Für seine herausragenden beruflichen Leistungen auf dem Gebiet der Mess- und Automatisierungstechnik erhält Marcel Lewke, den Eugen-Hartmann-Preis 2026. Mit der preisgekrönten Arbeit zeigt er, wie Robotik und Automatisierung das Kaltgasspritzen zu einer effizienten Reparaturtechnologie weiterentwickeln. Die feierliche Preisverleihung fand am 17. Juni 2026 auf dem Kongress Automation in Baden-Baden statt.
Forschung zur automatisierten Reparatur von Hochleistungskomponenten wird geehrt
Marcel Lewke erhält die Auszeichnung für seine Arbeit „Automation of a Repair Process by Robot-Guided Cold Spray“, die 2025 in der internationalen Fachzeitschrift „Journal of Thermal Spray Technology“ veröffentlicht wurde. Im Fokus steht die Reparatur wertvoller Komponenten aus Titan und Titan-Aluminium-Legierungen mittels Kaltgasspritzen, wie sie beispielsweise bei Triebwerken der Luftfahrtindustrie eingesetzt werden.
Der von Lewke entwickelte automatisierte Reparaturprozess kombiniert moderne Sensorik, Robotik und intelligente Prozessplanung. Er umfasst:
- Sensorbasierte Inspektion des beschädigten Bereichs
- Automatisierte Entfernung des beschädigten Volumens
- Roboterbahnplanung für den Materialauftrag
- Übertragung der Steuerungscodes an die Robotersteuerung
„Die Arbeit bedeutet mir sehr viel, da sie die zentralen Elemente und Gedankengänge meiner Forschung vereint und den vollständig entwickelten Prozess von der Konzeption über die Simulation bis hin zur praktischen Laboranwendung demonstriert“, erklärt der Preisträger.
Neugier, der Anspruch, innovative Lösungen für bestehende Problemstellungen zu entwickeln, sowie die kontinuierliche fachliche und persönliche Weiterentwicklung prägen nach eigenen Angaben den wissenschaftlichen Ansatz von Lewke.
Pämierter Beitrag überzeugte durch Weiterentwicklungspotenziale
Marcel Lewke ist Erstautor des Beitrags, der gemeinsam mit fünf weiteren Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Industrie verfasst wurde. Das entwickelte Konzept wurde erfolgreich durch Simulationen und umfangreiche Laborexperimente validiert. Die Gutachter würdigten die Arbeit als fachlich fundiert, klar strukturiert und methodisch überzeugend. Sie zeige in herausragender Weise, wie sich das Kaltgasspritzen durch Integration von Automatisierung und Robotik zu einer effizienten und zuverlässigen Reparaturtechnik weiterentwickeln lässt.
„Die Auszeichnung ist für mich eine große Ehre. Sie bestätigt die Relevanz und das Potenzial dieses Forschungsgebiets. Neben der Wertschätzung der intensiven persönlichen Arbeit und Leidenschaft, die in diese Forschung eingeflossen sind, sehe ich die Auszeichnung auch als Anerkennung der hervorragenden Zusammenarbeit und Unterstützung aller Beteiligten, die zu dieser Arbeit beigetragen haben. Ihnen allen möchte ich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich danken!“
Zum Eugen-Hartmann-Preis
Der Eugen-Hartmann-Preis der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) wird für wissenschaftliche, konstruktive, experimentelle oder handwerkliche Arbeiten auf dem Gebiet der Mess- und Automatisierungstechnik alle drei Jahre verliehen. Bewertet werden sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch praxisbezogene Ingenieurleistungen. Der Preis ist mit 2.000€ dotiert.







