Embedded Linux und Open-Source-Software stehen im Mittelpunkt des eLSA-Symposiums am 1. und 2. Oktober 2026 in Göttingen. Die Veranstaltung beschäftigt sich mit der Frage, wie eingebettete Systeme Anforderungen an Security, Functional Safety, Datenintegrität und langfristige Wartbarkeit erfüllen können. Dabei geht es auch um regulatorische Rahmenbedingungen und digitale Souveränität.
Embedded Linux unter regulatorischen Anforderungen
Das eLSA-Symposium (Embedded Linux for Safe and Secure Applications) richtet sich an Entwickler und Verantwortliche, die eingebettete Systeme für zunehmend regulierte Einsatzbereiche konzipieren. Thematisiert werden unter anderem der Cyber Resilience Act (CRA), NIS-2 sowie Anforderungen an die gesetzliche Messtechnik und WELMEC.
Im Fokus stehen technische Lösungsansätze aus Industrie und Forschung. Eine zentrale Frage lautet dabei, wie sich die Vorteile von Linux und Open-Source-Software mit Anforderungen an sichere, langfristig wartbare Systeme verbinden lassen.
CRA, NIS-2 und sichere Softwareentwicklung
Daniel Klawitter von Vaillant beschäftigt sich in seinem Vortrag „Long-term stable Linux systems – despite and with CRA and NIS-2“ mit langfristig stabilen Linux-Systemen im Kontext der beiden europäischen Regelwerke. Ingo Budde vom Fraunhofer IEM widmet sich unter dem Titel „Safe and secure Rust“ dem Einsatz der Programmiersprache Rust.
Bernd Grobauer von Siemens stellt die Bewertung von Open-Source-Software für Due-Diligence-Prozesse zur Diskussion. Sein Vortrag „How to think about OSS scoring for due dilligence without going CRA-zy“ betrachtet dieses Thema vor dem Hintergrund des Cyber Resilience Act.
Post-Quanten-Kryptografie und KI auf Linux-Systemen
Weitere Programmpunkte greifen technische Entwicklungen auf, die für künftige Embedded-Systeme relevant werden können. Clemens Lang von Red Hat behandelt den Übergang zu Post-Quanten-Kryptografie in Open-Source- und Embedded-Software. Michael Armbruster von emlix spricht über den Einsatz von „Blended safe AI“ auf einem überwachten Linux-System.
Neben Unternehmen und Forschungseinrichtungen sind auch Open-Source-Communities vertreten. Jan Altenberg von OSADL gibt einen Überblick über die Lizenzierung freier und quelloffener Software für industrielle Produkte.
Safety und Security gemeinsam betrachten
Das Programm verdeutlicht, dass sich die Entwicklung eingebetteter Systeme zunehmend im Spannungsfeld zwischen funktionaler Sicherheit, Cybersecurity, regulatorischen Vorgaben und Softwarewartung bewegt. Für die Automatisierungs- und Prozessindustrie ist insbesondere relevant, wie sich Open-Source-Komponenten über lange Produktlebenszyklen sicher betreiben und regulatorisch einordnen lassen.
Fazit
Das eLSA-Symposium verbindet aktuelle regulatorische Fragen mit technischen Themen wie Rust, Post-Quanten-Kryptografie, KI und Open-Source-Lizenzierung. Damit setzt die Veranstaltung einen Schwerpunkt auf die praktische Entwicklung und langfristige Pflege sicherheitsrelevanter Embedded-Systeme.








