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Ehemals weltgrößte Digital-Messe CEBIT wird eingestellt

"Die wichtigste Digital-Messe in Deutschland hat die eigene digitale Transformation nicht geschafft." So vernichtend fällt das Urteil des Digital-Experten Sascha Lobo aus, der an der Neuausrichtung der CEBIT in den vergangenen Jahren aktiv beteiligt war. Nach insgesamt mehr als 30 Jahren schließt die ehemals weltgrößte Computer-Messe nun für immer ihre Tore. Schuld daran sind vor allem stark rückläufige Flächenbuchungen und Besucherzahlen. Industrienahe Digitalthemen werden zukünftig in die HANNOVER MESSE integriert.

von | 04.11.20

Open-Air CEBIT Abschlussparty, 15. Juni 2018, Munique

Angesichts rückläufiger Flächenbuchungen für die CEBIT 2019 hat die veranstaltende Deutsche Messe AG die Veranstaltung abgesagt und eingestellt. Die industrienahen Digitalthemen der CEBIT werden in der HANNOVER MESSE weitergeführt, für die übrigen Themenfelder der CEBIT sollen inhaltlich spitze Fachveranstaltungen entwickelt werden, die sich gezielt an Entscheider ausgewählter Branchen richten, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Hannover mit.
Ein Abstieg auf Raten
Die technologische Entwicklung der vergangenen Jahre zeigte, dass eine Horizontalmesse wie die CEBIT in der digitalen Wirtschaft zunehmend auf rückläufige Nachfrage stößt. Da die Innovationsschritte durch die Digitalisierung vor allem in den Anwendungsbranchen greifen, ist Digitalisierung bei nahezu allen Branchenfachmessen das beherrschende Thema.
Für Sascha Lobo ist der Fall klar: "Nur ein Drittel des Umsatzes sollen zu diesem Zeitpunkt im Vergleich zum letzten Jahr verkauft worden sein", erklärte er im Interview mit Gabor Steingart am vergangenen Donnerstag. "Der Geist der CEBIT stand leider gar nicht auf digitale Transformation. Bis in den letzten Jahren hat eine Stunde WLAN auf der Messe sagenhafte neun Euro gekostet". Die Berichterstattung in den Sozialen Medien sei dementsprechend schwach gewesen. Vor allem aber der starke Fokus auf Hardware sei letztlich das Todesurteil für die Messe gewesen.
Neue Messeausrichtung konnte CEBIT nicht retten
Das neue Konzept der CEBIT 2018, das auf den Dreiklang aus Messe, Konferenz und Festival setzte, konnte den Abwärtstrends der Besucherzahlen zuletzt nicht stoppen. Da auch der Negativtrend bei den Flächenbuchungen über alle Themensegmente hinweg nicht aufgehalten werden konnte, wird die CEBIT künftig nicht mehr ausgerichtet.
Für Sascha Lobo ein Fehler, denn mit ein wenig mehr Geduld hätte das Konzept durchaus zum Erfolg geführt werden können.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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