Die Robotik entwickelt sich zunehmend von fest programmierten Automatisierungslösungen hin zu flexibleren Systemen für Produktion und Intralogistik. Dabei spielen Cobots, autonome mobile Roboter und zunehmend auch humanoide Systeme eine Rolle. Wie sich Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und neue Robotikkonzepte industriell einsetzen lassen, steht im Mittelpunkt der VDI-Konferenz „Smarte Robotik – Flexible Automation für Produktion und Logistik“ am 3. und 4. November in Stuttgart.
Robotik zwischen klassischer Automation und KI
Industrieroboter übernehmen seit Langem automatisierte Aufgaben in der Fertigung. Leichtbauroboter erweitern die Möglichkeiten beispielsweise in der Montage, während autonome Transportfahrzeuge und autonome mobile Roboter für Materialflüsse in der Intralogistik eingesetzt werden. Cobots sind wiederum darauf ausgelegt, bei geeigneten Anwendungen unmittelbar mit Menschen zusammenzuarbeiten.
Eine weitere Entwicklungsrichtung sind humanoide Roboter. Mit ihrer menschenähnlichen Bauform sollen sie perspektivisch Aufgaben in Produktions- und Logistikumgebungen übernehmen können, die ursprünglich für menschliche Arbeitskräfte gestaltet wurden. Welche Einsatzfelder sich dafür tatsächlich eignen, ist eine der Fragen, mit denen sich die Konferenz beschäftigt.
Physical AI erweitert die Fähigkeiten von Robotern
Eng mit dieser Entwicklung verbunden ist die Integration künstlicher Intelligenz. Unter Begriffen wie Physical AI oder Embodied AI werden Ansätze diskutiert, bei denen KI nicht nur Daten verarbeitet, sondern über physische Systeme mit ihrer Umgebung interagiert.
KI-Algorithmen können Robotersysteme unter anderem bei der Mustererkennung, Entscheidungsfindung und Anpassung an veränderte Situationen unterstützen. Damit rückt auch agentische KI in den Fokus. Für die industrielle Anwendung stellt sich dabei die Frage, wie solche Fähigkeiten zuverlässig in bestehende Produktions-, Montage- und Logistikprozesse integriert werden können.
Digitale Zwillinge und mobile Robotik im Fokus
Das Konferenzprogramm betrachtet neben humanoiden Robotern und Physical AI auch den Zusammenhang zwischen digitaler Produktion und Robotereinsatz. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie digitale Zwillinge dazu beitragen können, Robotikanwendungen zu planen und zu optimieren.
Weitere Themen sind flexible Produktions- und Intralogistikprozesse mit Autonomous Mobile Robots (AMR) und Automated Guided Vehicles (AGV). Damit deckt die Veranstaltung sowohl stationäre als auch mobile Automatisierungskonzepte ab.
Integration bleibt technische und wirtschaftliche Aufgabe
Der mögliche Nutzen einer Robotikanwendung hängt nicht allein von den Fähigkeiten des Roboters ab. Die Integration in vorhandene Produktions-, Montage- und Logistikabläufe kann zeit- und investitionsintensiv sein. Insbesondere für mittelständische Unternehmen können Anschaffung und Implementierung deshalb eine relevante Hürde darstellen.
Neben der Wirtschaftlichkeit müssen Unternehmen auch technische Sicherheit, Normen, Governance und Compliance berücksichtigen. Die Konferenz greift diese Aspekte unter dem Schwerpunkt „Robotik sicher skalieren“ auf. Am 5. November 2026 ist zudem ein Spezialtag zur neuen Maschinenverordnung vorgesehen.
Praxisbeispiele für die industrielle Robotik
Die VDI-Konferenz setzt auf Erfahrungsberichte und Fachvorträge aus Industrie und Wissenschaft. Im Mittelpunkt steht die Frage, für welche Anwendungen unterschiedliche Robotikkonzepte geeignet sind und welche Voraussetzungen Unternehmen bei ihrer Implementierung berücksichtigen müssen.
Nach Angaben des Veranstalters sind unter anderem Neura Robotics, Agile Robots, Siemens, ABB, NEOALP, Vention, AAtek, Trumpf und Dürr vertreten. Thematisch reicht das Spektrum von humanoiden Robotern über KI-basierte Robotik und digitale Produktion bis zur Automatisierung der Intralogistik.
VDI-Konferenz regt Diskussion zur Zukunft von Physical AI an
Die Entwicklung der Robotik wird zunehmend durch die Verbindung von Automatisierungstechnik, künstlicher Intelligenz und flexiblen Robotersystemen geprägt. Ob humanoide Roboter und Physical AI dabei den Schritt in den breiten industriellen Einsatz schaffen, hängt neben ihren technischen Fähigkeiten vor allem von Integrationsaufwand, Wirtschaftlichkeit und sicherer Umsetzung ab. Die VDI-Konferenz stellt diese Aspekte anhand industrieller Anwendungen und aktueller technologischer Entwicklungen zur Diskussion.
Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung gibt es hier:
Mehr InformationenWeitere Informationen gibt es unter www.vdi-wissensforum.de.








