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Digital-Gipfel 2022: Bitkom und ZVEI fordern mehr Digitalisierungs-Tempo

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Autor: Jonas Völker

Digital-Gipfel 2022: Bitkom und ZVEI fordern mehr Digitalisierungs-Tempo
Prof. Dr. Dieter Wegener (rechts im Bild) stellte Bundeskanzler Olaf Scholz den ZVEI-Show-Case PCF@Control Cabinet vor. Foto: ZVEI

Der jährlich stattfindende Digital-Gipfel der Bundesregierung ist am vergangenen Freitag zu Ende gegangen. Der Gipfel fand in diesem Jahr am 8. und 9. Dezember unter dem Motto „Daten – gemeinsam digitale Werte schöpfen“ statt. Sowohl der ZVEI als auch der Digitalverband Bitkom beteiligten sich an den Debatten und forderten eine deutliche Steigerung der Digitalisierungsgeschwindigkeit.

Prof. Dr. Dieter Wegener, Sprecher des ZVEI-Führungskreises Industrie 4.0 durfte den ZVEI-Show-Case PCF@Control Cabinet u.a. Bundeskanzler Olaf Scholz und Bundesinnenministerin Nancy Faeser exklusiv vorstellen. Die gesamte rund zehnminütige Präsentation des Show Cases können Sie im Live-Stream des Digital-Gipfels nachverfolgen (ab 3:27:10).

Bitkom fordert digitale Zeitenwende

Nach Ansicht des Digitalverbands Bitkom muss mit dem diesjährigen Digitalgipfel eine digitale Zeitenwende in Deutschland beginnen.

„Ein bisschen Veränderung hier, ein wenig dort und vor allem niemandem auf die Füße treten – so kommen wir nicht weiter. Wir müssen jetzt sehr schnell und sehr konsequent Verwaltungen und Unternehmen durchdigitalisieren. Wir brauchen eine digitale Zeitenwende in Deutschland und müssen mehr Digitalisierung wagen“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung. „Wir müssen raus aus der in Deutschland dominanten Risikoperspektive und rein in die Chancenperspektive. Wir brauchen eine neue, offene Kultur des Datenteilens und mehr Open Data in Deutschland“, so Berg.

Konkret forderte Berg, Daten gezielt einzusetzen, um die großen gesellschaftlichen Aufgaben zu lösen. Digitalisierung sei untrennbar mit Dekarbonisierung und dem Wandel der Demographie verbunden. So könnten 41 % der CO2-Einsparziele der Bundesregierung bis 2030 allein durch eine beschleunigte Digitalisierung erreicht werden.

Infrastrukturen müssen digital souverän und sicher aufgestellt werden

Digitale Zeitenwende bedeutet für Bitkom-Präsident Berg, den Staat handlungsfähig zu halten und digital funktionsfähig zu machen, dabei seien das Online-Zugangsgesetz (OZG) 2.0 und die elektronische Identität wichtige Schritte: „Helfen würde auch, die mehr als 2.000 Schriftformerfordernisse in Deutschland komplett zu streichen“, so Berg. Notwendig dafür sei auch, die Infrastrukturen digital souverän und sicher aufzustellen. Dazu müssten auch einseitige Abhängigkeitsverhältnisse in den internationalen Handelsbeziehungen korrigiert werden.

Angesichts von 137.000 unbesetzten Stellen für IT-Expertinnen und -Experten mahnte Berg, das strukturelle Fachkräfteproblem zu lösen. Dabei könne auch der angekündigte Digitalpakt 2.0 für die Schulen einen wichtigen Beitrag leisten.

„Der Fachkräftemangel bremst das Digitale Deutschland an allen Ecken und Enden – und das, obwohl der demographische Wandel im Arbeitsmarkt noch gar nicht richtig begonnen hat“, so Berg.

ZVEI-Präsident hält gemeinsame Standards und Plattformen für wichtig

Zu den Ergebnissen des Digital-Gipfels 2022 äußerte sich auch der Präsident des ZVEI und atp-Herausgeber Dr. Gunther Kegel:

„Die Digitalisierung von Prozessen in der Industrie schreitet immer weiter voran und ist kein Selbstzweck. Die Grundvoraussetzung erfolgreicher industrieller Digitalisierung ist dabei die gemeinsame Festlegung von verbindlichen Standards für Datenmodelle und Plattformen.”

Diese bildeten die Grundlage für eine industrielle Datenökonomie. Manufacturing-X will laut Dr. Kegel genau diese Standards festlegen. Vor allem der Mittelstand und Start-ups würden durch die Möglichkeit eines standardisierten gemeinsamen Zugangs zu den Daten ihre Digitalisierung schneller und effizienter vorantreiben, denn die Verfügbarkeit von Echtzeit- und Metadaten werde neue Geschäftsmodelle erst ermöglichen.

„Mit Manufacturing-X kann darüber hinaus die Ressourcen- und Energieeffizienz gesteigert, mehr Transparenz in den Kundenbeziehungen erzielt und die Lieferketten resilienter gestaltet werden. Manufacturing-X ist damit nach der Asset Administration Shell (AAS) und dem digitalen Typenschild die nächste konsequente Entwicklung im Industrie 4.0-Kontext und leistet einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung und Wettbewerbsfähigkeit gerade unserer mittelständischen Industrieunternehmen.“

Verwaltungsschale und Digitaler Produktpass leisten substanziellen Beitrag

Mit dem ZVEI-Show-Case PCF@Control Cabinet zeigte der Verband der Elektro- und Digitalindustrie auf dem Digital-Gipfel von BMWK und BMDV, wie Innovationen einen substanziellen Beitrag leisten auf dem Weg zu einer klimaneutralen Industriegesellschaft. Gunther Koschnick, ZVEI-Bereichsleiter Industrie:

„Der Show-Case verdeutlicht eindrucksvoll, wie mit Hilfe von Digitalisierung und Vernetzung Daten erhoben und Transparenz über die gesamte Lieferkette geschaffen werden können. Der Product Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck) des gezeigten Schaltschranks kann durch Einbezug der zur Verfügung gestellten PCF-Informationen aller verbauten einzelnen Komponenten im Schaltschrank automatisiert berechnet werden. Möglich wird dies durch den Digitalen Produktpass (DPP4.0) basierend auf der sogenannten Asset Administration Shell (AAS) und dem Digitalen Typenschild, über den Daten firmenübergreifend ausgetauscht werden. Durch diese Industrie 4.0-Anwendungen können wir exemplarisch veranschaulichen, wie viel CO2 für die Herstellung eines komplexen, aus vielen Zulieferkomponenten bestehenden Produkts angefallen ist.“

Beim ZVEI-Show-Case engagieren sich 14 Unternehmen interdisziplinär und zeigen unternehmensübergreifend, wie regulatorische, rechtliche, wirtschaftliche und technische Anforderungen erfüllt werden können.

Weitere Informationen zum Showcase gibt es unter www.zvei.org.

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