Die Automatisierungstechnik steht vor einem Wandel, der zunehmend von Software, Daten und KI geprägt wird. Auf der SPS 2026 vom 24. bis 26. November in Nürnberg sollen rund 1.175 Aussteller aus 40 Ländern zeigen, wie diese Entwicklungen in industrielle Anwendungen einfließen. Zu den Schwerpunkten gehören Industrial AI, Software Defined Industry, IT/OT-Integration und industrielle Kommunikation.
Automatisierungstechnik zwischen KI und Software
Die Messe verteilt sich auf 15 Hallen und deckt ein breites Spektrum der industriellen Automation ab. Dazu zählen Sensorik, Antriebstechnik, industrielle Kommunikation, Software und Automatisierungslösungen für die digitale Fabrik. Neben neuen Komponenten und Systemen soll vor allem deren Einsatz in konkreten industriellen Szenarien sichtbar werden.
Ein Leitthema ist Industrial AI. Anwendungen Künstlicher Intelligenz sollen dabei nicht nur als Pilotprojekte betrachtet werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie KI produktiv in Engineering, Produktionsdatenanalyse, Qualitätssicherung sowie die Optimierung von Maschinen und Anlagen eingebunden werden kann.
Damit verschiebt sich die Diskussion von der grundsätzlichen technischen Machbarkeit hin zur industriellen Umsetzung. Für Anwender sind dabei unter anderem die Integration in bestehende Automatisierungsstrukturen und der konkrete Nutzen für Produktionsprozesse relevant.
Software Defined Industry verändert Produktionsarchitekturen
Eng mit dieser Entwicklung verbunden ist das Konzept der Software Defined Industry. Statt ausschließlich hardwarezentrierter Strukturen gewinnen softwarebasierte Architekturen an Bedeutung. Produktionssysteme sollen dadurch schneller an neue Anforderungen angepasst, vernetzt und skaliert werden können.
Wie dieser Ansatz praktisch umgesetzt werden kann, zeigt die SmartFactory-KL in der Software Defined Industry Area in Halle 6. An einer Modellfabrik werden gemeinsam mit Industriepartnern erprobte Lösungen anhand eines Produktionsprozesses dargestellt. Im Zentrum steht dabei die Verbindung von Information Technology und Operational Technology zu durchgängigen Systemen.
Die technische Herausforderung besteht damit nicht allein darin, zusätzliche Softwarefunktionen in Maschinen zu integrieren. Entscheidend ist vielmehr, Daten, Automatisierungskomponenten und IT-Systeme so miteinander zu verbinden, dass Änderungen an Produktionsabläufen flexibler umgesetzt werden können.
5G als Baustein industrieller Kommunikation
Auch die Kommunikationsinfrastruktur ist Bestandteil des Programms. Die 5G Alliance for Connected Industries and Automation organisiert täglich geführte Touren zu Mitgliedsunternehmen. Dabei sollen reale Anwendungen und Kommunikationslösungen vorgestellt werden. Eine DemoWall ergänzt das Angebot um technische Lösungsansätze und industrielle Einsatzszenarien.
Damit adressiert die SPS eine zentrale Voraussetzung daten- und softwarebasierter Produktionskonzepte: Maschinen, Automatisierungssysteme und IT-Anwendungen benötigen Kommunikationsstrukturen, über die Daten zuverlässig zwischen unterschiedlichen Ebenen der Produktion ausgetauscht werden können.
Vier Stages für Industrial AI, Cybersecurity und Digitalisierung
Das begleitende Vortragsprogramm verteilt sich auf vier Stages in den Messehallen. Dazu gehört die Technology Stage powered by VDMA/ZVEI in Halle 3. Thematisch stehen unter anderem Industrial AI, Cybersecurity, industrielle Kommunikation, digitale Transformation und nachhaltige Produktionskonzepte auf dem Programm.
Weitere Anlaufstellen sind die „Automation meets IT“ Area in Halle 6 sowie Gemeinschaftsstände für Start-ups und junge Unternehmen. Ergänzend richtet sich der SPS Makeathon an Nachwuchskräfte und soll Schülerinnen und Schülern, Studierenden, Auszubildenden und Berufseinsteigern praktische Zugänge zur Automatisierungstechnik ermöglichen.
Vom Technologietrend zur industriellen Anwendung
Die SPS 2026 setzt damit einen Schwerpunkt auf Technologien, deren Bedeutung für die industrielle Automation bereits deutlich erkennbar ist, deren Umsetzung aber weiterhin technische und organisatorische Fragen aufwirft. Besonders Industrial AI und Software Defined Industry zeigen, wie stark sich Automatisierung von einzelnen Hardwarekomponenten hin zu vernetzten, daten- und softwarebasierten Systemen entwickelt.
Für Automatisierungsingenieure sowie IT- und OT-Verantwortliche dürfte deshalb insbesondere relevant sein, welche Lösungen bereits unter industriellen Bedingungen eingesetzt werden und wie sich neue Software-, KI- und Kommunikationstechnologien in bestehende Produktionsarchitekturen integrieren lassen.








