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Digitalisierung und Automatisierung verändern Schienenverkehr

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Autor: Jonas Völker

Digitalisierung und Automatisierung verändern Schienenverkehr

Ein Schwerpunkt liegt auf der nutzergerechten Gestaltung von Arbeitsplätzen und Bediensystemen im Schienenverkehr, die sich durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung stark verändern. Der Workshop wird ausgerichtet vom Institut für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung (IfEV) der Technischen Universität Braunschweig, dem Institut für Verkehrssystemtechnik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) e. V. und dem Mobilitätsnetzwerk ITS mobility.
„Mit dem Workshop wollen wir ein stärkeres Bewusstsein für den Faktor Mensch im Bahnsystem schaffen. Eine intensive Beschäftigung zum Beispiel mit der nutzergerechten Gestaltung von Bahnarbeitsplätzen ist gut investiert, da sie sich positiv auf die Sicherheit und Effizienz des Bahnbetriebs auswirkt“, erklärt Dr. Anja Naumann vom Institut für Verkehrssystemtechnik des DLR.
Zunehmender Einfluss der Digitalisierung auf Fahrdienstleiter und Triebfahrzeugführer
Im zweitägigen Programm behandeln Fachvorträge, unter anderem von Gastrednern aus dem europäischen Ausland, den aktuellen Stand der Bahnforschung, z. B., wie sich die Sicherheit an Bahnübergängen erhöhen lässt und welchen Einfluss die zunehmende Automatisierung auf die Tätigkeit von Fahrdienstleiter und Triebfahrzeugführer hat. „Die Arbeitsplätze im Schienenverkehr werden sich im Zuge der zunehmenden Digitalisierung und Automatisierung einer starken Wandlung unterziehen“, kündigt Dr. Naumann an.
In Anbetracht dieser Entwicklung erarbeitet die Human-Factors-Abteilung des DLR Gestaltungsempfehlungen für Bediensysteme, und stellt dabei die Bedürfnisse des Nutzers in den Vordergrund. Einige Erkenntnisse werden in Workshop-Sessions zur mentalen Arbeitsbeanspruchung vorgestellt. So sollten z. B. reine Überwachungstätigkeiten für den Menschen vermieden werden, da diese Monotonie und Müdigkeit erzeugen.
Automatisierte Diagnose- und Entscheidungshilfen
Automatisierte Diagnose- und Entscheidungshilfen können den Fahrdienstleiter unterstützen, oder Assistenzsysteme dem Triebfahrzeugführer permanent verdeutlichen, welches Zugsicherungssystem gerade aktiv ist. „Wir beschäftigen uns außerdem mit der Frage, wie die Arbeitsumgebung des Triebfahrzeugführers aussehen könnte, wenn er im hochautomatisierten Betrieb ggf. nicht mehr im Führerstand, sondern in einer Zentrale sitzt und in Störfällen oder komplexen betrieblichen Situationen die automatisiert fahrenden Züge zeitweise manuell fernsteuert“, erklärt Dr. Naumann.
Auch die Sicherheitskultur ist ein Schwerpunktthema des Workshops. Sicherheitskultur beschreibt, wie innerhalb einer Organisation mit Fragen zur Sicherheit umgegangen wird. Insbesondere die Arbeitsgruppe Human Factors des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC und die Europäische Eisenbahnagentur (ERA) beschäftigen sich mit der Rolle, die der Faktor Mensch hierbei spielt, und arbeiten intensiv an Ansätzen, wie die Sicherheitskultur im Bahnbereich verbessert werden kann.
Poster-Session zur Automatisierung im Bahnbereich
Am Nachmittag werden in einer Poster-Session Arbeiten zur Gestaltung von Mensch-Maschine-Systemen und zur Automatisierung im Bahnbereich vorgestellt. Zum Abschluss des Workshops haben die Teilnehmer morgen Nachmittag die Möglichkeit, die Forschungslabore des DLR, der Siemens AG und des Instituts für Eisenbahnwesen und Verkehrssicherung der TU Braunschweig zu besichtigen. Hierbei bietet sich noch einmal die Gelegenheit zu fachlichen Diskussionen zwischen Vertretern aus Wissenschaft und Industrie.
Der Rail Human Factors Workshop hat erstmals im Jahr 2014 in Braunschweig stattgefunden und weckt bei Vertretern aus der Forschung und Wirtschaft großes Interesse. Der Workshop leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass die Rail Human Factors in der bislang stark technik-orientierten deutschen Forschungslandschaft langsam an Bedeutung gewinnen.

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