Generic filters
FS Logoi

Experten-Talk in Höchst: Lösungen für Industrie 4.0 in der Prozessindustrie

Ein interdisziplinäre Workshop der Interessengemeinschaft Regelwerke Technik (IGR) e.V. hatte das Ziel, Lösungsansätze zur Einführung von Technologien und Verfahrensweisen zu Industrie 4.0 in der Prozessindustrie zu erarbeiten. Die IGR betreibt eine der ersten anwendergetriebenen Testanlagen der Prozessindustrie zu Industrie 4.0.

von | 04.11.20

IGR Meeting im Clariant CC Industriepark Höchst

Digitalisierungs-Projekte für Prozessanlagen werden noch immer durch unvollständige Kommunikationsstandards, mangelnde Interoperabilität und die noch geringe Vernetzung von Herstellern, Hochschulen und Anwendern gehemmt.
Hochkarätige Experten diskutierten die Herausforderungen von Industrie 4.0
Unter dem Leitgedanken „Von ‚Man könnte‘ zu ‚Wir tun es‘“ diskutierten 30 hochkarätige Experten von Geräteherstellern, Anwendern, Behörden und Hochschulen ihre Herausforderungen und Best Practices bei Industrie 4.0-Projekten. Darunter waren Vertreter der NAMUR, mehrerer Universitäten, Hersteller von Feldgeräten, Automatisierungssystemen, Komponenten zur sicheren Anbindung an das Internet, sowie Betreiber aus der Automatisierung, Verfahrenstechnik und Produktion.
Dr. habil. Michael Maiwald von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) moderierte diese IGR-Veranstaltung. Im Laufe der Diskussion kristallisierten sich vier Hauptthemen, so z. B. „Faktor Mensch“ und „Vom Hemmnis zur Motivation“, für weitere Workshops heraus. Die in den Diskussionen gewonnenen Erkenntnisse führten teilweise unmittelbar zur Gründung von Arbeitsgruppen.
"Auch die Menschen müssen sich vernetzen"
Thomas Grein, Leiter des IGR-Kompetenzcenters Elektro-, Mess- und Regeltechnik fasste die Ergebnisse zusammen: „Wenn sich Anlagen sinnvoll vernetzten sollen, dann müssen sich auch die Menschen vernetzen, die dahinterstehen. Der zügigen Einführung echter Industrie 4.0-Anwendungen stehen jedoch fehlende Standards entgegen. Auch werden Prozessdaten immer noch zögerlich zur Entwicklung von Cloud-Anwendungen von den Anlagenbetreibern zur Verfügung gestellt. Industrie 4.0 muss auch für Brownfield-Anlagen nutzbar sein.“
Besichtigung der IGR-Testanlage Industrie 4.0
Zum Abschluss des Workshops besichtigten die Teilnehmer die IGR-Testanlage Industrie 4.0 in den Laboratorien der Bilfinger Maintenance GmbH im Industriepark Höchst. Die Testanlage besteht aus einer verfahrenstechnischen Apparatur mit zwei Behältern und deren Automatisierung, sowie eine Mess- und Regelungsumgebung entsprechend dem NAMUR Open Architecture (NOA)-Modell.
Mehrere Hersteller haben die Anlage mit Geräten gesponsert. Daten werden parallel zum Automatisierungssystem übertragen und dies ermöglicht eine Maschinendiagnose mit einer Internetanbindung als Standleitung sowie IT-Security-Maßnahmen und Firewalls. Der einfache Testaufbau speist die Prozessdaten in eine Cloud, die sich von allen Beteiligten auswerten lassen. Eine Einbindung der Testanlage in das Projekt SIDAP (Skalierbares Integrationskonzept zur Datenaggregation, -analyse, -aufbereitung von großen Datenmengen in der Prozessindustrie) des Bundesforschungsministeriums ist bereits realisiert.
Dr. Uwe Bäumler, Leiter des IGR-Kompetenzcenters Prozess-Sicherheit sagte: „Mit den Daten aus der Testanlage können Industrie 4.0-Komponenten in der Praxis geprüft und optimiert werden. Von den realistischen Mess- und Diagnosedaten profitieren Gerätehersteller, Forschungsinstitute, Softwareunternehmen und insbesondere die Anlagenbetreiber“.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

Ransomware-Angriffe: Deutschland 2025 weltweit auf 3. Platz
Ransomware-Angriffe: Deutschland 2025 weltweit auf 3. Platz

Deutschland zählte 2025 mit 433 bestätigten Ransomware-Angriffen (laut beobachteten Leak-Seiten von Cyberkriminellen) zu den drei weltweit am stärksten betroffenen Ländern – nur die USA (4.893) und Kanada (520) verzeichnen noch mehr erfolgreiche Angriffe. Das geht aus dem neuen Cyber Risk Report 2026 von TrendAI™, dem Cybersecurity-Geschäftsbereich von Trend Micro, hervor.

mehr lesen
Kostenfreies Handbuch zeigt digitale Wege für die Kreislaufwirtschaft
Kostenfreies Handbuch zeigt digitale Wege für die Kreislaufwirtschaft

Mit dem „Handbuch Kreislauffähige Wertschöpfung – Schlüsselkonzepte, Technologien, Geschäftsmodelle und Rahmenbedingungen“ haben das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) und das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) eine praxisorientierte Publikation zur Umsetzung kreislauffähiger Wertschöpfung veröffentlicht. Die Druckausgabe ist am 10. Juli 2026 bei Springer Gabler erschienen, die digitale Version steht kostenfrei als Open-Access-Publikation zur Verfügung.

mehr lesen
Virtuelle Steuerungen: Fachbeitrag beleuchtet Entwicklung, Chancen und Herausforderungen
Virtuelle Steuerungen: Fachbeitrag beleuchtet Entwicklung, Chancen und Herausforderungen

Virtuelle Steuerungen (vSPS) gelten als ein weiterer Entwicklungsschritt in der industriellen Automatisierung. Ein Fachbeitrag von Prof. Dr.-Ing. René Simon (Hochschule Harz) zeichnet die Evolution von klassischen Hardware-SPS über Soft-SPS bis hin zu virtualisierten Steuerungsarchitekturen nach und beschreibt den aktuellen Stand der Technik sowie offene Fragestellungen für den industriellen Einsatz. Der peer-reviewte Hauptbeitrag aus dem atp magazin 6-7/2026 steht nun zum kostenfreien Download bereit.

mehr lesen

atp weekly

Der Newsletter der Branche

Ihr kostenfreier E-Mail-Newsletter für alle Belange der Automatiserung.

Sie möchten das atp magazin testen

Bestellen Sie Ihr kostenloses Probeheft

Überzeugen Sie sich selbst: Gerne senden wir Ihnen das atp magazin kostenlos und unverbindlich zur Probe!

Finance Illustration 03