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Digital-Gipfel 2018: Die Transformation mutig angehen

Anfang Dezember kamen in Nürnberg etwa 1.100 Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um auf dem Digital-Gipfel 2018 über die Digitalisierung und Künstliche Intelligenz (KI) zu diskutieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte die Branche auf, die Folgen von Digitalisierung und KI im Blick zu haben. Wirtschaftsminister Altmaier möchte die KI-Entwicklung in die Hände eines europäischen Gemeinschaftsunternehmens legen.

von | 04.11.20

"Wir brauchen eine Art Airbus für die Entwicklung von Künstlicher Intelligenz", erklärte CDU-Wirtschaftsminister Peter Altmaier in seiner Rede auf dem Digital-Gipfel 2018. Der deutsch-französische Flugzeugbauer sei dafür ein ideales Vorbild. Die ersten Gespräche habe Altmaier in dieser Hinsicht bereits geführt.
Die Notwendigkeit eines solchen EU-Gemeinschaftsunternehmens sei vor allem im Mangel an großen Plattformen begründet, die KI erfolgreich weiterentwickeln könnten. Im Vergleich zu Google oder Apple fehle ein großer europäischer Träger, der im Weltmaßstab eingreifen könne, so Altmaier.
Mit Frankreich bestehe bereits Einigkeit, jedoch wäre die Unterstützung von bis zu vier weiteren europäischen Ländern zu begrüßen. "Es soll sich niemand ausgeschlossen fühlen", betonte der Wirtschaftsminister, der eine Beteiligung des Staates an dem neuen Unternehmen für möglich hält. Altmaier hofft außerdem, so KI-Forscher nach Europa zu locken, um die Entwicklung "der größten Innovation seit der Dampfmaschine" voranzutreiben.
Kritik am Vorgehen der Bundesregierung
Bereits im Vorfeld des Gipfels hatte die Bundesregierung in ihrem Strategiepapier Künstliche Intelligenz dargelegt, wie das Land entsprechende Technologien in Zukunft fördern möchte. Bitkom-Präsident Achim Berg wiederholte seine Kritik an der Strategie, die jährlich 500 Millionen Euro für KI-Forschung zur Verfügung stellt. "Wir sollten eher in Milliarden und nicht in Millionen denken", stellte Berg klar.
Insgesamt wurde das Vorgehen der Bundesregierung auf dem Digital-Gipfel als nicht ausreichend betrachtet. "Die Welt wartet nicht auf uns, wir müssen schneller in die Umsetzung kommen", erklärte Wolfgang Steiger, der Generalsekretär des Wirtschaftsrates.
"An oberster Stelle müsste die Bildung stehen", machte Achim Berg weiter deutlich. Auch hier sieht der Digitalverband Bitkom erheblichen Nachholbedarf.
Sehen Sie hier den Keynote-Vortrag von Bitkom-Präsident Achim Berg in voller Länge:||| Bundeskanzlerin Merkel bezieht Stellung
In ihrer Rede machte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor allem deutlich, dass auch die Konsequenzen einer konsequenten Digitalisierung und KI berücksichtigt werden müssten. "Wohlstand für alle, das muss auch im Zeitalter der Digitalisierung die Zukunftsmelodie sein", sagte sie. Die digitale Wirtschaft habe den Menschen zu dienen.
Auch zur Diskussion um den Mobilfunkstandard 5G bezog die Kanzlerin klar Stellung. "Wenn wir keine Funklöcher hätten, wäre das Interesse an 5G auch nicht so groß", erklärte sie. Die Erwartungen der Nutzer sein in den letzten Monaten rasant gewachsen, allerdings bräuchten wir nicht länderweit eine Tonqualität wie in der Berliner Philharmonie, aber überall sollten zumindest Töne zu hören sein.
Sehen Sie hier die vollständige Rede der Bundeskanzlerin auf dem Digital-Gipfel:

|||Über den Digital-Gipfel
Der Digital-Gipfel (vormals Nationaler IT-Gipfel) und sein unterjähriger Prozess sind die zentrale Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft bei der Gestaltung des digitalen Wandels. Denn wir können die Chancen der Digitalisierung für Wirtschaft und Gesellschaft am besten nutzen, wenn alle Beteiligten gemeinsam daran mitarbeiten.
Seit 2017 firmiert der Nationale-IT Gipfel als Digital-Gipfel. Er trägt damit der Tatsache Rechnung, dass die Digitalisierung nicht nur die Telekommunikationstechnologie, sondern Digitalisierung in ganzer Breite umfasst – von der Kultur-und Kreativwirtschaft bis zur Industrie 4.0.
Weitere Informationen unter www.de.digital.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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