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Schlechte Standortbedingungen gefährden Chemie-Arbeitsplätze

Unter den aktuellen industriepolitischen Rahmenbedingungen bleiben die Standortbedingungen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland negativ. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Umfrage des Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA) und der DECHEMA unter den Fach- und Führungskräften in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Branche.

von | 18.02.25

Durchgeführt wurde die Umfrage zum Chemie- und Pharmastandort Deutschland im Dezember 2024 unter knapp 1.500 Mitgliedern des VAA und der DECHEMA.
Foto: weerapong - stock-adobe.com

Unter den aktuellen industriepolitischen Rahmenbedingungen bleiben die Standortbedingungen in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland negativ. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Umfrage des Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA) und der DECHEMA unter den Fach- und Führungskräften in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Branche.

Umfrage zeigt positive und negative Standortbedingungen

Im Rahmen der Umfrage haben die Mitglieder des VAA und der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie unter anderem die Bedeutung von insgesamt 17 Standortfaktoren für den Fortbestand der Arbeitsplätze in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie bewertet.

Wie im Vorjahr gaben die Befragten eine insgesamt sehr kritische Rückmeldung. Insbesondere die Höhe der Energiepreise, die fehlende Stabilität der industriepolitischen Rahmenbedingungen und die bürokratischen Hemmnisse wurden als negative Einflussfaktoren für den Fortbestand der Arbeitsplätze identifiziert. Als positive Einflussfaktoren wurden dagegen das Ausbildungsniveau der Fachkräfte, die Leistungsfähigkeit der vorhanden Produktionsinfrastruktur sowie die Nähe zu wissenschaftlichen Institutionen und Dienstleistern am Standort Deutschland benannt.

Hoher Handlungsdruck für die Politik

Aus den im Vergleich zum Vorjahr unverändert schlechten Ergebnissen leitet der 2. Vorsitzende des VAA Dr. Christoph Gürtler einen hohen Handlungsdruck für die Politik ab: „Eine der ersten Aufgaben der neu gewählten Bundesregierung muss es sein, die industriepolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern und zu stabilisieren. Deutschland steckt in einer Rezession fest und wir können uns keine weitere Verzögerung leisten, wenn wir diese Arbeitsplätze retten wollen.“

Bei der Positionierung der deutschen Chemie- und Pharmabranche im internationalen Wettbewerb sahen die Umfrageteilnehmer nach wie vor Stärken und Schwächen: Die Ausbildung wurde von fast 60 % der Befragten als im Vergleich sehr gut oder eher gut bewertet, die Technologieoffenheit von rund 40 %. Beide Werte haben sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Kritisch gesehen wurden weiterhin Wettbewerbsfaktoren wie die Umsetzung neuer Technologien und die Technikaufgeschlossenheit in der Gesellschaft.

DECHEMA-Geschäftsführer Dr. Andreas Förster ordnet ein: „Wir werden im internationalen Wettbewerb nur bestehen können, wenn wir das starke Netzwerk aus Unternehmen und Wissenschaft in Deutschland als Stärke erkennen und nutzen. Dafür muss die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, wir müssen diese Aufgabe aber auch als Gesellschaft insgesamt angehen.“

Durchgeführt wurde die Umfrage zum Chemie- und Pharmastandort Deutschland im Dezember 2024 unter knapp 1.500 Mitgliedern des VAA und der DECHEMA, die als Fach- und Führungskräfte in Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Chemie- und Pharmabranche tätig sind.

Über den VAA

Im Verband angestellter Akademiker und leitender Angestellter der chemischen Industrie e. V. (VAA) sind die Fach- und Führungskräfte der chemisch-pharmazeutischen Industrie organisiert. Als Berufsverband und Akademikergewerkschaft vertritt der VAA die Interessen von rund 30.000 Mitgliedern aus allen Berufsgruppen. Der VAA schließt Tarifverträge und führt einen intensiven Dialog mit seinen Sozialpartnern sowie weiteren Verbänden und Organisationen in der Branche.

Weitere Informationen gibt es unter www.vaa.de.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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