Generic filters
FS Logoi

6G-Konferenz in Berlin zeigt aktuellen Stand der Forschung

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat Anfang Juli vor rund 900 Teilnehmenden aus Forschung, Wirtschaft und Politik die internationale 6G-Konferenz der deutschen 6G-Forschungsinitiative in Berlin mit einer klaren Botschaft eröffnet: „In der 6G-Forschung geht Deutschland kraftvoll voran“. In ihrer Eröffnungsrede betonte die Bundesministerin, dass alle Teile der Gesellschaft mit dem kommenden sechsten Mobilfunkstandard, der voraussichtlich zum Ende […]

von | 08.07.24

Teleoperationsroboter, die erstmalig über Funk verbunden, zuverlässig gesteuert werden können.
Foto: 6G-Plattform

Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger hat Anfang Juli vor rund 900 Teilnehmenden aus Forschung, Wirtschaft und Politik die internationale 6G-Konferenz der deutschen 6G-Forschungsinitiative in Berlin mit einer klaren Botschaft eröffnet: „In der 6G-Forschung geht Deutschland kraftvoll voran“. In ihrer Eröffnungsrede betonte die Bundesministerin, dass alle Teile der Gesellschaft mit dem kommenden sechsten Mobilfunkstandard, der voraussichtlich zum Ende dieses Jahrzehnts breitflächig in den Markt eingeführt wird, eine neue Qualität der allgegenwärtigen Vernetzung erleben werden.

6G wird neue Anwendungen ermöglichen

„Die dramatisch erhöhten Leistungskennziffern von 6G, das sehr hohe Level an Sicherheit und neue Funktionalitäten werden viele neue Anwendungen ermöglichen. 6G wird für den Menschen entworfen. Es wird personalisierte medizinische Dienste ermöglichen, uns unterwegs schützen und leiten sowie uns am Arbeitsplatz unterstützen. Echtzeitfähigkeit und Datenschutz sind daher wichtigste Designkriterien“, ist sich der Koordinator der zentralen 6G-Plattform, Prof. Dr.-Ing. Hans D. Schotten vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, sicher.

Beim weltweiten Wettbewerb um die Standardisierung von 6G geht es nicht um ein noch schnelleres Smartphone. „6G wird beispielsweise im Gesundheitswesen neue Anwendungen wie Telemedizin ermöglichen. So kann ein Herzspezialist eine Operation live folgen und fast simultan eingreifen, auch wenn er persönlich gar nicht vor Ort ist. Vernetztes Fahren wird mit 6G einen immensen Anwendungsschub erhalten, da dann Daten von einem Fahrzeug in Echtzeit empfangen und gesendet werden. Neben einer Erhöhung der Energieeffizienz beziehungsweise Emissionsreduktion wird durch 6G die Verkehrssicherheit verbessert. Integrierte Sensingfunktionalitäten werden eingesetzt, um Fußgänger und Radfahrer besser zu schützen“, beschreibt Prof. Schotten nur einige Anwendungsbeispiele.

Demonstratoren zeigen breite 6G-Vielfalt

Dass diese Szenarien keine Science-Fiction sind, zeigt sich an den in Berlin ausgestellten Demonstratoren. So präsentieren Forschende der vom BMBF geförderten Forschungsprojekte eine breite Vielfalt von neuen 6G-Technologiebausteinen bis hin zu vollintegrierten Lösungen in eindrucksvollen Demonstratoren. Wie 6G die Produktivität erhöhen kann und dadurch Menschen am Arbeitsplatz durch Roboter unterstützt werden, zeigt das Beispiel der vernetzten, kollaborativen Robotik. Sie ermöglicht eine effiziente Unterstützung des Menschen durch eine direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter. Hierdurch werden zahlreiche neue Anwendungen in der Produktion aber auch in anderen Bereichen wie der Pflege ermöglicht. Die Handhabungssicherheit und -einfachheit sind hierbei die entscheidenden technischen Herausforderungen, die durch 6G gelöst werden.

So zeigt ein Demonstrator mit Hilfe von hochzuverlässigen und latenzarmen 6G-Technologien Teleoperationen, bei denen perspektivisch Operationsroboter in mobilen – speziell ausgestatteten und vernetzten – Krankenwagen zum Einsatz kommen. In Verbindung mit hochvernetzten, KI-unterstützten Monitorsystemen, die mit speziell für den Datenschutz optimierten Sensoren arbeiten, wird eine erhebliche Verbesserung und Effizienzsteigerung der medizinischen Versorgung möglich sein. Genauso wichtig ist die Unterstützung von Rettungskräften. Der funktionsfähige Demonstrator visualisiert die immersive Steuerung eines Teams von Robotern im Rettungseinsatz. In Zukunft werden sich diese Roboter über ein lokales Ad-hoc-Netz zuverlässig miteinander vernetzen und unterschiedlichste Aufgaben übernehmen – vom Netzaufbau, über sensorische Erkundung bis zur physischen und somit tatkräftigen Unterstützung der vor Ort agierenden Rettungskräfte. Erst die Leistungskennziffern von 6G werden die Skalierbarkeit des Netzes ermöglichen, um die großen Datenströmen der Sensoren übertragen und die Roboter in Echtzeit steuern zu können.

6G-Konferenz offerieren intensiven Einblick internationale Forschung

Die Vorträge und Diskussionsrunden auf der Berlin 6G Conference offerieren einen intensiven Einblick zum aktuellen Stand der internationalen Forschung zu 6G. Die thematische Spannbreite reicht von wissenschaftlichen Beiträgen zur inhaltlichen Gestaltung von 6G, über vorbereitende Maßnahmen zur Standardisierung der Technologie bis zur aktuellen Förderung von Start-ups.

„Ich freue mich sehr über unsere zahlreichen internationalen Gäste aus Europa, Japan, Kanada, USA und Singapur. Mit allen diesen Ländern arbeiten wir eng zusammen. Universitäten, Forschungsinstitute und Industrie sind gut synchronisiert. Damit haben wir sehr gute Chancen, unsere Ideen und Konzepte im internationalen Wettbewerb um 6G durchzusetzen und die Zukunft unserer hochvernetzten Gesellschaft entsprechend unseren Vorstellungen prägen zu können. Fast 1.000 Teilnehmende an der Berlin 6G Conference sind ein starkes Signal für die Bedeutung, die die deutsche 6G-Forschung inzwischen auch international erreicht hat. Unsere Konferenz ist der ideale Ort, um sich auszutauschen und zu vernetzen. Am Ende soll es einen globalen 6G-Standard geben – und den wollen wir deutlich mitgeprägt haben“, erklärt Prof. Schotten.

Weitere Informationen gibt es unter www.6g-plattform.de/berlin-6g-conference.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Chemie und Pharma: VCI meldet alarmierende Jahreszahlen
Chemie und Pharma: VCI meldet alarmierende Jahreszahlen

Deutschlands Industrie hat ein kraftraubendes Jahr hinter sich, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf seiner Jahresabschlusskonferenz bekanntgab. Auch die Lage von Chemie- und Pharmaunternehmen hat sich weiter verschärft. „Die Industrie funkt SOS. 2025 war für unsere Branche erneut sehr schwierig und der Blick nach vorn wird nicht rosiger“, erklärte VCI-Präsident Markus Steilemann.

mehr lesen
Endress+Hauser: Umfassende Veränderungen im Executive Board
Endress+Hauser: Umfassende Veränderungen im Executive Board

Endress+Hauser hat drei neue Mitglieder in das Executive Board berufen: Dr. Mirko Lehmann, Prof. Dr.-Ing. Katja Windt und Helena Svensson. Mit den anstehenden Ruheständen des Chief Operating Officer (COO) Dr. Andreas Mayr und des Chief Information Officer (CIO) Pieter de Koning im Jahr 2026 ordnet das Unternehmen die Zuständigkeiten seiner Geschäftsführung neu.

mehr lesen
Siegfried Russwurm wird neuer acatech-Präsident
Siegfried Russwurm wird neuer acatech-Präsident

Das acatech-Präsidium hat am 25. November 2025 Siegfried Russwurm einstimmig zum neuen Präsidenten der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften gewählt. Er übernimmt das Amt am 1. April 2026 von Thomas Weber und bildet laut einer Pressemeldung gemeinsam mit der amtierenden Präsidentin Claudia Eckert die neue Doppelspitze.

mehr lesen
„Wir müssen die Prozessautomatisierung weiter strategisch voranbringen“
„Wir müssen die Prozessautomatisierung weiter strategisch voranbringen“

Warum die digitale Transformation der Prozessautomatisierung an Fahrt gewinnt, wo 2026 Wachstum entsteht und welche Rolle Cyber Security, sicherer Datenverkehr und neue Infrastrukturstandards künftig spielen – darüber spricht der wiedergewählte Vorsitzende des ZVEI-Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung, Axel Lorenz, im Interview.

mehr lesen
ZVEI startet neue Plattform „Industrial AI & Data Economy“
ZVEI startet neue Plattform „Industrial AI & Data Economy“

Der ZVEI hat eine neue Plattform für „Industrial AI & Data Economy“ ins Leben gerufen. Die Einheit bündelt Fachwissen zu industrieller KI, Datenökosystemen und datenbasierten Geschäftsmodellen. Sie soll Unternehmen dabei unterstützen, Chancen frühzeitig zu identifizieren und digitale Innovationen umzusetzen.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03