die anstehende Veränderung betrifft das Betreibermodell. So geht im IoT- und IIoT-Umfeld der Trend zur Managed PKI. Hierbei erfolgt der Zugriff auf digitale Zertifikate, ohne eine CA im eigenen Netz einrichten und betreiben zu müssen. Managed Service Provider (MSP) für PKI-Lösungen stellen eine funktionelle, vertrauenswürdige und WebTrust-geprüfte cloudbasierte Umgebung bereit, in der sie die Laufzeit und Profile digitaler Zertifikate verwalten. Unternehmen profitieren neben der Sicherheit noch von den typischen Cloud-Effekten wie Skalierbarkeit oder Kosteneffizienz.
3. Industrie 4.0 startet durch
In den vergangenen Jahren hat die Fertigungsbranche ihre Hausaufgaben zu Industrie 4.0 gemacht. Das zeichnete sich in einer Bitkom-Umfrage aus dem Frühjahr 2019 ab, die sich als Zwischenzeugnis lesen lässt: Im Durchschnitt sei jede vierte Maschine in der deutschen Fertigungsindustrie mit dem Internet verbunden. Mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 Prozent) nutze spezielle Anwendungen für Industrie 4.0, ein weiteres Fünftel (21 Prozent) plane diese, schreibt der IT-Branchenverband. In diesem Jahr wird das produzierende Gewerbe einen gewaltigen Schritt nach vorn machen, ihre Produktionsumgebungen weiter vernetzen und neue Geschäftsmodelle umsetzen.
Unternehmen sind gut beraten, für jede geplante Industrie-4.0-Anwendung die IT-Sicherheit von vornherein mitzudenken. In der Praxis bewährt sich hierfür insbesondere, ein PKI mit einer zusätzlichen Autorität für digitale Identitäten zu kombinieren. Auf diese Weise erhalten hergestellte Komponenten bereits im Fertigungsprozess eine digitale Identität.
Problemlöserin PKI
Im Jahr 2020 geht es für IoT-Geräte-Hersteller, Sicherheitsspezialisten, MSP und Anwender vor allem darum, an der End-to-End-Security vom IoT-Gerät bis zur IoT-Plattform zu arbeiten.
Die Technologie dazu existiert: „PKI hat sich als skalierbar erwiesen, jedoch stellen die Geräte- und Umgebungsmerkmale des IoT eine Herausforderung für die sichere Ausstellung und Verarbeitung von Zertifikaten dar. Die Kopplung von PKI mit einer starken Geräteidentität ist eine Lösung für dieses Problem.“ Diese Einschätzung trafen die Analysten von Gartner in einer IoT-Studie.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Digitalisierung: Bundesregierung hält laut Digitalmonitor das Tempo
Digitalisierung: Bundesregierung hält laut Digitalmonitor das Tempo

Die Bundesregierung kommt bei ihren digitalpolitischen Vorhaben voran. 12 % der Digitalprojekte sind inzwischen vollständig abgeschlossen, weitere 57 % befinden sich in Umsetzung. Damit sind 69 % der digitalpolitischen Vorhaben der Bundesregierung entweder auf den Weg oder bereits ins Ziel gebracht. 31 % wurden allerdings noch nicht begonnen. Das zeigt der neueste „Monitor Digitalpolitik“ des Digitalverbands Bitkom.

mehr lesen
Jessica Bethune ist neue Vorsitzende des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation
Jessica Bethune ist neue Vorsitzende des VDMA-Fachverbands Elektrische Automation

Jessica Bethune, Vice President Industrial & Process Automation DACH bei Schneider Electric, ist zur neuen Vorsitzenden des VDMA Fachverbands Elektrische Automation gewählt worden. Die Wahl erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung am 16. Juni 2026 in Bad Nauheim. Gleichzeitig wurde der neunköpfige Vorstand für die Amtsperiode von 2026 bis 2030 bestimmt.

mehr lesen
NAMUR: Neue AK-Praxis zum Einsatz von Smartphones und Tablets in Ex-Bereichen
NAMUR: Neue AK-Praxis zum Einsatz von Smartphones und Tablets in Ex-Bereichen

Die NAMUR hat eine neue AK-Praxis zum Explosionsschutz veröffentlicht. Das Papier beschreibt ein Konzept für den Einsatz von Smartphones und Tablets der Kategorie 3 in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 1/21 bei Instandhaltungstätigkeiten. Ziel ist es, die fortschreitende Digitalisierung von Wartungs- und Instandhaltungsprozessen zu unterstützen und gleichzeitig die Anforderungen an den Explosionsschutz zu berücksichtigen. Die AK-Praxis steht kostenfrei auf Deutsch und Englisch zur Verfügung.

mehr lesen
OT-Cybersicherheitsgeschäft: Accenture beteiligt sich an Dragos
OT-Cybersicherheitsgeschäft: Accenture beteiligt sich an Dragos

Accenture hat bekanntgegeben, eine Mehrheitsbeteiligung an Dragos sowie runZero und NetRise zu erwerben. Ziel ist der Aufbau eines durchgängigen Geschäfts für Cybersicherheit im Bereich Operational Technology (OT), um Unternehmen beim Schutz ihrer industriellen Betriebsumgebungen besser zu unterstützen.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03