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NAMUR-Hauptsitzung: HIMA zeigt Digitalisierung der Safety

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Autor: Jonas Völker

NAMUR-Hauptsitzung: HIMA zeigt Digitalisierung der Safety
Die Referenten von HIMA stellten die Digitalisierung der Safety vor: (v.l.n.r.) Peter, Sieber, Sergej Arent und Jörg de la Motte.

Der Sponsor der NAMUR-Hauptsitzung 2022, HIMA, hat in seinem Vortragsblock am ersten Tag der Jahressitzung gezeigt, wie die Digitalisierung der Safety gelingen kann und wie ein „Sustainable Lifecycle Risk Management“ erreicht wird.

Neben Jörg de la Motte (CEO) stellten Peter Sieber (Vice President Strategic Marketing) und Sergej Arent (Director Applications) unter dem Titel „Safety goes digital“ vor, wie sich HIMA eine digitalisierte funktionale Sicherheit vorstellt. Der Safety-Spezialist baute dazu auf seinem Ansatz der NAMUR-Hauptsitzung 2011 auf, die das Unternehmen ebenfalls als Sponsor begleitete.

Jörg de la Motte stellte zu Beginn des Vortrags außedem klar: „Die funktionale Sicherheit ist kein leichtgängiges Thema, da steigende Security-Anforderungen auch Auswirkungen auf die Safety haben. Diese Symbiose von Safety und Security gilt es zu bewältigen.“

Das Kernkonzept: Independent Open Safety Platform

Im Zentrum des HIMA-Ansatzes steht mit der Independent Open Safety Platform eine Software-Umgebung, die als eine Art Datendrehscheibe Informationen sammelt, auswertet und weiterleitet. Dabei setzt die Plattform auf offene Standards und will einen Datenaustausch bei minimaler Komplexität ermöglichen. Zusätzliche Plug-Ins schalten dabei weitere Funktionen frei und sollen so die Effizienz steigern. Unabdingbar sei in diesem Zusammenhang auch die Digitalisierung von HIMA selbst. Mehr als 20 Mio. Euro sollen dafür in die globale IT des Unternehmens investiert werden, um so Kunden einen einfachen Zugang sowie vorentwickelte Lösungen und On-Demand-Services zur Verfügung zu stellen.

„Security by Design bleibt eine Illusion“

Mit dieser These eröffnete Peter Sieber seinen Vortragsteil und erntete dafür erstauntes Gemurmel aus dem Publikum. Viele Angriffe auf Sicherheitssysteme würden trotz erfolgreicher Zertifizierung erfolgreich sein, so Sieber, weshalb eine Security-Zertifizierung allein weder Safety noch Security schaffe. Allein 20 % der Angriffsvektoren sei anwendungsspezifisch und ihre Beherrschung daher an zahlreiche Einzelaspekte gekoppelt.

„Produkte müssen deshalb robust ausgelegt werden, um Angriffen Stand zu halten. Dabei gilt es, die Unabhängigkeit der funktionalen Sicherheit bestmöglich zu bewahren. Security gibt es nicht als Produkt, sondern nur als Ergebnis einer ganzheitlichen Betrachtung.“

Ermöglicht werden soll diese Betrachtung mit dem HIMA Secure Safety Core, einer eigenen Softwareentwicklung nach Sicherheitsgesichtspunkten, die Funktionalitäten auf das spezifizierte Minimum limitieren soll. So seien strukturelle Gegenmaßnahmen möglich, die Sicherheitsfunktionen erhalten können.

Digital Safety Lifecycle

Die Digitalisierung der funktionalen Sicherheit erfordere es aber zudem, auch den Lebenszyklus der Assets umfassend zu betrachten. Dabei bedeute Digitalisierung nicht nur die Einführung digitaler Geräte, sondern die Transformation der Geschäftsprozesse in die digitale Welt. Dazu gehöre es auch, Technologien wie beispielsweise die NAMUR Open Architecture (NOA) anzuwenden, um einen sicheren Datenaustausch zu ermöglichen.

Im letzten Teil des Sponsorvortrags zeigte Sergej Arent auf, wie neue Technologien wie der Advanced Physical Layer (APL) als digitale Schnittstelle für Feldgeräte das HIMA-Konzept unterstützen können. Neben der Vermeidung von Messwertverfälschungen bekämen Anwender mit APL auch Zusatzinformationen aus dem Feld, die nicht nur das Hardware Engineering vereinfache, sondern auch weniger Installationsaufwand bedeute.

„Die bestehende Infrastruktur der Anlage bestimmt die Umsetzung von Konzepten der funktionalen Sicherheit.“

Ausblick 2030

Zum Abschluss wagten die drei Referenten noch einen Blick in die Zukunft der funktionalen Sicherheit. Aus ihrer Sicht sei Safety dann vollständig digital und die dafür notwendige Tool-Landschaft käme ohne Inseln aus. Dafür seien jedoch noch einige Schritte erforderlich:

  • Ganzheitliche Betrachtung von Safety & Security muss sichergestellt werden
  • Funktionale Sicherheit muss als ganzheitlicher Prozess umgesetzt werden
  • Digitalisierte Engineering Workflows müssen eingeführt werden
  • Digitale Schnittstellen für Feldgeräte müssen implementiert werden
  • Industrie-4.0-gerechte Datenaustauschformate müssen erarbeitet werden
  • Supportprozesse (z. B. Beschaffung, Wartung, Prüfung) müssen digitalisiert werden.

Weitere Informationen zum HIMA-Konzept gibt es unter www.hima.com.

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